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Freitag, 6. Mai 2022

"Gewittermädchen" von Anna Downes


 


  • Diana Verlag
  • Broschiertes Buch
  • Seitenzahl: 447
  • Erscheinungstermin: 11. April 2022
  • ISBN: 9783453360938
  • 11,00 Euro


Klappentext:
Emily erhält von ihrem Chef Scott ein großartiges Angebot: Er lädt sie ein, in sein Familienanwesen an der französischen Küste zu ziehen. Dort soll sie Scotts Ehefrau Nina als Kindermädchen für Aurelia zur Hand gehen. Überbordender Luxus erwartet Emily auf Querencia, die anmutige Nina betört mit ihrem Charme und laue Abende am Pool verstreichen in sommerlicher Unbeschwertheit. Doch der perfekte Schein trügt. Zunächst verschließt Emily die Augen vor den Ungereimtheiten, die nicht ins Bild der makellosen Familie passen wollen. Aber im Haus geht Unerklärliches vor sich. Scott und Nina verbergen etwas. Aurelia ist kein normales Kind. Emily beginnt Fragen zu stellen - und erkennt zu spät, welche Rolle sie in diesem heimtückischen Spiel hat ...
(Quelle: Diana Verlag)


Inhalt:
Für Emily läuft es gar nicht gut.
Ihr letztes Vorsprechen hat sie mehr oder weniger ziemlich verbockt, der Beziehung zu ihrer Mutter  hat sie den Rest gegeben, als sie statt ihrer Mutter zum Geburtstag zu gratulieren um Geld bettelte und nun hat sie auch noch ihren Job und ihre Schauspielagentin verloren.
Man könnte fast glauben, das Leben hätte sich gegen Emily verschworen.
Aber nicht das Leben hat sich gegen Emily verschworen, sondern ihr Chef Scott hat Emily Lebensumstände zu seinen Gunsten beeinflusst um ihr dann ein überraschend gutes Jobangebot zu machen.
Emily soll auf Scotts luxuriösem Anwesen in Südfrankreich als Kindermädchen für Scotts Tochter Aurelia arbeiten.
Da Emily nichts mehr zu verlieren hat, sagt sie zu und verlässt England um fortan in Südfrankreich zu arbeiten.
Als Emily auf dem Anwesen ihres Chefs ankommt, ist sie überwältigt. Unendlicher Luxus, eine fantastische Landschaft und ein paradiesischer Garten lassen ihre Entscheidung als die beste Entscheidung ihres Lebens aussehen.
Doch nach und nach beginnt Emily an dem vermeintlichen Paradies zu zweifeln.
Was ist mit Aurelia, Scotts Tochter? Was ist mit Nina, Scotts Frau? Warum ist Scott so selten bei seiner Familie und warum darf Emily nie und auf keinen Fall das Herrenhaus betreten?
Als Emily endlich beginnt hinter die Fassade zu schauen, ist es fast zu spät der Gefahr noch zu entkommen ...


Fazit:
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt.
Emily und Scott erzählen abwechselnd. 
Emily plaudert aus ihrem kleinen Leben, beschreibt die missliche Lage in der sie steckt, beschwert sich über die Ungerechtigkeiten, die ihr widerfahren und sucht möglichst viel Schuld bei anderen.
Scott erzählt anfangs weniger aus seinem Leben, vielmehr beschreibt er, wie er Emily an den Punkt brachte, an dem ihr nichts anderes mehr übrig blieb, als sein Angebot nach Südfrankreich zu gehen, anzunehmen.
Damit weiß der Leser oft mehr als die Hauptfigur selbst weiß.
Wir wissen, dass Scott die Schauspielagentin bestochen hat, um Emily ohne Agentin stehen zu lassen, wir wissen, dass Scott Emily kündigen ließ, damit sie nicht nur ohne Agentin sondern auch ohne Job dasteht.
Auch im restlichen Verlauf des Buches wissen wir oft mehr als Emily weiß und der Leser muss hilflos zuschauen, wie die Falle zuschnappt, wie Emily zum Spielball wird.
Manchmal hatte ich zwischendrin, fast wie im Kasperletheater, den Impuls ihr eine Warnung zuzurufen ... aber so ist das in der zweidimensionalen Welt der Bücher: ich höre das Buch aber das Buch hört mich nicht.
Ich würde das Buch letztendlich nicht unbedingt als Thriller bezeichnen, vielleicht als Psychothiller, Mysteriethriller oder "Gaslichtroman".
Nichtsdestotrotz fand ich das Buch sehr spannend, auch weil man den Figuren teilweise sehr Nahe kam. Ob es Scotts selbstverletzendes Verhalten ist, oder Emilys fast teenagerhaftes abwälzen von Verantwortung, man schaut zum Teil sehr tief in die Persönlichkeiten.
Diese teils intensive Nähe zu den Figuren, gepaart mit den vielen Mysterien die Scott, Nina und Aurelia begleiten, ergaben eine spannende Wechselwirkung.
"Gewittermädchen" hat mich auf jeden Fall bestens unterhalten.


