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Sonntag, 19. Januar 2025

"Minus 22 Grad" von Quentin Peck

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  • Die Johannsen-Reihe 1
  • blanvalet Verlag
  • Taschenbuch
  • Seitenzahl: 368
  • Erscheinungstermin: 25. Dezember 2024
  • ISBN: 9783734112621
  • 16,00 Euro


Klappentext:
Eine junge Studentin, gefangen in einem Käfig. Und ein Spiel mit einer tödlichen Deadline ...
Ein Tag im Winter, kurz vor Mitternacht. Laura Gehler ist mit ihrem Trekkingrad im tief verschneiten Wald unterwegs. Wie aus dem Nichts taucht hinter ihr ein SUV auf. Der Fahrer drängt sie vom Weg ab und überwältigt sie. Stunden später erwacht sie in einem Käfig aus Plexiglas. Zwischen Laura und ihrem Entführer beginnt ein tödliches Spiel: Sie muss das Rätsel des Käfigs lösen - sonst wird sie sterben.
Lauras Mutter bekommt zeitgleich eine unheimliche Botschaft: eine Barbiepuppe mit Sterbedatum. Kommissar Lukas Johannsen erkennt darin die Handschrift eines nie gefassten Mörders. Soll Laura sein nächstes Opfer werden? Lukas macht sich bereit, in der Winterkälte ein Phantom zu jagen ...
(Quelle: blanvalet Verlag)


Was passiert:
Die Studentin Laura Gehler ist, wie so häufig, mit ihrem Rad unterwegs. Sie liebt es mit hoher Geschwindigkeit ihre Strecken zu radeln und verspürt auch in einsamen Gegenden keine Angst.
Aber diese Tour ist anders, ein Auto scheint sie zu verfolgen. Als der PKW sogar versucht sie abzudrängen ist Laura klar, dass sie flüchten muss.
Doch für Laura gibt es kein Entkommen, dem Fahrer gelingt es sie zu Fall zu bringen.
Er nimmt Laura gefangen und sperrt sie in einen Käfig aus Plexiglas. 
Ihr wird dort keine Gewalt angetan, sie soll einzig ein Rätsel lösen. Die Lösung könnte ihr die Freiheit bringen, ein Scheitern den Tod.
Laura begreift recht schnell, dass die Lösung in ihrer Vergangenheit liegt und Kommissar Johannsen, der Lauras Verschwinden untersucht, vermutet den Grund ebenfalls in Lauras Vergangenheit.
Allerdings ist er auf der Suche nach einem ganz anderen Täter ...

Fazit:
Ein spannender Psychothriller, der neben dem eigentlichen Fall auch noch "Menschen erzählt".
Der Thriller dreht sich um Laura Gehler, die in einem Plexiglaskäfig gefangen gehalten wird, doch Laura befindet sich nicht wirklich im Zentrum der Geschichte.
Kommissar Lukas Johannsen sucht verzweifelt nach Laura, aber immer mehr verzettelt er sich in der Jagd nach Schatten aus seiner Vergangenheit. Lauras Mutter versucht ebenso verzweifelt alle Fäden zu ziehen um Laura aus den Fängen des Entführers zu befreien, aber eigentlich drehen sich ihre Bestrebungen nur um sich selbst und um die Bewahrung ihrer Fassade.
Während draußen in der Welt der Kommissar und die Mutter nach Laura suchen, lebt zurückgezogen im Wald Ariane.
Unbehelligt von Lauras Entführung versucht sie den Schmerz ihrer Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Arianes Einsamkeit nimmt ein jähes Ende als sich Tom in ihr Leben drängt. Wie aus dem Nichts ist er auf einmal hartnäckig an ihrer Seite.
Arianes Geschichte hat mich mehr gefesselt, als Lauras Entführung. Einerseits empfand ich Ariane, ihr einsames Leben mit Nebelkrähe Hugo, als sehr verwunschen, fast mystisch, auf der anderen Seite hatte ich immer wieder den Drang Arianes Geschichte mit Lauras zu "verweben".
Hier hat mir das Rätselraten richtig Spaß gemacht. Ich mag es, wenn mich ein Thriller auch über den reinen  Konsum der Buchstaben hinaus beschäftigt und das hat "Minus 22 Grad" auf jeden Fall getan.
Als dann zum Schluss alle Puzzleteile förmlich aufeinander zu fielen war ich über die Lösung erstaunt, aber irgendwie auch gar nicht erstaunt. Sie war überraschend, aber auch absolut folgerichtig.
"Minus 22 Grad" hat mich wirklich gut unterhalten und ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Kommissar Lukas Johannsen.


