Sonntag, 29. Januar 2017

Rezension "DNA" von Yrsa Sigurdardóttir


  • Verlag: Btb
  • Seitenzahl: 478
  • Hardcover
  • 2016
  • ISBN-13: 9783442756568
  • 19, 99 Euro

Klappentext:

Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts. Zuerst trifft es eine junge Familienmutter nachts in ihrer Wohnung in Reykjavik. Einzige Zeugin ist ihre siebenjährige Tochter, die wider Erwarten den Angriff übersteht. Als wenig später eine zweite Frau unter ähnlich brutalen Vorzeichen ihr Leben verliert, steht die Polizei vor einem Rätsel. Kommissar Huldar, der die Ermittlungen leitet und sich erstmals in einem so wichtigen Fall beweisen muss, hat darüber hinaus ein weiteres Problem. Er ist gezwungen, mit der Psychologin Freyja zusammenzuarbeiten, mit der er vor kurzem nach einer Kneipentour unter falschen Angaben die Nacht verbracht hat. Währenddessen beschließt ein junger Amateurfunker, auf eigene Faust zu ermitteln, nachdem ihn kryptische Botschaften zu den beiden Opfern erreichen. Dass er sich damit selbst in Gefahr bringt, kann er nicht wissen.
( Quelle:  Random House )

Zusammenfassung:
Vor 28 Jahren wurden drei Geschwister getrennt. Die zwei Jüngeren waren, allem Anschein nach Vollgeschwister, der Ältere aber eventuell nur ein Halbbruder. Auf jeden Fall mussten sie getrennt werden, denn so hatte wenigstens das kleine Mädchen die Chance auf eine Adoption.

Heute nun erschüttern fürchterliche Morde Reykjavik. Elisa, eine junge Frau, Mutter und Ehefrau wird unglaublich grausam in ihrem Haus ermordet. Die Kinderzimmer von außen abgeschlossen wähnte sich der Mörder unbeobachtet, doch unter dem Bett der Mutter versteckt sich  Margret, eines der drei Kinder der Familie.
Hochtraumatisiert wird sie von der Psychologin Freya verhört. Aber nicht nur das Verhör wird für Freya eine Strapaze, erkennt sie doch in dem Ermittlungsbeamten Huldar einen OneNightStand. Allerdings hatte sich Huldar als Tischler vorgestellt und Freya am nächsten Morgen ohne ein Wort sitzen lassen.
Doch bevor Freya und Huldar erste Ergebnisse aus ihren Verhören ziehen können, geschieht auch schon ein zweiter Mord, der dem Ersten an Grausamkeit nicht nachsteht.
Diesmal trifft es eine Biologielehrerin im Ruhestand.
Während die Frau ermordet wird hält sich Karl mit seinen Freunden vor dem Haus auf. Fast meinte er sogar einen Schrei gehört zu haben. Eigentlich wollte er auch zur Biologielehrerin, doch kurz zuvor verließ ihn der Mut. Was hatte er auch zu erzählen?
Das ihn, einen Amateurfunker, seltsame Botschaften im Funknetz aufgefallen sind, Zahlenreihen, die zufällig auch die ID Nummern von ihm selbst und dieser Lehrerin sind. Auch von einer Elisa, die Karl auch nicht kennt. Warum werden diese ID gefunkt?  Nebenbei tauchen auch seltsame Dinge bei Karl auf .... ein Handy, dass er nicht kennt, ein sexy Damenslip ... er hat doch keine Freundin.
Diese Ereignisse geben Karl einen neuen Schwung und er versucht nun auf eigene Faust die Zusammenhänge aufzuklären.
Damit begibt sich Karl, ohne es zu ahnen auf einen Präsentierteller.....

Fazit:
Toll. 
Ich fand den Thriller absolut supertoll.
Bisher hatte ich mich immer um die Isländer herumgedrückt, die Namen erscheinen mir nicht so harmonisch und schwer lesebar, und deswegen hatte ich noch keinen isländischen Roman gelesen.
Mich macht es wahnsinnig, wenn ein Buch zwar gut ist, aber der Lesefluß an unausprechlichen Namen hängen bleibt.
Das passiert hier zum Glück gar nicht. Das Buch war ratzfatz gelesen, auch weil es einfach unglaublich spannend ist. Weglegen und wohlig schlafen gehen? Ging bei mir gar nicht ;)
Obwohl die Morde extrem grausam sind wird mit Details gespart und auch die Tatorte werden höchstens skizziert, aber nicht in grellen Farben ausgemalt. So bleibt es bei mir, welche Bilder ich entwickeln möchte .... und ganz ehrlich, beim ersten Mord ersparte ich mir innere Bildmalereien ;)
Man erfährt viel durch die Augen Huldars, der eher zufällig in die Ermittlung geschlittert ist und sich stellenweise etwas überfordert fühlt. Ansonsten ist Huldar ein recht normaler junger Mann.
Im Gegensatz zu seinen vielen nordischen Kollegen hat er weder ein Alkoholproblem, noch entgleiten ihm regelmäßig die Manieren und er hat auch keine drei geschiedenen Ehefrauen, die seine Schuldenlast noch vergrößern.
Er hat vielleicht eine gewisse sexuelle Umtriebigkeit, die ihm leichte Probleme beschert, aber alles im Rahmen.
Ich fand es sehr erfrischend, dass es auch nordische Ermittler gibt, die einfach ganz normal vor sich hinermitteln und dabei auch einen guten Spannungsbogen aufbauen können. ;)
Mir haben die Figuren eigentlich alle gut gefallen, weil ich sie mir gut vorstellen konnte und sie in ihrer Beschreibung die zweidimensionalen Seiten verlassen konnten und in meiner Vorstelleung vollständig und dreidimensional wurden.
Egal ob es der elektronische Ermittler war oder einer von Karls seltamen Freunden, alle bekamen einen Charakter und wurden lebendig.
Der Krimi ist in sich stimmig und auch für einen Vielleser schwer zu knacken.
Bis zum Schluß tappte ich im Dunklen, aber das erhöhte die Spannung nur noch.
Ich bin froh mich endlich mal an einen isländischen Autor heran gewagt zu haben und kann dieses Buch allen Fans nordischer Krimis empfehlen.


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