Sonntag, 19. September 2021

"Nur ein Schritt" von Samantha M. Bailey


 


  • Diana Verlag
  • Taschenbuch
  • Seitenzahl: 336
  • Erscheinungstermin: 9. August 2021
  • ISBN: 9783453360655
  • 9,99 Euro


Klappentext:
»Nimm mein Kind!«, sagt die Fremde und stürzt vor den einfahrenden Zug. Morgan steht fassungslos mit dem Baby in den Armen am Gleis. Schnell gerät sie in Verdacht, nicht so unschuldig und ahnungslos zu sein, wie sie aussagt. Denn sie wünscht sich schon lange ein Kind. Doch wie konnte die Fremde das wissen? Und wieso hat sie Morgan in ihrem Testament berücksichtigt, obwohl sie einander noch nie begegnet sind? Morgan muss die Wahrheit herausfinden. Dabei stößt sie auf jemanden, der für die Erreichung seiner Ziele töten würde ... 
(Quelle: Diana Verlag)


Inhalt:
Morgan lebt alleine. Nachdem ihr Mann Gelder von Freunden, Familie und Anlegern veruntreute und verlor möchte kaum jemand mehr etwas mit Morgan zu tun haben.
Ihr Mann beging Selbstmord und konnte Morgan in den anschließenden Ermittlungen dadurch nicht entlasten. So konnte wurde nie der Verdacht ausgeräumt, dass Morgan von der Veruntreuung nichts wusste.
Jetzt hat sie weder einen Mann, noch konnte sie ihre Leitungsposition behalten und auch ihr großer Wunsch nach einem Kind wird wohl unerfüllt bleiben.
Bis Morgan eines Tages wie immer auf ihren Zug wartet und ihr ein Baby in den Arm gelegt wird.
Die Mutter des Kindes, ungepflegt und vermutlich aus schlechten Einkommensverhältnissen, scheint sie zu kennen. Morgan ist Sozialarbeiterin und die Fremde passt in ihr Klientel.
Doch bevor Morgan reagieren kann, liegt die Mutter des Kindes tot im Gleisbett.
Die Ermittlerin, die entscheiden muss, ob hier Mord oder Selbstmord vorliegt, ist ausgerechnet die Ermittlerin die nach dem Selbstmord von Morgans Mann nicht glaubte das Morgan vollkommen unschuldig sei...


Fazit:
Morgan und Nicole: zwei Frauen wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten.
Nicole ist eine überaus erfolgreiche Geschäftsfrau mit einer tollen besten Freundin und einen liebevollen Ehemann. Zum großen Glück fehlte ein Kind und nun ist Nicoles Mutter eines kleinen Mädchens.
Morgan, eine degradierte Sozialarbeiterin, die Freunde und Familie innerhalb eines Finanzskandals verlor und weder Mann noch Kind hat.
Beider Frauen haben keine Berührungspunkte und doch legte Nicole ihre Tochter Quinn in Morgans Arme.
Morgan, von allen alleine gelassen und nun unter Mordverdacht muss dieses Rätsel selbst lösen.
Sie hat die Wahl sich dem Schicksal hinzugeben und vielleicht schon wieder die Folgen einer Tat zu tragen, die sie nicht verursacht hat, oder endlich wieder ihr Leben in die Hand zu nehmen und sich von jedem Verdacht zu befreien.
Aber jemand trägt die Verantwortung für Nicoles tot und dieser Jemand will verhindern, dass Morgan zu viel erfährt.