Vielen Dank an lovelybooks für dieses Rezensionsexemplar

Samstag, 23. November 2024

"Der Täter" von John Katzenbach


 



  • Droemer Knaur Verlag
  • Taschenbuch
  • Seitenzahl: 592
  • Erscheinungstermin: 1. Februar 2010
  • ISBN-13: 9783426505342
  • 9,95 Euro


Klappentext:
Miami 1995. Als seine Nachbarin Sophie Millstein erdrosselt aufgefunden wird, ist Detective Simon Winter klar, dass ihre Angst berechtigt war: Tags zuvor hatte die Holocaustüberlebende ihm verzweifelt berichtet, ihr sei der Schattenmann begegnet - jener Nazi-Scherge, der damals untergetauchte Juden ans Messer lieferte. Ist er zurückgekehrt, um die letzten Zeugen seiner Taten zu beseitigen?
(Quelle: Droemer Knaur Verlag)


Was passiert:
Simon Winter, Detective im Ruhestand, ist eigentlich gerade dabei sich seine Waffe an den Kopf zu halten,  als seine Nachbarin Sophie Millstein vollkommen verängstigt an seine Tür klopft.
Sie hat Angst vor dem Schattenmann, dem sie nun wieder begegnet sein soll. Der Schattenmann war ein "Greifer" der Nazis. Selbst Jude schloss er sich den Nazis an und spürte die Verstecke der Juden auf. Wen er nicht an die Nazis übergab, den brachte er selbst um.
Angeblich soll der Schattenmann längst tot sein, doch Sophie hat ihn gesehen, so wie andere auch, die nun alle tot sind.
Simon Winter gelingt es die Frau zu beruhigen und zurück in ihre Wohnung zu bringen. Keine zwei Stunden später wird sie ermordet in ihrem Bett gefunden.
Simon Winter verschiebt den Plan seinem eigenen Leben ein Ende zu setzen und macht sich auf die Jagd nach dem Schattenmann.
Erst von der Polizei belächelt wird er jedoch nach und nach vom leitenden Ermittler und der zuständigen Staatsanwältin ernst genommen. Gemeinsam versuchen sie dem Schattenmann eine Falle zu stellen ....


Fazit:
"Der Täter" ist ein spannender Thriller, der nicht nur als Thriller fasziniert.
Das Buch erschien 2010, vor 14 Jahren, und durch den Lauf dieser Jahre birgt das Buch nun Geschichte auf zwei Ebenen.
Einmal die historische Erzählung über das Nazi-Regime und den Holocaust sowie die Geschichte der Überlebenden des Holocausts, die Zeitzeugen also.
Heute gibt es nicht mehr so viele Zeitzeugen, als das solche eine Story in der Realität passieren könnte und somit habe ich die Beschreibungen der Community der Überlebenden auch als historische Geschichte empfunden.
Mich hat das sehr berührt, denn mir wurde noch einmal bewusster, dass damit auch authentische Berichte und real erlebte Geschichte verschwinden.
John Katzenbach erspart uns allzu grausame Beschreibungen aus Konzentrationslagern, macht aber dennoch sehr deutlich was damals passierte, was die Menschen erleiden mussten.
Er versucht auch zu erfassen, was diese Erlebnisse auch heute noch mit den Opfern machen, dass der Holocaust in den Opfern quasi nie aufhörte.
Das verdeutlich auch den Schrecken, den eine mögliche Wiederholung der Geschichte auslöst.
Drumherum hat Katzenbach einen wirklich spannenden Thriller gebaut. Dafür hat er die Opfer aber weder benutzt noch "ausgeschlachtet". Ich hatte vielmehr das Gefühl, dass er die Geschichten der Überlebenden erzählen wollte und der Thriller nur das Transportmittel dafür war.
Mir hat das Buch wirklich unheimlich gut gefallen und mittlerweile ärgere ich mich, dass es jahrelang ungelesen in meinem Regal stand.




Montag, 2. September 2024

"Der Kinderflüsterer" von Alex North


 


  • blanvalet Verlag
  • Broschiertes Buch
  • Seitenzahl: 448
  • Erscheinungstermin: 21. Juni 2021
  • ISBN-13: 9783734107344
  • 10,00 Euro


