Sonntag, 19. März 2017

Rezension "Good as Gone" von Amy Gentry


  • C. Bertelsmann Verlag
  • 317 Seiten
  • 2017
  • ISBN: 9783570103234
  • Taschenbuch
  • 12, 99 Euro
Klappentext:
Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt ...
( Quelle: C. Bertelsmann Verlag)

Kurze Zusammenfassung:
Vor 8 Jahren wurde Julie nachts aus ihrem Zimmer entfürt. Julies kleine Schwester hat es zwar mitbekommen, aber sie konnte weder helfen, noch führte das Gesehene auf die Spur des Entführers.
Irgendwann ist die Zeit der Suche vorbei, Plakate werden abgehängt, Aufrufe verschwinden und der Fall ist alt und kalt.
Anna wartet aber immer noch auf ihre Tochter, wenn nicht lebendig, dann wenigstens zum Begraben.
Eines Tages steht eine junge, verwahrloste Frau vor Annas Tür und behauptet die verschwundene Julie zu sein.
Vom ersten Eindruck her kann das gut sein, und Anne will es einfach, sie will so sehr, dass diese Frau Julie ist.
Doch einfach wird die Rückkehr für keinen der Beteiligten. Ganz im Gegenteil, neben Zweifel macht auch Julies seltsames Verhalten ein Zusammenleben schwer.
Dann steht auch noch ein Ermittler vor Annes Tür und behauptet, dass die junge Frau nicht Julie ist.

Fazit:
Das Thema ist ja schon sehr spannend, gerade für Mütter und Familien. Was kann man sich schlimmeres vorstellen als die Entführung eines Kindes und die gnadenlose Ungewissheit.
Diese Gefühle sind in Anna außergewöhnlich gut dargestellt. Da überwiegend aus Annes Perspektive erzählt wird, kann man jedem ihrer Gedanken lauschen und ihre Zerissenheit mitfühlen.
Anne war auch die Person, die mich durch das Buch gezogen hat und auch bisweilen nicht mehr losgelassen hat.
Nach einem sehr, sehr gelungenen Anfang wurde es dann aber irgendwann etwas kompliziert. Auf einmal erzählten irgendwelche Frauen und ich habe es erst gar nicht verstanden. Weder wer die Personen waren, noch, was sie von mir wollen könnten.
Nachdem ich mich durch diese Irritation gearbeitet habe, wurde mir dann klar, was diese eingeschobenen Erzählungen bedeuten könnten, trotzdem wurde ich immer wieder etwas aus dem Lesefluß gerissen.
Da mein Alltag in den letzten Wochen sehr zerissen war und ich viel in Hotelzimmer schlief, war das Buch für diese Situation nicht ganz richtig. Ich habe unheimlich lange gebraucht, da man zwischen durch auch konzentriert lesen muss und ich deswegen immer mal wieder zurück blättern musste.
Das war schade, denn das hat der Schreibstil von Amy Gentry gar nicht verdient. Sie schreibt locker. flüssig und sehr gut lesbar. Eingängig und eigentlich schön.
Auch waren die Personen gut herausgearbeitet. Anne und Julie auf jeden Fall, mit dem Vater der Familie wurde ich nicht wirklich warm, aber das kann auch gut an seiner Rolle im Geschehen liegen.
Insgesamt ist es nicht der Thriller, als der er angepriesen wird, aber trotzdem ein spannender und interessanter Roman, der mich auch zum Nachdenken anregte.

Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar


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