Es wird abwechselnd Morgans Leben nach Nicoles tot und Nicoles Leben bis zu ihrem Tod erzählt.
Der eine Handlungsstrang nähert sich aus der Vergangenheit dem Jetzt und der andere Handlungsstrang bewegt sich vom Jetzt an vorwärts.
Morgan erzählt aus der Ich-Perspektive und Nicoles Leben wird aus der dritten Person beschrieben.
Das schafft von Anfang an eine Nähe zu Morgan und eine beobachtende Distanz zu Nicole.
In Nicoles Umfeld kommen so ziemlich alle Personen für diese Tat in Frage, aber auch in ihrer Vergangenheit gibt es einen schwarzen Fleck. In jungen Jahren verstarb, während Nicole die Aufsicht hatte, ein Kind am plötzlichen Kindstot und die Mutter gibt Nicole bis heute die Schuld.
Daraus entwickelte die Autorin in psychologisches Verwirrspiel in dessen Zentrum die  beiden unterschiedlichen Frauen stehen.
Ich fand das Buch sehr spannend, obwohl ich recht schnell einen Verdacht hatte, der sich zum Schluss auch bestätigte.
Das tat der Spannung aber keinen Abbruch, ich vermutete ja nur und konnte genießen, wie sich meine Ahnung immer mehr erhärtete.

Samstag, 3. November 2018

Rezension "Die Ausgeschlossene" von Gitte Lindahl



  • Taschenbuch
  • Diana Verlag
  • 302 Seiten
  • Erscheinungstermin: 8. Oktober 2018
  • ISBN: 9783453359314
  • 9,99 Euro



Klappentext:
William Falk sieht in einem Stockholmer Restaurant eine junge Frau, die seiner verstorbenen Geliebten wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Kurz darauf erhalten er und seine Frau Kristen einen Anruf: In ihrem Ferienhaus wurden zwei Menschen erschossen. Hat die Doppelgängerin etwas mit den brutalen Morden zu tun? Schon bald wird klar, dass alle Beteiligten Dunkles zu verbergen haben. Eine Fahrt in die Abgründe der Seele beginnt.
(Quelle: Diana Verlag)


Kurze Zusammenfassung:
William Falk ist ein erfolgreicher Schmuckdesigner und glücklich verheiratet. Seit 10 Jahren teilt er sein Leben mit seiner Frau Kristen.
Eigentlich hat er sich ganz und gar in Kristens Hand begeben, aber Kristen opfert sich für ihn und die Firma hingebungsvoll auf und die gemeinsame Ehe funktioniert gut. Sie haben zwar kaum mehr Sex, sind aber ein außerordentlich gutes Team.
Doch ist Kristen nicht Wills große Liebe. Seine große Liebe ist Madeleine, mit der er immer wieder mal zusammen war, aber nie ganz und gar.
Jetzt ist Madeleine tot und trotzdem meint William ihr begegnet zu sein.
In einem Restaurant sieht er eine Frau, die Madeleines Ebenbild zu sein scheint.
Er hat kaum verarbeitet was er da gesehen hat, als die Nachricht kommt, dass die beste Freundin seiner Frau in Wills und Kristens Ferienhaus ermordet wurde. Doch auch hier kann er sich nicht richtig mit dem Geschehen auseinandersetzen, denn die unbekannte Frau, Madeleines Ebenbild, drängt sich massiv in Williams Leben.
Williams spürt, dass die Frau einen Plan hat, dass er ihr nicht ganz vertrauen kann, aber er merkt auch, dass Kristen ebenfalls eigene Pläne hat, die sie geschickt verbergen kann .....


Fazit:
Gitte Lindahl .... schwedisch? Bestimmt. Also habe ich hier einen schwedischen Krimi erwartet und schon nach wenigen Seiten merkte ich, dass die Story gar nicht so nordisch aufgebaut ist, wie ich es erwartet habe.
Sie ist irgendwie "deutscher" aufgebaut. Also habe ich schnell nachgeschaut und festgestellt, dass Gitte Lindahl Deutsch-Schwedin ist und in Deutschland lebt.
Gut, dann habe ich auch verstanden, warum Name und Storytelling für mich nicht so zusammenpassten.
Die Story ist dennoch absolut spannend und hat auch die für nordische Krimis typischen Verwicklungen, aber nicht so viele Handlungsstränge, wie wir von nordischen Autoren gewohnt sind.
Mich hat der Roman gepackt, vordergründig bekomme ich Leben und Beziehungen erzählt, die alltäglich sind. Schlafen, Essen gehen, arbeiten, Eheroutine .... alles alltäglich.
Im Hintergrund ist es aber alles andere als alltäglich. Im Hintergrund passieren keine Routinen, da laufen ausgeklügelte Pläne ab. Da wird verborgen, verheimlicht und gelogen, was das Zeug hält.
Je mehr man hinter den schönen äußeren Schein schaut, desto größer werden die Abgründe, 
Was mir auch sehr gefallen hat, ist die Tatsache, dass dieser Krimi nicht auf einen Ermittler aufgebaut ist, sondern das die drei Hauptfiguren die Geschichte tragen.
Gitte Lindahl hat hier einen richtig spannenden Psychothriller geschrieben, der mich wirklich gut unterhalten hat.