Klappentext:
Als in Featherbank ein Junge vermisst wird und auch nach intensiver Suche verschwunden bleibt, schrillen bei Detective Inspector Pete Willis und seiner Kollegin Amanda Beck die Alarmglocken. Böse Erinnerungen an einen zwanzig Jahre alten Fall kommen hoch: Damals entführte und ermordete der »Kinderflüsterer« fünf Jungen. Zwar sitzt Frank Carter, der Killer von damals, hinter Schloss und Riegel. Doch Willis hat immer vermutet, dass es einen Komplizen gab. Führt dieser nun das Werk des Kinderflüsterers fort?
Zur selben Zeit zieht Tom Kennedy mit seinem Sohn Jake nach Featherbank, um nach dem Tod seiner Frau dort neu anzufangen. Tom macht sich Sorgen um Jake: Der Junge spricht mit imaginären Freunden. Und er hört nachts ein Flüstern draußen an seinem Fenster ...
(Quelle: blanvalet Verlag)


Was passiert:
Tom Kennedy geht es gar nicht gut und seinem Sohn Jake ebenfalls nicht. Toms Frau Rebecca verstarb vor nicht langer Zeit und Jake fand ihre Leiche. Nun wird es Zeit die Vergangenheit hinter sich zu lassen und vor allem das Haus, in dem Rebecca starb, zu verlassen.
Tom möchte das Jake wieder nach vorne blickt und er ein Haus auch wieder als zu Hause ansehen kann.
In Feahtherbank findet Tom ein Haus, dass zwar seltsam aussieht aber von Jake sofort akzeptiert wird.
Kurzentschlossen kauft Tom das Haus und beide ziehen nach Featherbank. Kurz vor ihrer Ankunft wird in dem Ort ein Junge entführt und tot aufgfunden. An Tom geht dieses Verbrechen vorbei, doch Jake wird unmittelbar damit konfrontiert, sitzt er doch in der Schule auf dem Platz des toten Jungen.
In Featherbank werden Erinnerungen an eine lang vergangene Mordserie wach. Der sogenannte Kinderflüsterer entführte und tötete Jungs.
Für DI Pete Willis gehört die Mordserie noch nicht der Vergangenheit an, denn einer der entführten Jungen ist auch nach 20 Jahren noch nicht gefunden. 
Er sieht sofort die Parallelen zwischen dem neuen Verbrechen und den Morden des Kinderflüsterers. 
Für seine Kollegin Amanda Beck ist die Sachlage nicht so klar, denn der Kinderflüsterer Frank Carter sitzt im Gefängnis und einen Komplizen hatte er damals nicht.
Beck und Willis treten auf der Stelle und nirgends scheint eine Spur erkennbar zu sein.
Doch das ändert sich als Tom die Garage an seinem neuen Haus ausräumt. Diese Garage schien ein Versteck des Kinderflüsterers zu sein und Jake hört nachts eine heißere Stimme die ihn flüsternd ruft ....


Fazit:
Die perfekte Mischung aus Crime, Spannung und Mystery.
"Der Kinderflüsterer" hat mich wirklich gut unterhalten, und zwischendurch konnte ich mich nicht entscheiden was mich mehr fesselte: die Kriminalgeschichte oder die Mysterystory, die unter dem Kriminalfall lag. Wahrscheinlich fesselte mich die Kombination aus beidem.
Die Geschichte um Tom und Jake hatte eine gewisse Tragik, gerade genug um beiden aus Mitgefühl recht viel zu verzeihen. Trotzdem kam man weder Tom noch Jake richtig Nahe. Tom blieb als Figur recht flach, aber das war auch gut so, denn eigentlich wurde, für mich, die Geschichte eher von Pete Willis getragen. Pete war sozusagen der Nebendarsteller, der eigentlich die Hauptrolle spielt. 
Die Geschichte zwischen Pete Willis und Tom war auch tragisch, aber hier lag der Fokus eher auf der Tragik in Petes Leben, das sich drastisch durch Toms Ankunft in Featherbank veränderte.
Mich faszinierte wie sehr die Figuren miteinander und mit diesem Ort verwoben waren. Toms und auch Jakes Wurzeln lagen in Featherbank, ohne das beide davon wussten. Es war, als wären sie einem Ruf gefolgt ...
"Der Kinderflüsterer" war nicht ganz so gruselig wie North zweites Buch "Der Schattenmörder" aber es war schon eindeutig zu spüren, dass beide Bücher aus der gleichen Feder stammen.

