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Dienstag, 16. September 2025

"Unbarmherzig" von Inge Löhnig


 


  • Gina Angelucci Bd. 2
  • Ullstein Verlag
  • Taschenbuch
  • Seitenzahl: 384
  • Erscheinungstermin: 31. Mai 2019
  • ISBN: 9783548290973
  • 13,99 Euro



Klappentext:
Gina Angelucci, Spezialistin für Cold Cases bei der Münchner Kripo, ist aus der Elternzeit in den Dienst zurückgekehrt. Ihr Ehemann und Kollege Tino Dühnfort betreut die kleine Tochter. Als in dem idyllischen Dorf Altbruck zwei Leichen gefunden werden, die mehrere Jahrzehnte verscharrt gewesen waren, übernimmt Gina die Ermittlungen. Die Identität der Toten nach so langer Zeit zu klären, erscheint zunächst als unlösbare Aufgabe. Dann wird klar, dass das weibliche Opfer aus dem Baltikum stammt. War sie eine Zwangsarbeiterin? Während Gina einen Mörder sucht, der vielleicht selbst nicht mehr am Leben ist, bemerken sie und Tino nicht, dass ihnen jemand ihr privates Glück missgönnt und es zerstören will.
(Quelle: Ullstein Verlag)


Was passiert:
Ella Loibl möchte einfach nur auf ihrem Rad den herrlichen Sommerabend genießen, als sie buchstäblich über Menschenknochen stolpert. 
In einem Kieshaufen, der illegal abgeladen wurde, befinden sie die Überreste zweier Unbekannter.
Die Identifizierung wird nicht leicht, liegen die Toten doch bestimmt seit mindestens 70 Jahren im Kies.
Gina Angelucci wird mit ihrer Abteilung für "Cold Cases" mit dem Fall betraut. Ihrem Chef würde es reichen, wenn sie zumindest klären könnte, wer die Knochen abgeladen hat, doch Gina möchte die Toten nach Hause bringen.
Währenddessen kümmert sich Ginas Mann Tino um ihre kleine Tochter. Eigentlich eine angenehme Zeit für Tino, wäre da nicht die seltsame Fremde, die Ginas kleine Familie zu stalken scheint ...


Fazit:
Eine berührende Geschichte spannend erzählt.
Seit Jahrzehnten liegen zwei Tote im Kies verscharrt und zwei Familien hoffen und Bangen seit eben diesen Jahrzehnten um den Verbleib ihrer Lieben. Genau so lange weiß ein Mensch was passiert und schaut zu, wie Angehörige an der Ungewissheit verzweifeln.
Alleine dieser Handlungsstrang ist total spannend, aber das wird noch getoppt, von der Geschichte der beiden Opfer.
Kairi, eines der beiden Opfer, wurde von den Nazis von Riga nach Altbruck verschleppt. Hier muss sie in den letzten Tagen des Krieges als Zwangsarbeiterin Patronen mit Schießpulver befüllen. Der schöne Franz, ein Aufseher stellt ihr nach und Anton, ein anderer Zwangsarbeiter bedroht sie. Über allem steht ihr Heimweh und die Sehnsucht nach Riga. Bis sie sich in einen jungen Altbrucker verliebt. Mit ihm erlebt sie die erste Liebe und schöpft neuen Lebensmut.
Gina Angeluccis Ermittlungen und Kairis Leben in der Vergangenheit werden abwechselnd erzählt und ich habe die Kapitel, die sich um Kairi drehten, geliebt.
Kairi wurde vor meinen Augen förmlich lebendig und ihre tiefen Gefühle berührten mich sehr.
Was mich am allermeisten berührte, waren die Folgen, die das Verbrechen hinterließ. Nichts geht spurlos vorbei und an bestimmten Ereignissen können Familien noch Jahrzehnte später kranken.
Inge Löhnig hat hier einen Krimi geschrieben, der das Gestern nahtlos mit dem Heute verbindet und Opfern eine Stimme gibt.
"Unbarmherzig" ist ein Buch, dass sich auf mehr als einer Ebene für mich gelohnt hat.