Samstag, 4. August 2018

Rezension " Lilien im Sommerwind" von Nora Roberts



  • Diana Verlag
  • Broschiertes Buch
  • 526 Seiten
  • 2019
  • ISBN: 9783453359864
  • 9,99 Euro


Klappentext:
Mit acht Jahren wird Tory Zeugin des gewaltsamen Todes ihrer besten Freundin. Achtzehn Jahre später kehrt sie in ihre Heimatstadt zurück, um den Mord an Hope aufzuklären. Mutig beginnt Tory mit ihren Nachforschungen. Dabei verliebt sie sich in Hopes Bruder Cade, der ihr bei der Suche nach dem Mörder zur Seite steht. Bald stellt sich jedoch heraus, dass dieser Fall nur der Anfang einer ganzen Serie ähnlicher Morde war. Und diese Serie ist noch nicht zu Ende.
(Quelle: Diana Verlag)


Kurze Zusammenfassung:
Victoria Bodeen hat eine ganz besondere Gabe. Sie fühlt was andere Menschen fühlen und kann auch durch ihre Augen sehen.
So hat sie auch das Verbrechen an ihrer besten Freundin Hope mit angesehen und konnte die Polizei dorthin führen, wo Hopes Leiche lag.
Für Hopes Familie schien es allerdings, als sei Tory Bodeen bei dem Verbrechen dabei gewesen und hätte Hope im Stich gelassen.
Tory ist fortan Ausgestoßene und sie sucht ihr Glück woanders. Doch auch dort wird ihr ihre Gabe zum Verhängnis.
Sie hilft der Polizei bei Ermittlungen und dabei kommt ein Kind zu Tode.
Nun kehrt Victoria in ihre Heimatstadt zurück und möchte den Mord an Hope aufklären.
Unter dem Schutzmantel eines Geschenklädchens versucht sie Fuß im Ort zu fassen und herauszufinden wer Hope vor 18 Jahren getötet hat.
Doch kaum ist sie angekommen stirbt wieder ein Mensch. Eine junge Frau wird gequält und erwürgt. Tory weiß sofort, dass hier Hopes Mörder am Werk war. Sie spürt auch, dass der Mörder sie beobachtet und immer näher rückt.
Während Tory im Geheimen die Spuren zum Mörder verfolgt begegnet sie Cade, Hopes Bruder.
Schneller als Victoria Bodeen liebt ist spürt sie, dass Cade mehr möchte als eine Kinderfreundschaft aufzufrischen, doch sie hat Angst sich auf Hopes Familie einzulassen.
Cade allerdings lässt nicht locker und auch der Mörder zieht seine Kreise immer enger um Tory .....


Fazit:
Ein  herrlich romantischer Sommerroman, der super in diese lauen Nächte passt.
Nora Roberts ist für eine große Portion Romantik immer gut, was ich allerdings an ihr so schätze, ist, dass sie seltenst mal in schwülstigen Kitsch abgleitet.
Meist sind ihre Romane ein schöner Mix aus Liebe, Crime und schönen Landschaftsbildern.
Ich konnte mir Torys Südstaatenkleinstadt, umgeben von Sümpfen und Baumwollfarmen, gut vorstellen und auch die Personen waren schön plastisch beschrieben.
In diesem Buch hat mir aber eine Nebenfigur am besten gefallen.
Faith, Hopes Zwillingsschwester, die zu Beginn ein egoistisches Biest war, entwickelt sich im Laufe des Romans zu einer fürsorglichen Freundin. So als könnte Faith, je mehr sie Hope loslässt, die Charaktereigenschaften, die eigentlich Hope zugesprochen wurden, zulassen.
Mir hat es gut gefallen, zu lesen, wie aus der einsamen und biestigen Faith eine Frau mit erfüllten Beziehungen wird und wie sich beides gegenseitig bedingt.
Faith musste schon den ersten Schritt tun, aber es mussten auch ausreichend Menschen bei ihr sein, die ihr bedingungslose Freundschaft entgegenbrachten.
Die Liebe zwischen Tory und Cade war auch wunderschön beschrieben, genau richtig für diesen Sommer.
Bei mir ist es gerade so heiß in der Wohnung, dass mein Rechner ständig überheizt und es hat für mich gut gepasst, von der glühenden Sonne der Südstaaten zu lesen.
Aber Liebe passt ja eigentlich immer: in laue Sommernächte, wie auch in kuschelige Wintertage.
Für mich sind die Romane von Nora Roberts immer ein bißchen wie Ferien für die Seele.
Man taucht eine Zeit lang in eine Welt voller Liebe und Romantik ein und genießt, dass einfach jeder Missstand repariert werden kann und alles irgendwann gut wird.
Mir tut das gut, gerade wenn Arbeit und Alltag etwas anstrengend sind.
Nora Roberts hat auch hier wieder den Auftrag mich bestens zu unterhalten gut erfüllt :)