Dienstag, 20. August 2024

"Verirrt" von Michaela Kastel


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  • Heyne Verlag
  • Broschiertes Buch
  • Seitenzahl: 368
  • Erscheinungstermin: 14. August 2024
  • ISBN: 9783453428720
  • 15,00 Euro

Klappentext:
Bei Nacht und Nebel flieht Felizitas mit ihrer kleinen Tochter aus ihrem Zuhause. Sonst, so hat sie endlich verstanden, wird ihr gewalttätiger Mann sie zerstören. Doch ihr bleibt nur ein Zufluchtsort: das Haus ihrer Mutter im tiefen Wald. Am See, in dem die Kinderleichen ruhen. Wo die Schatten der Vergangenheit sie zu verschlingen drohen. Schon bald fürchtet sie, dass ihr Mann ihre Fährte aufgenommen hat. Oder lauern die wahren Schrecken wo anders?
(Quelle: Heyne Verlag)


Was passiert:
Felizitas wird regelmäßig von ihrem Mann misshandelt und eines Nachts nimmt sie ihre Tochter und eine Tasche mit dem Nötigsten und flieht.
Sie muss sich gut verstecken, denn ihr Mann ist Polizist. Er kann sie überall finden außer an dem Ort ihrer Kindheit, dem Haus ihrer Mutter.
Von diesem weiß ihr Mann nichts und sie hat sich auch selbst alle Mühe gegeben diesen Ort zu vergessen.
In einem finsteren Wald an einem unheimlichen See wuchs Felizitas auf. Das Haus ihrer Mutter ist vollgestopft mit Kräutern, Salben und beängstigenden Geräuschen, in Höhlen im Wald soll ein Monster leben und im See angeblich eine Mädchenleiche liegen.
Niemals mehr wieder wollte Felizitas an diesen gruseligen Ort zurückkehren, doch nun ist das Haus ihrer Mutter der einzige sichere Ort.
Bis eines Tages Felizitas Tochter beginnt die beängstigenden Geräusche zu hören und rund um das Haus Spuren im Schnee zu finden sind ....


Fazit:
"Verirrt" war unheimlich spannend und stellenweise etwas gruselig. Für mich war das Buch fast wie ein "Erwachsenenmärchen", aber Thriller trifft es auch ganz gut, wenn auch mehr ein Psychothriller.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Felizitas Sicht wird mit "Sie" gekennzeichnet, "Er" ist Felizitas Mann, "Wir" beschreibt die Sicht eines Entführers und "Es" ist der Blickwinkel des Monsters.
Alle Blickwinkel beobachten und beschäftigen sich mit Felizitas, bzw mit ihrer Tochter.
Zu all diesen unheimlichen Stimmen gesellt sich Felizitas Mutter, die nicht minder unheimlich ist.
Neben dem Mutter-Tochter-Konflikt, den Felizitas mit ihrer Mutter austragen muss, muss sie auch erkennen, was Lügen ihrer Mutter sind und wo die Mutter tatsächlich unheimliche Wahrheiten erzählt.
Nach und nach rückt das Böse immer näher an das Haus der Mutter heran und das Böse hat in "Verirrt" viele Gestalten.
Auf den 368 Seiten gab es kaum eine Minute der Ruhe und Entspannung, auch wenn Felizitas gelegentlich glaubte Entspannung zu finden, der Leser wusste, dass Felizitas  Gegenüber zum Teil nicht die besten Wünsche für sie hat.
Die Stimmung ist fast durchgehend sehr düster und bedrohlich und man fragt sich recht schnell ob Felizitas nicht vom "Regen in die Traufe" flüchtete.
Ich habe das Buch während einer Reise durch Norwegen gelesen. Dort hat es auch viel geregnet und der Nebel war ebenfalls allgegenwärtig. Das hat die Stimmung im Buch sozusagen intensiviert und ich konnte es kaum aus der Hand legen.
Hier ist kein moderner Ermittlerthiller zu erwarten, vielmehr eine richtig schaurige Geschichte, aus er es kaum einen Ausweg gibt.

Vielen Dank an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar




Mittwoch, 20. Dezember 2023

"Silvester" von Martin Österdahl

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  • blanvalet Verlag
  • Broschiertes Buch
  • Seitenzahl: 346
  • Erscheinungstermin: 29. November 2023
  • ISBN: 9783764508487
  • 16,00 Euro


Klappentext:
Drei Paare, eine Silvesterparty - tödliches neues Jahr! Ein packender klaustrophobischer Psychothriller aus Schweden!

