Samstag, 7. Januar 2017

Rezension "Teufelsgold" von Andreas Eschbach



Bastei Lübbe
Hardcover
Thriller
511 Seiten
ISBN: 978-3-7857-2568-9
Ersterscheinung: 09.09.2016
22,90 Euro
Klappentext:

Nach dem Ende der Kreuzzüge taucht er das erste mal auf: der Stein der Weisen, mit dem man Gold machen kann – gefährliches Gold, radioaktives Gold nämlich. Der Stein erscheint, als ein Alchemist Gott verflucht, und er zieht eine Spur der Verwüstung durch Europa. Die Deutschordensritter erklären es zu ihrer geheimen neuen Aufgabe, ihn zu finden und sicher zu verwahren. Für alle Ewigkeit.
Doch in unserer Zeit kommen zwei Brüder, die unterschiedlicher kaum sein könnten, dem wahren Geheimnis des Steins auf die Spur: Er ist ein Schlüssel – ein Schlüssel, der unser aller Leben zum Guten hin verändern könnte.
Oder öffnet er die Pforten der Hölle?
( Quelle: Bastei Lübbe )

Zusammenfassung:

Hendrik Busske ist Angestellter einer Investmentbank. Kein Broker, ganz oben auf der Leiter, sondern eher ein kleiner Angestellter. Seine Frau Miriam studiert Biologie, nach und nach nicht mehr so ganz glücklich, aber das Studium schreitet voran.
Die Beiden sind überwiegend im "Kleinen" angesiedelt. Bescheiden, aber es reicht.
Eines Tages soll Hendrik eine Seminarleiterin vertreten und ein Seminar über ergolgreiches Anlagenmanegment halten. Er hat eigentlich nicht viel Ahnung, aber ausgerüstet mit reichlich Material bleibt ihm nichts anderes übrig als ins kalte Wasser zu springen.
Doch bevor das Seminar beginnt, streift Hendrik sehr aufgeregt und ziellos durch Zürich, stolpert eher zufällig in ein Antiquariat und endeckt dort ein Buch, dass ihn sofort fasziniert.
Leider ist das Buch nicht verkäuflich und Hendrik fasst sofort den Entschluss, dieses alte Buch zu stehlen.
Erstaunlicherweise wird das Seminar ein unglaublicher Erfolg. Für die Teilnehmer, die reich an neuem Wissen wieder nach Hause fahren, für Hendrik, der eine ganz neue Seite an sich kennen lernte und sogar für den Hotelpagen, der von Hendrik eine Strategie für Geldanlagen bekam.
Noch berauscht von seinem überraschenden Erfolg begegnet er in der Hotelbar Laura.
Unglaublich schön, unglaublich reich und an ihm, den kleinen Hendrik Busske interessiert. Die beiden verbringen die Nacht miteinander und morgens ist Laura verschwunden .... und mit ihr das Buch.
Lange Zeit vergißt Hendrik das Buch und baut sein Leben ganz neu auf. Er gründet ein Unternehmen " Die Alchemie des Reichtums", leitet Seminare und führt Menschen zum Erfolg.
Viele Menschen werden durch seine Seminare tatsächlich reich und erfolgreich und auch Hendrik ist eines Tages stolzer Besitzer eines Jaguar und wohnt in einem Schloss. Mit seiner schönen Frau und seiner wundervollen Tochter steht er in einem perfekten Leben ..... doch Hendrik sieht dies nicht so. Es reicht ihm nicht und er möchte mehr.
In seinem Streben nach Mehr kreuzt immer wieder dieses mysteriöse Buch aus dem Antiquariat seinen Weg. Mal als Geschichte in einem anderen Buch, mal als Kopie, die er wieder findet, mal im direkten Gespräch. So als sei sein Unternehmen und sein Leben mit diesem Buch verknüpft.
Und eines Tages wendet er sich ganz der Suche nach dem Buch und dem darin berschriebenen Stein der Weisen zu ....

Fazit:

Das Buch beginnt sehr temporeich und spannend, die Figuren sind plastisch und man ist gleich mittendrin. Dort will man auch sein und mehr, mehr, mehr lesen.
Doch relativ abrupt wird das Tempo gedrosselt und es werden viele Jahre aus Hendriks Leben nacherzählt. Zuerst fand ich dies etwas langatmig und nicht ganz so interessant, doch hier werden Fäden gesponnen und Personen eingeführt, die in dem Verlauf der Geschichte noch wichtig werden.
Zudem werden viele wissenschaftliche Aspekte eingeflochten, die in den Fließtext unheimlich gut passen ohne erklärend und lehrend zu wirken.
Wenn ist es dann"richtig zur Sache" geht ist der Leser mit allen relevanten Informationen bestens ausgerüstet.
Die Figuren sind überwiegend alltägliche Figuren, die man an der Arbeit, in der Nachbarschaft oder sogar bei sich selbst findet.
Auch Hendriks Streben dürfte vielen Lesern sehr vertraut sein ;)
Das Buch ist zweigliedrig aufgebaut, es wird die Geschichte von Hendrik und dem mysteriösen Buch erzählt und es wird die alte Geschichte der Alchmisten und des Stein der Weisen erzählt.
Um beides gut auseinanderhalten zu können und um ohne Verwirrung "zwischen den Zeiten" zu springen ist der Erzählstrang aus dem Mittelalter farblich dunkler unterlegt.

 
Damit ist dem Leser sehr schnell klar in welchem Handlungsstrang er sich gerade befindet und ob sich hier in dem alten Buch aufgehalten wird, oder ob man im Hier und Jetzt des Buches ist.


Mir hat dieses Springen zwischen den Zeiten gut gefallen,  damit hat das Buch mehr Tempo bekommen und wurde abwechslungsreicher.
Insgesamt ist es ein wirklich unterhaltsamer Mysterythriller, der wissenschaftlich gut erklärt und eine allzu menschliche Seite von uns aufzeigt.
Unterhaltsam, schnell zu lesen und regt auch zu eigenen Gedanken an.







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