Samstag, 28. Oktober 2017

Rezension " Licht in tiefer Nacht " von Nora Roberts



  • Diana Verlag
  • Hardcover
  • 543 Seiten
  • 2017
  • ISBN: 9783453292000
  • 19,99 Euro

Klappentext:Sein Lächeln war freundlich, seine Augen dunkel. Ihr größter Fehler war, ihm zu vertrauen.
Die prächtige Bodine Ranch in Montana ist seit Generationen ein familiengeführtes Gestüt. Unter der erfolgreichen Leitung der jungen Bodine Longbow wurde das Anwesen zu einem beliebten Feriendomizil ausgebaut. Doch so lange Bodine denken kann, liegt ein dunkler Schatten über diesem idyllischen Ort. Ihre Tante Alice lief mit achtzehn fort und wurde nie wieder gesehen. Was niemand von den Longbows ahnt: Alice lebt. Nicht weit von ihrer Heimat entfernt, ist sie Teil einer Familie, die sie nicht selbst gewählt hat...
(Quelle: Diana Verlag)

Kurze Zusammenfassung:
Alice ist gerade 18 Jahre alt, als ihr das Leben auf der Ranch in Montana zu eng wird. Klammheimlich verschwindet sie am Hochzeitstag ihrer Schwester Maureen. Drei Jahre später kehrt Alice zurück, gescheitert, hungrig und beschämt. Sie hat niemanden Bescheid gesagt und  muss nun, im tiefsten Winter, die letzten 20 Meilen zu Fuß zurücklegen. Bis ein Auto anhält und sie mitnimmt. Doch Alice kommt nie auf der Longbow-Ranch an, sondern gerät in die Fänge eines religiösen Spinners, der sie nun als Frau und Gebärerin gefangen hält.
Alice hat keine Außenkontakte mehr, eingesperrt und mit einer Fußkette gefesselt bekommt sie zahlreiche Kinder, die ihr alle fort genommen werden.
Jahre vergehen, von Alice Gefangenschaft ahnt niemand etwas in ihrer Familie und die Ranch erblüht zu neuer Größe.
Landwirtschaft, Pferdezucht und ein großes Urlaubsresort entstehen innerhalb von 20 Jahren und Bodine Longbow, Maureens Tochter, ist die erfolgreiche Chefin des Resorts.
Für Bodine läuft alles sehr gut, bis Callum Skinner wieder auftaucht. Auch Callum ist aus der Enge Montanas nach Hollywood geflüchtet und auch er ist nach Hause zurück gekehrt. Doch im Gegensatz zu Alice hatte er in Hollywood großen Erfolg und ist zur Ruhe gekommen.
Cal war Bodines Teenagerschwarm und auch er hatte Gefühle für Bodine und als sie sich nun erneut begegnen flammen die alten Gefühle wieder auf.
Aber beide haben ihre Gründe sich nicht diesen Gefühlen hinzugeben, obwohl sie sich immer mehr zueinander hingezogen fühlen.
Nicht lange nachdem Callum auf der Ranch angekommen ist wird eine Angestellte des Resorts tot aufgefunden und Cal ist der Hauptverdächtige ....