Es sollte ein schöner Silvesterabend werden. Die frisch verliebten Teenager Ebba und Marlon wollen, dass sich ihre Eltern bei dem feierlichen Anlass endlich kennenlernen. Doch schnell wird klar, dass sich ihre Eltern längst kennen und sie etwas Furchtbares verbindet. Auch wenn sie versuchen, ihren Kindern zuliebe, das Beste aus der Situation zu machen, lange gelingt es ihnen nicht. Im Laufe des Abends steigert sich die angespannte Stimmung. Ein schrecklicher Verdacht erhärtet sich und schließlich wird ein Geheimnis gelüftet, das den Abend in einer Katastrophe enden lässt ...
(Quelle: blanvalet Verlag)


Was passiert:
Ebba ist leidenschaftlich in Marlon verliebt. Sie lernte ihn über eine Dating Plattform kennen und ihre Profile wiesen eine fast unglaubliche Übereinstimmung auf. Das perfekte Match also.
Nun solle sich auch Marlons und Ebbas Eltern kennenlernen. Der Silvesterabend bietet sich dafür an und so beschließen die Familien zusammen zu feiern.
Für Lisa gestaltet sich der Tag von Anfang an als mittelprächtige Katastrophe. Aus dem Medikamentenschrank an ihrem Arbeitsplatz wurden mittels ihrer Chipkarte Medikamente gestohlen, ihr Auto wurde aufgebrochen und dann stürzt Lisa auch noch und verstaucht sich die Hand.
Mit all diesen Sorgen und Einschränkungen widmet sie sich den Vorbereitungen für das Fest, schließlich soll die Silvesterfreier ein Erfolg für ihre Tochter Ebba werden.
Doch als Marlons Eltern eintreffen wird Lisas Tag zu einer kompletten Katastrophe, denn vor ihrer Tür stehen keine Fremden ...


Fazit:
Ein klasse Psychothriller der mir spannende Lesestunden bescherte.
Lisa, in deren Gedankenwelt die Vorgänge beschrieben werden und deren Blickwinkel wir teilen ist eine gute Projektionsfläche für viele Frauen. Sie ist der Ehe etwas müde, der Alltag langweilt und die Tochter wird zu schnell erwachsen. Diese Gefühlswelt teilen reichlich Mütter und so wird man schnell mit Lisa warm. 
Bröckchenweise erzählt Lisa was sie mit Marlons Eltern verbindet. Sie hält mit ihrem Tempo den Leser nicht hin, sie will sich den Ereignissen selbst nicht stellen.
Sie verdrängt lange Zeit das, was an diesem Abend für Marlon und Ebba zur Katastrophe wird.
Irgendwann ahnte ich, wo die Geschichte hinführt und damit wurde es für mich noch spannender, ich wollte unbedingt wissen wie sich alles auflöst.
Die Stimmung die über der Geschichte schwebt ist dunkel, ein Entrinnen fast unmöglich. Dadurch verdichtete sich die Atmosphäre so, dass die Seiten nur so dahinflogen.
Einen guten Psychothriller zu schreiben ist eine Kunst, die Martin Österdahl richtig gut beherrscht.

Vielen Dank an den blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar


Sonntag, 10. Februar 2019

Rezension "Durch Feuer und Wasser" von Camilla Grebe & Asa Träff





  • btb Verlag
  • Broschiertes Buch
  • 480
  • Erscheinungstermin: 14. Januar 2019
  • ISBN: 9783442717248
  • 10,00 Euro



Klappentext:
Zwei Geschwister verschwinden kurz nacheinander von ihren Pflegeeltern. Wenig später taucht ein Bild von den beiden im Internet auf, zusammen mit einer fremden Frau. Als diese einige Tage später tot aufgefunden wird, muss das Ermittlerteam schnell handeln. Was ist mit der Frau passiert? Und warum ist sie auf einem Bild mit den zwei vermissten Kindern zu sehen? Was hatte sie mit ihnen zu tun? Psychotherapeutin Siri Bergman und ihrem Team bei der Stockholmer Polizei bleibt nicht viel Zeit, um dem mysteriösen Fall auf den Grund zu gehen und den Täter zu finden.
(Quelle: btb Verlag)


Kurze Zusammenfassung:
Zwei Kinder verschwinden aus ihren Pflegefamilien. Die Geschwister waren in unterschiedlichen Pflegefamilien untergebracht und verschwanden gleichzeitig.
In den Fokus der Polizei gerät die drogenabhängige Mutter der beiden Kinder, doch Profilerin Siri Bergmann hat Zweifel an der Schuld der Mutter.
Kurz darauf werden Bilder im Internet gefunden, die die Geschwister mit einer fremden Frau zeigen.
Siri Bergmann arbeitet sich tief in den Fall ein und findet heraus, dass viele Jahre lang eine Unterbringung in einer Pflegefamilie die Situation von Kindern nicht verbessert hat, sondern vielmehr oft noch für zusätzliche Qualen sorgte,
Diese Entdeckungen erschüttern Siri und zeigen, dass der Entführer der Kinder nicht unbedingt im Umfeld der Geschwister zu finden ist.