Mittwoch, 4. Juni 2025

"Sieh nichts Böses" von Inge Löhnig

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  • Kommissar Dühnfort Bd.8
  • List Verlag
  • Taschenbuch
  • Seitenzahl: 448
  • Erscheinungstermin: 16. Juni 2017
  • ISBN: 9783548613192
  • 12,99 Euro


Klappentext:
Der Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort ist glücklich wie nie zuvor. Gerade ist er mit Gina von der Hochzeitsreise zurückgekehrt, die beiden freuen sich auf ihr erstes Kind.
Doch ein überraschender Fund reißt Dühnfort aus seiner privaten Idylle. An einem nebligen Novembertag spüren Leichensuchhunde bei einer Polizeiübung den halb verwesten Körper einer jungen Frau auf. Neben ihr liegt eine kleine Messingskulptur - ein Affe, der seinen Unterleib bedeckt. Seine Bedeutung: Tu nichts Böses.
Dühnfort findet heraus, dass es sich um eine seit Jahren vermisste Frau handelt. Er stößt auf einen weiteren ungeklärten Mord und kommt so einem niederträchtigen Rachefeldzug auf die Spur, der noch lange nicht beendet ist. Denn wieder verschwindet eine Frau.
(Quelle: List Verlag)


Was passiert:
Konstantin Dühnfort, frisch verheiratet und gerade aus den Flitterwochen zurück am Arbeitsplatz, kann sein frisches Eheglück nicht wirklich genießen.
Während einer Prüfungseinheit für Suchhunde findet einer der Spürhunde eine Leiche. Die Tote liegt schon länger und ist kaum zu identifizieren.
Scheinbar sucht niemand nach der Toten, denn auch ein Aufruf in der Zeitung gibt dem Opfer keinen Namen.
Erst durch die Analyse des Zahnschemas wird klar, es handelt sich um die seit Jahren vermisste Veronika.
Veronika wurde weder von ihren Eltern noch von ihren Freunden als vermisst gemeldet, einzig ihre Tante machte sich Sorgen.
Dühnfort findet relativ schnell einen Verdächtigten, Jasper Seyboth, ein Schuldenberater hatte als letztes Kontakt zu Veronika und stand vor Jahren unter Verdacht sein Freundin getötet zu haben.
Der Verdacht verdichtet sich, als auch noch Anette Körber verschwindet.
Anettes letzter Aufenthaltsort war Seyboths Beratungsstelle ...


Fazit:
Ich mag die Krimis um Konstantin Dühnfort. Sie bieten mir eine leichte, aber dennoch spannende Unterhaltung. Wenn ich es nicht ganz so blutig möchte und trotzdem ein paar hundert Seiten lang einen guten Krimi genießen mag, dann ist ein "Dühnfort" die richtige Wahl für mich.
Ich mag seine Art zu ermitteln, ich mag seine Beziehung zu Gina, ich mag sogar seine Wohnung am alten Friedhof.
In "Sieh nichts Böses" werden wir mit Familien konfrontiert, die den Namen Familie schon lange nicht mehr verdienen, mit einer Mutter, die eine Lebenslüge an ihrem Kind ausließ und mit Brüdern, deren gewalttätiger Vater es schaffte die Persönlichkeiten der Jungen nachhaltig zu zerstören.
Gleichzeitig hat aber auch Dühnfort familiäre Problem. Gina ist schwanger und ihr Kind hat nur geringe Chancen auf ein normales Leben.
Inmitten dieser schwierigen Familiengeschichten, schmieden Dühnfort und Gina an ihrer eigenen Familiengeschichte und füllen diese mit Liebe.
Dieser Kontrast zwischen Beruf und Privatleben ließ die Fälle schlimmer erscheinen, denn Dühnforts funktionierende Beziehung schuf ein Gegengewicht zur Dysfunktionalität der oben genannten Familien.
Mir tat das gut, denn manchmal bekommt man in Krimis den Eindruck als würde nirgends eine Beziehung funktionieren. Ermittler befinden sich in destruktiven Beziehungen, die Opfer sowieso und auch die Täter sind in der Regel zerstörerisch für die Umgebung.
Ich fand es schön, hier immer wieder einen Gegenpol gezeigt zu bekommen.
Wie gesagt, ich mag die Krimis von Inge Löhnig und auch "Sie nichts Böses" hat mich richtig gut unterhalten.