Fazit:
Hach, was für ein netter Liebesroman. Ein bisschen Spannung, eine ausreichende Menge an Schicksalsschlägen, eine gehörige Portion Liebe und "perfekte" Protagonisten ergeben hier das Rezept für einen schönen Liebesroman der mir die kalten Herbstabende versüßt hat.
Bodine, wie auch ihre Familie und die meisten anderen Personen sind sympathisch, haben Erfolge und besitzen fast alle positiven Attribute, die einem so einfallen können.
Das mach das Lesen so angenehm. Man kann einfach mal in eine schöne Wunschwelt eintauchen und die Sorgen des Alltages vergessen. Klar gibt es auch ein paar Fieslinge, doch die muss es ja geben, damit das Gute siegen kann.
Eigentlich ist dieser Roman nichts anderes als ein modernes Märchen und moderne Märchen tun der Seele manchmal einfach gut.
Nora Roberts ist eine Meisterin im Erzählen von Liebesgeschichten und auch hier passte mal wieder alles. Das Einzige was mich ein klein wenig gestört hat, war ..... hm .... das kann ich kaum erklären ohne zu spoilern, aber ich versuche es einfach mal. Es kommt eine ziemlich traumatisierte Person in dem Roman vor und die Art wie sie gesprochen hat, hat mich etwas gestört. Das kann allerdings daran liegen, weil ich reichlich in Traumapädagogik fortgebildet bin und dadurch vielleicht einiges etwas anders sehe.
Für jemanden, der nicht in diesem Bereich arbeitet, sieht das aber vielleicht ganz anders aus.
Nichtsdestotrotz hat mir dieser Roman Spaß gemacht und mich beim Lesen so manche Sorge vergessen lassen.
Nora Roberts hat mir bisher mit jedem ihrer Bücher wunderbare Lesestunden beschert und das ist ihr mit "Licht in der Nacht" auch wieder gelungen.



Vielen Dank an den Diana Verlag für dieses Rezensionsexemplar






Freitag, 9. Juni 2017

Rezension " Die Bestimmung des Bösen " von Julia Corbin



  • Taschenbuch
  • Diana Verlag
  • 416 Seiten
  • 2017
  • ISBN: 9783453359345
  • 9,99 Euro

Klappentext:
"Schließ die Augen und zähl bis hundert." Dies sind die letzten Worte, die Alexis von ihrem Vater hört. Kurz darauf sind ihre Eltern tot, und das kleine Mädchen bleibt als Waise zurück, verfolgt von traumatischen Erinnerungen.

Dreiundzwanzig Jahre später ist Alexis Hall Kommissarin bei der Mannheimer Kripo. Doch die wahren Gründe, warum sie zur Polizei ging, kennt niemand. Als mehrere brutal entstellte Frauenleichen in einem Wald entdeckt werden und sie die Ermittlungen leiten soll, holt sie ihre Vergangenheit ein. Denn die weißen Anemonen, mit denen die Leichen geschmückt sind, kennt Alexis nur zu gut aus ihrer Kindheit ...
( Quelle: Diana Verlag )

Kurze Zusammenfassung:
Alexis darf zum ersten Mal einen Fall leiten. Obwohl sie noch sehr jung ist und obwohl dieser Fall an Grausamkeit kaum zu überbieten ist.
Zwei Frauenleichen werden im Wald gefunden, die Frauen starben zu unterschiedlichen Zeitpunkten und wurden im Wald abgelegt und in Pose gesetzt. Kaum hat Alexis herausgefunden, dass die Frauen auf perfideste Weise zu Tode kamen und Spuren zu ihrem Onkel führen, werden schon die beiden nächsten Frauenleichen gefunden.
Auch hier laufen die Fäden wieder bei ihrem Onkel zusammen, für Alexis kaum erträglich, denn sie redet mit ihrem Onkel seit Jahren kein Wort mehr und ihre Kollegen kennen weder Alexis Vorgeschichte noch die familären Verwicklungen.
Als sie sich dann auch noch von ihrem Freund trennt scheint Alexis den Boden unter den Füßen zu verlieren.
Ihr Kater kommt zu Tode, im Garten schleicht ein Maskenmann und sie selbst irrt nachts im Schlaf herum und wacht zerkratzt und verschmutzt wieder auf.
Dann wird ihre Nachbarin ermordet, Alexis DNS ist überall auf der Leiche verteilt und ein Kollege lüftet ihre Vergangenheit ... nun bricht Alexis Fassade zusammen und sie muss sich der grausamen Wahrheit stellen.

