Donnerstag, 22. Juli 2010

Rezension: Die geheime Sammlung von Polly Shulman




PAN Verlag
Seitenzahl: 352
Preis: 14,95 Eur
ISBN 978-3-426-28331-8
Erscheinungstermin: 05.05.2010

Klappentext des Pan Verlag:
»Ich halte mich für ziemlich helle. Ich bin kein Mädchen, das glaubt, dass die Wirklichkeit wie ein Märchen ist. Aber als ich den Spiegel sprechen hörte, da wusste ich, dass ich mir das nicht eingebildet hatte. Das war Zauberei!«

Es ist nicht leicht, eine Außenseiterin zu sein. Doch dann bekommt Elizabeth einen Aushilfsjob in einem ganz besonderen Museum, dem New Yorker Repositorium der verleihbaren Schätze, in dem man Kunst und Krempel, Wertvolles und Verrücktes ausleihen kann: alte Möbel, schönen Schmuck, eine Perücke, mit der Marie Antoinette einst durch ihr Schloss stolzierte. In den geheimnisvollen Lagerhallen fi ndet Elizabeth aber auch endlich echte Freunde, die bereit sind, mit ihr durch Dick und Dünn zu gehen. Und die braucht sie dringender, als sie geahnt hat – denn verborgen im Keller gibt es noch eine ganz besondere Sammlung, deren Schätze allesamt magische Kräfte haben. Nun beginnt jemand, ihnen den Zauber zu rauben. Nur Elizabeth kann dies verhindern, aber damit bringt sie sich selbst in große Gefahr …
Ein magisches Leseabenteuer über neue Freunde, echte Helden und die erste Liebe!

Elizabeth ist neu an ihrer Schule und das ist nicht der einzige Mißstand in ihrem Leben.
Ihre Mutter ist tot und sie lebt mit ihrem Vater bei ihrer Stiefmutter.
Mit dieser kommt sie zwar irgendwie klar, aber es ist eben nicht die richtige Mutter.
Leider geht es der Familie finanziell nicht so gut, da der Vater für die Collegeausbildung der Stiefschwester aufkommen muß.
Das nimmt Elizabeth doch etwas übel, aber ändern kann sie nichts.
Ein wenig Halt findet sie bei ihrem Lieblingslehrer Mr. Mauskopf.
Nachdem er Elizabeth bei einer guten Tat beobachtet hat und sie eine sehr gut Arbeit über die Brüder Grimm abliefert, vermittelt er ihr einen Job.
Sie darf im New Yorker Repositorium der verleihbaren Schätze arbeiten.
Staunend taucht sie in diese neue Welt ein und je tiefer sie in das Repositorium eingeweiht wird, desto geheimnisvoller werden die Schätze mit denen sie umgehen darf.
Doch nicht nur die Schätze sind faszinierend, auch ihre Kollegen beschäftigen Elizabeth sehr.
Ganz besonders der Baseketball-Star ihrer Schule Marc Merritt geht ihr nicht mehr aus dem Kopf.
Leider kann sie sich nicht sehr auf ihre Verliebtheit konzentrieren, denn eine Sammlung des New Yorker Repositorium der verleihbaren Schätze wird akut bedroht.
Nach und nach werden unersetzliche Schätze gestohlen und nicht nur die Schätze geraten in Gefahr.
Elizabeth erlebt nun ein Abenteuer das sie und ihr Leben vollkommen durcheinander wirbelt.
Zudem hat sie nun endlich eine wirkliche Freundin und erlebt den Kuß wahrer Liebe.

Fazit:
Wunderbar.
Wirklich wunderbar.
Dieses Buch spielt in der gleichen Liga wie ein Harry Potter, obwohl ich "Die geheime Sammlung" persönlich viel besser finde.
Die Geschichte ist märchenhaft und läßt den Leser die Realität vergessen, in fieberhafter Erwartung was die nächste Seite bringt.
Es gab keine lahme oder schleppende Stelle für mich und die Personen waren so glaubhaft und plastisch dargestellt, das es mich nicht verwundert hätte, Elizabeth in meinem Wohnzimmer zu sehen.
Auch die verwunschenen Gegenstände und deren Kräfte wurden so glaubhaft und selbstverständlich eingeflochten, das ich sie beim Lesen, nicht einmal in Frage stellte.
Im Gegenteil, ich wurde oft an meine Kindheit und die Märchenphase erinnert, in der ich mir einen fliegenden Teppich oder ein Tischlein-deck-dich gewünscht habe.

Fazit meines Sohnes:
Mein Sohn mag es realistisch und wenn er Fantasybücher liest, sollen sie doch bitte in unserer realen Welt spielen und nicht in irgendeinem Elfenkönigreich.
Es darf gezaubert werden, aber wenn ein Protagonist einsam ist, soll auch geschrieben stehen, das er einsam ist.
Er mag es nicht wenn drumherum geredet wird oder alles zu glatt läuft.
Er kann es nicht leiden wenn der Held immer gut ist, immer gewinnt und immer viele beste Freunde hat.
Von der geheimen Sammlung war er absolut begeistert.
Dieses Buich hat alle seine Ansprüche an Realismus befriedigt.
Er konnte Elizabeth glauben und auch der fast perfekte Marc Merrit hatte genug Probleme, Ecken und Kanten, das er als normaler Mensch gelten konnte.
Mit fast 12 Jahren ist Sohn noch genug in der Märchenwelt verhaftet das er sich vom New Yorker Repositorium der verleihbaren Schätze verzaubern ließ, aber schon genug gereift das er die Probleme der Heranwachsenden gut nachvollziehen konnte.
Das war seit langem das erste Buch das er mit einem wohligen Seufzer zuklappte und gleich nach dem zweiten Band fragte.

Vielen Dank an den Pan Verlag für dieses Rezensionsexemplar