Sonntag, 3. Dezember 2023

"Monster" von Nele Neuhaus

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  • Bodenstein/Kirchhoff Bd. 11
  • Ullstein Verlag
  • Hardcover
  • Seitenzahl: 556
  • Erscheinungstermin: 16. November 2023
  • ISBN: 9783550202254
  • 24,99 Euro


Klappentext:
Wer schuldig ist, entkommt nicht
Im Feld wird die Leiche eines jungen Mädchens gefunden. Die 16-Jährige Larissa wurde erdrosselt. Durch eine DNA-Analyse gerät ein abgelehnter afghanischer Asylbewerber, der erst zu einer Haftstrafe verurteilt, aber nach einer Haftbeschwerde auf freien Fuß gesetzt wurde, ins Visier der Polizei. Er kann untertauchen, bevor Pia und Bodenstein mit dem Mann sprechen können.
Auf einer Landstraße im Hintertaunus wird nachts ein Mann von einem Auto erfasst und getötet. Sein Körper ist übersät mit Bisswunden, sein Gesicht entstellt. Der Mann hatte bei einem illegalen Autorennen eine schwangere Frau getötet. Wovor ist er geflohen und wer hat ihn so zugerichtet?
Pia und Bodenstein stoßen auf immer mehr rätselhafte Todes- und Vermisstenfälle und auf eine Parallele zum Mordfall Larissa. Ohne es zu ahnen, steuern sie auf eine Katastrophe zu.
(Quelle: Ullstein Verlag)


Was passiert:
Die 16 jährige Larissa kehrt von einem Besuch bei der besten Freundin nicht nach Hause zurück.
Eigentlich sollte sie bei der Freundin übernachten, aber brach den Besuch kurzfristig schon am Abend ab.
Am nächsten Morgen wird ihre Leiche im Schnee gefunden, erdrosselt und abgelegt.
Recht schnell gerät ein abgelehnter Asylbewerber unter Verdacht. Seine DNA wurde an Larissas Kleidung festgestellt, doch Larissa kannte ihn durch ihre ehrenamtliche Arbeit in der Asylbewerberunterkunft. Bevor er aber verhört werden kann verschwindet er.
Bevor die Ermittler allerdings so richtig tief in den Fall der toten Larissa eintauchen können, wird eine weitere Leiche gefunden. Ein Mann mit zerbissener Kehle wird auf eine Landstraße gefunden und noch ahnt niemand, dass dieser Tote das Tor zu ungeahnten Abgründen öffnet.


Fazit:
Ich habe schon lange keinen Krimi um Bodenstein und Kirchhoff (oder jetzt auch Pia Sander) gelesen und ich war ruckzuck in der Geschichte.
Das kann Nele Neuhaus richtig gut, den Leser sofort fesseln und förmlich in die Story saugen.
Bodenstein und Kirchhoff begegneten mir wie alte Freunde, die auf ihren gewohnten Plätzen sitzen und eine angenehme Vertrautheit ausstrahlen.
Der Fall selbst beginnt sehr emotional, der Mord an einem16 jährigen Mädchen lässt nicht kalt. Sehr schnell konzentrieren sich die Ermittlungen auf einen abgelehnten Asylbewerber und innerhalb dieser Ermittlung greift die Autorin allerlei Vorurteile und Phrasen auf, die im Zusammenhang mit Geflüchteten in der Gesellschaft kursieren.
Sie hat die Vorurteile durchaus richtig benannt und die Zusammenhänge, in denen die Vorurteile fast mantraartig heruntergebetet werden auch sehr gut herausgearbeitet, jedoch wurden sie für meinen Geschmack zu plakativ dargestellt.
Ich hätte es besser gefunden wenn bestimmte Vorurteile nicht in Gänze ausgesprochen und wiederholt würden.
Bei dem N-Wort ist klar, wir sprechen es nicht aus und wir schreiben es nicht. Auch wenn es der schriftstellerischen Entfaltung dienen würde, der demütigende Effekt wiegt schwerer. Ein ebensolches Verfahren in Bezug auf bestimmte Vorurteile, hätte ich mir in "Monster" auch gewünscht. Ja, es dient der Aufklärung und auch der Verdeutlichung wenn Menschen in wörtlicher Rede ihre Vorurteile herausposaunen. Ja, die Ambition der Autorin wird eindeutig aufgezeigt, wenn dem Vorurteil sofort widersprochen wird, aber trotzdem muss man meines Erachtens Vorurteile nicht wiederholen um sie darzustellen.
Es kann aber gut möglich sein, dass es nur mir aufgefallen ist, bzw nur ich so sensibel reagiere, ich arbeite in einem Bereich in dem tagtäglich gegen Diskrimierung gekämpft wird.
Ansonsten empfand ich die Stimmung in bestimmten Teilen der Gesellschaft und die Gefahr eines Ausuferns von Selbstjustiz sehr sehr gut beschrieben. Besonders hat mir gefallen, dass öffentlichkitswirksame Personen die Stimmung durch ihr Handeln zum Teil noch anheizten. Das passiert in der Realität ja auch, wird aber meist nicht direkt angesprochen.
Insgesamt hat sich Nele Neuhaus eines aktuellen Themas angenommen und es gut umgesetzt.
Der Kriminalfall an sich und der Spannungsbogen waren packend und haben mich bestens unterhalten. Krimis kann Nele Neuhaus :)