Fazit:
" Die Bestimmung des Bösen" ist ein Thriller-Debut.
Total spannend, temporeich und mit einer gelungenen Ermittlerin. Die Geschichte ist haarsträubend und insgesamt gut gelöst. 
Der Roman hat mich einige Abende sehr gut unterhalten ... auch wenn ich gelegentlich meine Balkontür mit Skepsis betrachtet habe ..... ( wird doch kein Maskenmann herumspringen ;) )
Trotzdem, finde ich, kann man hier und da lesen, dass es ein Debut ist.
Manchmal war die Sprache etwas hölzern und und manche Szenen hatten etwas leicht konstruiertes.
Ich denke aber, ich habe es nur bemerkt, weil ich eben unheimlich viel lese und mir sofort dieses klitzekleine Hakeln im Lesefluss auffiel.
Ich mag damit das Buch auf keinen Fall kritisieren, es gehört aber für mich einfach mit in ein Fazit.
Sehr begeistert haben mich die vielen forensichen Ausführungen. So etwas mag ich ja sehr und diese Ausführungen sind Julia Corbin richtig gut gelungen.
Es wird viel erklärt ohne das man sich langweilt oder das Gefühl bekommt belehrt zu werden. Da zum Glück ;) eine der Protagonistinnen forensische Pathologin ist wurden die medizinischen und forensichen Details auch gut in Gespräche eingefunden. So floß die Unterhaltung zwischen Ermittlerin und Pathologin so vor sich hin und ich habe unheimlich viel über Bestimmung des Todeszeitpunkt und Besiedelung der Toten durch Maden und Käfer gelernt.
Das ist richtig klasse und kenne ich so nur aus amerikanischen Thrillern. Toll, dieses Gebiet nun auch mal in einem deutschen Krimi zu finden.
Insgesamt ist dieses Debut richtig gut gelungen und ich freue mich schon auf Folgebände, hoffentlich mit dieser taffen und doch sensiblen Ermittlerin.

Vielen Dank an den Diana Verlag für dieses Rezensionsexemplar


Sonntag, 14. Mai 2017

Rezension "Das Seehaus " von Kate Morton




  • Taschenbuch
  • Diana Verlag
  • 622 Seiten
  • 2017
  • ISBN: 9783453359468
  • 9,99 Euro

Klappentext:

Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem prachtvollen Mittsommernachtfest auf dem herrlichen Landgut ihrer Familie entgegen. Noch ahnt niemand, dass die Ereignisse dieser Nacht die Familie auseinanderreißen werden.
Siebzig Jahre später stößt die Polizistin Sadie auf ein verfallenes Haus am See. Und sie erfährt, dass damals ein Kind verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld.

( Quelle: Diana Verlag ) 

Kurze Zusammenfassung:

Auf Loeanneth wird Mittsommer gefeiert. Ein großes Ereignis und Alice Edevane fiebert dem Fest entgegen, Während der Vorbereitungen ist sie sehr damit beschäftigt den Gärtnerjungen Ben zu beobachten und anzuschmachten. Es sind wunderbare Tage im Leben einer 16 jährigen, die sorglos die Zeit genießen kann.
Bis der Tag nach Mittsommer das Leben von Alice und ihrer Familie abrupt in einen Strudel voller Unglück und Schuld zieht.
Alice kleiner Bruder Theo verschwindet. Spurlos. Für immer.
Theo ist erst 11 Monate alt und kann er von alleine weggelaufen sein? Es gibt viele Fragen und keine Antworten und die Familie hält nun ein Leben auf Loeanneth nicht mehr aus.
Der Landsitz wird verlassen und Alice zieht mit ihrer Familie nach London. Dort lebt Alice nun auch heute und ist als Schriftstellerin sehr erfolgreich.
Auch Sadie lebt in London, dort ist sie Detective. Die Polizistin zieht sich einige Zeit aus ihrem Beruf zurück und verbringt diese Zeit bei ihrem Großvater in Cornwall.
Sadie hat eigentlich genug mit sich selbst zu tun, ihr Rückzug ist mehr oder weniger unfreiwillig geschehen, doch sie stößt nach kurzer Zeit auf Loeanneth und seine Geschichte.
Sadie wäre nicht die Polizistin, die sie nun mal ist, wenn sie nicht fast magisch von dem Verschwinden des kleinen Jungen und dem verlassenen Landsitz angezogen wäre.
Um das Geheimnis von Theo zu lüften nimmt Sadie Kontakt zu Alice auf, doch Alice scheint kein Interesse daran zu haben.
Aber Sadie läßt nicht locker und kommt der Geschichte der Familie Edevane immer näher .....