Fazit:
Ein feiner skandinavischer Thriller, der stellenweise zutiefst erschüttert.
Das Camilla Grebe und Asa Träff klasse Thriller schreiben, die man an einem Stück durchsuchtet, muss ich hier nicht noch extra betonen. Die Thriller um Siri Bergmann sind einfach toll.
In diesem Roman nehmen sich die Autorinnen dem Schicksal von Pflegekindern an. Bis zum Ende der 80er Jahre haben sich durch die Art des Umgangs mit Pflegekindern viele Staaten die weiße Weste mit schwarzen Flecken besprenkelt.
Dies ist also kein rein schwedisches Problem, aber es fand eben auch in Schweden statt.
Für mich waren die Beschreibungen der Schicksale zum Teil recht schwer auszuhalten, da ich selbst beruflich auch mit Kindern in Pflegesituationen oder mit misshandelten Kindern zu tun habe.
Da mir bei einigen Beschreibungen lebendige Menschen vor Augen standen, kamen die Schicksale näher an mich heran, als es der Fall gewesen wäre, wenn mich dieser Bereich noch nie berührt hätte.
Aber auch ohne meine persönlichen Verquickungen gehe ich davon aus, dass viele Leser bei manchen Beschreibungen schlucken müssen.
Siri Bergmanns tiefe Recherche gehört aber zur Geschichte und muss auch in dieser Tiefe passieren, damit der Plot rund und glaubwürdig bleibt.
Ich fand diesen Psychothriller sehr gut und der sozialkritische Aspekt innerhalb der Geschichte wird noch lange in mir arbeiten.

Vielen Dank an den btb Verlag für dieses Rezensionsexemplar





Samstag, 2. Februar 2019

Rezension "Der Junge" von Alex Dahl




  • Goldmann Verlag
  • Broschiertes Buch
  • 464 Seiten
  • Erscheinungstermin: 21. Januar 2019
  • ISBN: 9783442488124
  • 10,00 Euro


Klappentext:
Cecilia Wilborg führt ein Leben, von dem die meisten Menschen nur träumen können. Sie wohnt mit ihrem erfolgreichen Mann und den gemeinsamen Töchtern in einer friedlichen und wohlhabenden Kleinstadt in Norwegen. Doch eines Tages wird sie gebeten, sich um einen kleinen Jungen zu kümmern, der plötzlich in der örtlichen Schwimmhalle aufgetaucht ist. Keiner weiß, wo Tobias herkommt oder wer er ist. Dann wird eine tote Frau gefunden, die man für seine Mutter hält. Aber Tobias kommt auch Cecilia merkwürdig vertraut vor. Hat sie ein Geheimnis, von dem niemand etwas ahnt? Und wie weit ist sie bereit zu gehen, um es zu schützen?
(Quelle: Goldmann Verlag)


Kurze Zusammenfassung:
Cecilia Wilborg hält sich einigermaßen aufrecht. Ihr schönes Leben, das tolle Haus, die wunderbaren Kinder sind wirklich schön, toll und wunderbar, aber für Cecilia ist das alles eine Fassade die sie mit aller Kraft aufrecht erhalten will. Im Moment ist sie wieder an der Grenze ihrer Kräfte angelangt und schafft die Tage oft nur mit Hilfe von reichlich Alkohol und einer Vielzahl an Tabletten. Am Ende eines anstrengenden Tages bekommt sie auf einmal ein Kind in Obhut, dass in der örtlichen Schwimmhalle vergessen wurde. 
Für Cecilia ist dies entsetzlich, aber ihr Mann Johan ist sehr begeistert und möchte den Jungen sofort in Pflege nehmen.
Der fremde Junge, Tobias, wird von niemanden vermisst und über seine Eltern kann der Junge keine Auskunft geben.
Kurz darauf wird eine junge, drogensüchtige Frau tot im Hafenbecken gefunden. 
Die Tote, Anni, wurde vorher mit dem Jungen gesehen und schnell glauben alle, sie wäre Tobias Mutter, doch der DNA Abgleich zeigt, dass die Tote nicht mit Tobias verwandt ist.
Cecilia kannte Anni und langsam wird ihr klar, wer Tobias sein könnte, woher er kommt und auf einen Schlag ist Cecilias wundervolle Welt in Gefahr ....