Vielen Dank an Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar


Dienstag, 6. September 2022

"Die Blutliste" von Rainer Löffler


 

  • Martin Abel Bd. 4
  • Bastei Lübbe Verlag
  • Broschiertes Buch
  • Seitenzahl: 492
  • Erscheinungstermin: 26. August 2022
  • ISBN: 9783404188000
  • 13,00 Euro


Klappentext:
In einem Grab auf einem Kölner Friedhof wird die Leiche eines ermordeten, entsetzlich entstellten Mannes entdeckt. Die junge Frau, die dort eigentlich liegen sollte, ist verschwunden. Auch sie war das Opfer einer Bluttat. Fallanalytiker Martin Abel wird nach Köln beordert und vermutet einen Zusammenhang zwischen den Fällen. Er findet heraus, dass Spuren auf einen lange zurückliegenden Mord weisen - und dass der Schlüssel zur Klärung des aktuellen Falls in der Familie dieses allerersten Mordopfers liegen muss. Aber dann wird ein weiterer verstümmelter Toter in einem fremden Grab gefunden, und Abel erkennt, dass das nächste Opfer schon auf der Liste steht. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt ...
(Quelle: Bastei Lübbe Verlag)


Inhalt:
Martin Abel kämpft immer noch mit dem Tod seiner Tochter, aber jetzt, wo er sich ein neues Leben aufgebaut hat, spürt er dringender denn je, er muss die Geschehnisse endlich der Vergangenheit übergeben.
Nicht mehr lange und ein neugeborenes Kind wird uneingeschränkt seinen Platz in Abels Leben fordern, denn Hannah, Abels Partnerin ist schwanger.
Doch bevor Abel seine verstorbene Tochter ganz loslassen kann, wird er nach Köln gerufen. Ein Killer, der wirklich jede Grenze überschreitet, treibt dort sein Unwesen.
Der Täter ermordet und foltert seine Opfer auf grausame Art und legt sie in Gräbern anderer Mordopfer ab.
Schnell wird klar, der Killer befindet sich auf einem Rachefeldzug, doch für welche Tat und welches Opfer nimmt er Rache und wie viele Opfer gibt es wirklich?
Je näher Martin Abel dem Täter kommt, desto näher kommt er auch seiner verstorbenen Tochter, denn ihr Weg kreuzte sich mit dem Leben des ersten Opfers.


Fazit:
Martin Abel und Rainer Löffler: gewohnt brutal und mit dem obergestörtesten Täter überhaupt.
Ich hatte nichts anderes erwartet und ich hatte auch nichts anderes erhofft.
Ganz klar ist, "Die Blutliste" ist nichts für zarte Nerven und auch nicht geeignet um genüsslich eine Tüte Chips beim Lesen zu verspeisen. Die Chips könnten dem Leser während der einen oder anderen Szene förmlich im Halse stecken bleiben ;)
Aber wenn man das Rüstzeug für einen abgründigen und heftigen Thriller mitbringt dürfte dem Lesevergnügen kaum etwas im Wege stehen.
Rainer Löffler hat eine sehr eingängige und flotte Schreibe die auch bei sehr grenzwertigen Szenen nicht hakelt oder stockt. Das macht das Lesen solcher Szenen einfacher, denn der gewohnte Rhythmus wird beibehalten.
Am Anfang störten mich die etwas großzügig verteilten Cliffhanger, für meinen Geschmack wurden etwas zu oft Gedankengänge oder Erkenntnisse in ein Geheimnis gehüllt und in eine andere Szene vertagt.
Aber das legte sich nach einigen Kapiteln und dann konnte die Geschichte, für mich, so richtig herrlich vor sich hinfließen.
Auch in "Die Blutliste" hat Rainer Löffler mal wieder ganz tief in die "Will der Leser eigentlich gar nicht wissen, aber irgendwie doch"-Kiste gegriffen und ehrlich gesagt, genau dafür liebe ich Löfflers Krimis.
Wer einen Thriller mit Tiefgang und Samthandschuhen wünscht wird hier vielleicht nicht ganz richtig bedient, aber wer einen spannenden Thriller für lange Sommerabende möchte bekommt etwas Chris Carter-Feeling auf kölnisch.