Fazit:

Bisher hatte ich noch nichts von Kate Morton gelesen und war sehr gespannt auf dieses Buch. 
Geheimnisvoll mag ich und Familiengeschichten auch. Beides zusammen müsste dann perfekt sein.
Ja .... das war es dann auch.
Die Mischung aus Spannung, Familiengeschichte und Familiengeheimnissen ist hier sehr gut gelungen und der Roman hat mich gleich gepackt.
Da ich ansonsten etwas "bodenständiger" und "blutiger" lese musste ich mich erst an Kate Mortons Sprache gewöhnen. 
Diese Sprache ist sehr blumig und wenn es einen Wettbewerb in "Adjektive streuen" gäbe, Kate Morton hätte die ersten 10 Plätze sicher ;)
Allerdings schafft sie es aber auch mit Hilfe der vielen Adjektive intensive Bilder zu erschaffen und den Personen wie auch Orten eine unglaubliche Lebendigkeit zu verleihen.
Ich konnte in meiner Fantasie gut mit Kate Morton durch Cornwall streifen und mir die Landschaft, sowie das Anwesen der Familie Edevane sehr gut vorstellen.
Die Geschichte selbst ist ihr sehr gut gelungen, in sich absolut stimmig und folgerichtig. Mir kamen keine Zweifel auf und es wirkte auch nichts konstruiert. 
Ebenso waren auch die Personen stimmig. Sadie, die harsche Polizistin wurde genau so lebendig, wie Alice, mit ihrem fast lyrischen Seelenleben.
Auch die anderen Personen waren rund und passten in die Geschichte.
Nach dem Lesen des Buches habe ich gemerkt, dass ich Kate Mortons Schreibe sehr mag und sehr gerne mehr von ihr lesen werde.

Vielen Dank an den Diana Verlag für dieses Rezensionsexemplar.


Mittwoch, 23. Juni 2010

Rezension: Niemand den du kennst von Michelle Richmond



380 Seiten
Taschenbuch
8,95 Euro
ISBN: 978-3-453-35477-7

erschienen im Diana Verlag
in der Random House Verlagsgruppe

Klappentext:
Als Ellie das Notizbuch ihrer toten Schwester findet, kehren die Schatten der Vergangenheit zurück. Zwanzig Jahre ist es her, seit man Lilas Leiche in einem Waldstück bei San Francisco fand. Warum wurde der Fall nie aufgeklärt? War es wirklich nur ein mysteriöser Unfall? Auf ihrer Suche nach Antworten entdeckt Ellie eine Spur, die in eine gefährlich andere Richtung weist…

Ellie verliert im Teenageralter ihre große Schwester Lila.
Lila wird das Opfer eines Verbrechens und Ellie muß nun lernen ihr Leben ohne Lila zu gestalten und sie muß auch damit zurecht kommen, den wahren Täter nicht zu kennen.
Irgendwo in Ellie ist das Wissen, das der Tod ihrer Schwester auch ihr eigenes Leben und ihr eigens Ich in ein anderes verwandelt hat.
Ellie ist rastlos und auch unnahbar, denn auch die Geschehnisse nach Lilas Tod haben ihr Leben gefärbt.
Als Ellie viele Jahre später in Nicaragua Lilas vermeindlichen Mörder trifft, beginnt Ellie von Neuem mit der Suchen nach dem Grund von Lilas Tod und nach den Menschen die mit Lilas Tod verwoben sind.

Das Buch hat mich sehr berührt, denn die Autorin hat es geschafft Ellies Gefühle und Gedanken authentisch darzustellen.
Man verläßt nie Ellies Fokus und kommt ihr immer näher, bis man meint mit ihr zusammen die Straßen San Franziscos entlang zu laufen und mit ihr gemeinsam durch erhellte Fenster zu schauen.
Ellies Weg erscheint logisch und je mehr sich die Fäden verknüpfen, desto deutlicher wird Ellies Erlösung spürbar.
Man ließt, fiebert und fühlt mit, ohne das das Buch in Sensationslust oder einen krimitechnisch geschickten "Blutrausch" abgleitet.
Mit einfachen Mitteln und viel Einfühlungsvermögen ist ein zartes Buch über das Entstehen und Vergehen von Unglück und Tragödien entstanden, das sich zu lesen lohnt