Fazit:
Ein spannendes Buch, bei dem recht schnell klar ist, in welche Richtung es sich entwickeln wird, was der Spannung aber keinen Abbruch tut.
Die Geschichte wird überwiegend aus Cecilias und Annis Sicht erzählt, ab und zu wird auch Tobias Blickwinkel geschildert.
Anni und Cecilia sind zwei vollkommen unterschiedliche Frauen mit absolut unterschiedlichen Leben, doch beide haben eine abgrundtiefe Traurigkeit gemeinsam.
Sie sind beide innerlich so traurig, einsam und gescheitert, sodass es zum Teil sehr berührend ist in ihre Geschichten einzutauchen.
Anfangs fand ich Cecilia äußerst abstoßend, doch als ich ein Gefühl für ihre Einsamkeit und Traurigkeit bekam, änderte sich meine Ablehnung in Mitgefühl.
Beide Frauen haben in gewissen Sinne ihr Leben vergeudet und stehen nun vor der Ernte ihrer Taten.
Anni bezahlt diese Ernte mit ihrem Leben und auch von Cecilia wird ein hoher Preis gefordert.
Alex Dahl schildert die Hauptfiguren mit viel Einfühlungsvermögen und hat um die Leben der Drei, Anni, Cecilia und Tobias eine dichte und packende Geschichte gewoben, die mich noch einige Zeit nicht loslassen wird.

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar

Samstag, 19. Januar 2019

Rezension "Die andere Frau" von Michael Robotham




  • Joe O'Loughlin/Vincent Ruiz Bd. 11
  • Broschiertes Buch
  • Goldmann Verlag
  • 480 Seiten
  • Erscheinungstermin: Januar 2019
  • ISBN: 9783442315048
  • 14,99 Euro


Klappentext:
In den frühen Morgenstunden erhält der Psychologe Joe O'Loughlin einen alarmierenden Anruf: Sein Vater William ist Opfer eines brutalen Überfalls geworden und liegt im Koma. Joe eilt ins Krankenhaus - und hält schockiert inne, als er das Zimmer betritt. Denn am Bett seines Vaters sitzt nicht Joes Mutter Mary, sondern eine völlig Fremde, tränenüberströmt, mit blutbefleckten Kleidern und der absurden Behauptung, Williams Ehefrau zu sein. Wer ist sie wirklich? Bekannte, Geliebte, verwirrte Seele - Mörderin? Gegen den Willen der Polizei beginnt Joe, eigene Ermittlungen anzustellen. Und muss erkennen, dass er für die Wahrheit einen hohen Preis bezahlt ...
(Quelle: Goldmann Verlag)


Kurze Zusammenfassung:
Der forensische Psychiater Joe O'Loughlin ist nach dem Tod seiner Frau nach North London gezogen. Hier versucht er seiner Tochter Emma ein guter Vater zu sein. Emma geht auf eine Privatschule und hat noch sehr mit dem Verlust der Mutter zu kämpfen.
So entwickelt Emma Verhaltensprobleme und auch Joes Parkinsonerkrankung entwickelt immer deutlichere Symptome.
Das alles macht es Joe nicht leicht, denn auch er hat den Tod seiner Frau noch nicht überwunden.
Da erreicht ihn die Nachricht, dass sein Vater William schwer gestürzt ist und im Koma liegt. Da sein Vater in einem Londoner Krankenhaus liegt, eilt er unverzüglich zu seinem Vater. In der Klinik angekommen erfährt er, dass sein Vater schon Besuch von seiner Frau hat. Natürlich geht Joe davon aus, dass seine Mutter Mary bei William ist, doch im Krankenzimmer angekommen, sitzt dort eine vollkommen fremde Frau. Olivia.
Olivia gibt sich als Williams Ehefrau aus und ist zudem blutüberströmt.
Schnell stellt Joe fest, dass sein Vater nicht nur der Mann seiner Mutter war, sondern tatsächlich mit Olivia eine zweite Familie hat.
Sein Vater, der steife, korrekte, gefühlsarme Star-Chirurg hat eine jüngere Frau, lebt mit ihr unter Woche ein Familienleben, hat sogar Olivias Kind anerkannt und bevorzugt mit seiner zweiten Familie einen legeren, sportlichen Stil. William erscheint wie ein anderer Mensch.
Aber nicht nur das verstört Joe, auch die Tatsache, dass sein Vater nicht gestürzt ist, sondern dass hier ein Gewaltverbrechen vorliegt lässt ihm keine Ruhe.
Wer wollte seinen Vater umbringen? War es vielleicht sogar seine Mutter, die schon seit Jahren von der anderen Frau weiß?
Doch bevor Joe zu ersten Ergebnissen kommt, sitzt ein Mann in seinem Wohnzimmer und bedroht Emma mit einem Messer …