Sonntag, 9. Februar 2020

Rezension "Blutige Gnade" von Leo Born




  • Mara Billinsky Bd. 4
  • Lübbe Verlag
  • Taschenbuch
  • 443 Seiten
  • Erscheinungstermin: Februar 2020
  • ISBN: 9783404179589
  • 11,00 Euro



Klappentext:
Ein Einbruch ohne Diebstahl. Eine Mordserie ohne Spuren. Ein toter Journalist, der kurz davor war, eine brisante Story zu enthüllen. Mara Billinsky sieht sich mit mehreren mysteriösen Verbrechen konfrontiert. Zugleich wird sie von einem Schatten aus der Vergangenheit verfolgt, der ihr ebenfalls Rätsel aufgibt - bis sie begreift, dass alle Ereignisse in Verbindung stehen. Als sie erkennt, wer im Hintergrund die Fäden zieht, ist es fast zu spät: Ab jetzt kämpft Mara nicht mehr nur um ihr eigenes Leben ...
(Quelle: Lübbe Verlag)

Inhalt:
Bei einem Einbruch wird eine Frau ermordet, doch gestohlen wurde nichts. Noch bevor Mara Billinsky und Jan Rosen zu einer Meinung bezüglich des Einbruches mit Todesfolge kommen, wird schon der nächste Tote gemeldet.
Ein Journalist, der eine packende Enthüllung angekündigt hat, wurde brutal zu Tode gefoltert.
Doch auch hier stehen Billinsky und Rosen unter Zeitdruck, denn Frankfurt hat scheinbar gerade mit einer Mordserie zu kämpfen.
Weitere Morde folgen, ohne dass ein Zusammenhang oder Motiv erkennbar wäre.
Einzig der Journalist hatte Grund um sein Leben zu fürchten, aber seine Unterlagen und Dateien wurden gestohlen. So tappt Billinsky auch hier im Dunklen.
Nach und nach verdichten sich Spuren, die in eine Wurstfabrik führen, doch auch hier gestalten sich Mara Billinskys Ermittlungen schwierig und die Zeit drängt .....

Fazit:
Das war mein erstes Buch von Leo Born.
Interessiert hat mich der Krimi, weil er in Frankfurt spielt und ich sehr gespannt darauf war wie viel "Bembel", "Handkäs mit Musik" und allerlei anderer Lokalkolorit in dem Buch zu finden ist.
Alle Lokalkolorithasser können aufatmen: es hält sich in Grenzen!
Alle die Frankfurter Lokalkolorit suchen können auch aufatmen: wer Frankfurt kennt, wird es auch im Roman erkennen!
"Blutige Gnade" ist der vierte Band um die Ermittlerin um Mara Billinsky und es war nicht schwierig in die Reihe einzusteigen. Vorkenntnisse aus den anderen Bänden sind grundsätzlich nicht nötig.
Allerdings hatte ich nicht wirklich den Zugang zur Verbindung zwischen Mara und der Krähe. Dies ist anscheinend eine (in den Vorgängerbänden) gewachsene Verbindung und mir somit etwas fremd.
Trotzdem konnte ich die Person der Mara Billinsky gut nachvollziehen und ich fand sie sehr sympathisch.
Sie ist klug, taff und passte sehr gut in den Fall.
Den Fall selbst konnte ich auch gut nachvollziehen, denn aus der Presse und diversen Berichten habe ich in der Realität Vorgänge kennen lernen müssen, die Leo Born in seinem Buch beschreibt.
"Blutige Gnade" ist ein guter Krimi der mich bestens unterhalten hat.

Vielen Dank an die Lesejury für eine interessante Leserunde und das zugehörige Manuskript