Fazit:
Bisher habe ich kaum etwas von Michael Robotham gelesen und habe einen Ermittlerkrimi mit dem Team O`Loughlin/Ruiz erwartet, doch dieser Roman ist kein typischer Ermittlerkrimi sondern vielmehr ein Familiendrama, dass ganz tief in die Familiengeschichte von Joe O`Loughlin eintaucht.
Zentral ist hier die schwierige Vater-Sohn Beziehung, die Joe zu dem Mann hat werden lassen, der er ist. Nachdem seine Kinder nicht mehr klein sind, die Ehe durch Tod nicht mehr besteht und der Beruf durch seine chronische Erkrankung immer schwieriger wird, wird es für Joe Zeit sich von vielem Frei zu machen. In dieser Phase begegnet er seinem Vater ganz neu, und dieser entpuppt auf einmal als ganz anderer Mensch, der es jedoch anscheinend geschafft hat sich in vielen Bereichen frei zu machen.
Sein Vater zeigt ihm, dass nichts so sein muss, wie es scheint. Und wenn man noch so fest daran glaubt.
Natürlich bewegt sich der Roman nicht nur in den Untiefen schwieriger Persönlichkeiten, sondern es ist auch tatsächlich ein knallharter Krimi mit einem sehr spannenden Showdown.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und es hat mir reichlich spannende Unterhaltung geboten


Vielen Dank an den Goldmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar

Samstag, 12. Mai 2018

Rezension " Das Böse in deinen Augen " von Jenny Blackhurst

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Da ich dieses Rezensionsexemplar im Zusammenhang mit der Veranstaltung eines Gewinnspiels bekommen habe, muss ich diese Rezension als Werbung kennzeichnen.
Wobei meine Lesermeinung weder von der Veranstaltung des Gewinnspiels noch durch das zur Verfügung stellen des Buches beeinflusst wurde.




  • Bastei Lübbe
  • Taschenbuch
  • 430 Seiten
  • ISBN: 9783404176892
  • 11 Euro

Klappentext:
Niemand hat Angst vor einem kleinen Mädchen, oder doch?

Als die Kinderpsychologin Imogen Reid den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson übernimmt, weigert sie sich, den seltsamen Gerüchten um das Mädchen zu glauben. Ellie sei gefährlich, so heißt es. Wenn sie wütend wird, passieren schreckliche Dinge. Imogen hingegen sieht nur ein zutiefst verstörtes Kind, das seine Familie bei einem Brand verloren hat und ihre Hilfe benötigt. Doch je näher sie Ellie kommt, desto merkwürdiger erscheint ihr das Mädchen. Dann erleidet auch Imogen einen schrecklichen Verlust - und sie fürchtet, dass es ein Fehler war, Ellie zu vertrauen -

Jenny Blackhurst schreibt Psychologische Spannung mit Gänsehauteffekt.
(Quelle: Bastei Lübbe Verlag)


Kurze Zusammenfassung:
Imogen Reid kehrt mit unguten Gefühlen in ihre Heimatstadt zurück. Imogens Mutter ist verstorben und hat ihr das Elternhaus hinterlassen. 
Eigentlich passt es gut, denn Imogen hat ihre Arbeitsstelle verloren und darf auch nicht mehr als Kinderpsychologin arbeiten.
In ihrer Heimatstadt ist Imogen nun Hausbesitzerin und eine neue Stelle in der Kinderhilfe wartet auch auf sie.
Eigentlich sind das gute Voraussetzungen, doch Imogen kehrt nicht mit guten Gefühlen nach Hause zurück.
Zu schwer lasten noch die Erinnerungen an die kalte Mutter auf ihr und auch die Bewohner der Gemeinde waren Imogen nie besonders lieb.
Aber das Haus und die Stelle sind ideal für einen Neustart.
Imogens Vorgängerin in der Kinderhilfe hat sehr plötzlich gekündigt und Imogen übernimmt ihre offenen Fälle.
Darunter ist auch der Fall der Ellie Atkinson.
Elli ist ein 11 jähriges Mädchen und die einzige Überlebende eines Hausbrandes.
Nun lebt Ellie bei einer Pflegefamilie in Gaunt.
Ellie ist verschlossen und unnahbar und die Kinder aus ihrer Schule lehnen sie ab. Dabei wird die Grenze zum Mobbing überschritten. Auch die erwachsenen Bewohner der Gemeinde lehnen Ellie ab und bald kommen Gerüchte auf, Ellie sei eine Hexe und in ihrer Nähe geschehe Böses.
Imogen schlägt alle Warnungen in den Wind und nimmt sich Ellie an.
Doch schon nach kurzer Zeit ist sich Imogen nicht mehr so sicher, ob die Geschichten über Ellie wirklich nur Gerüchte sind....

Fazit:
Ein solider Thriller mit einem Hauch paranormaler Aktivitäten und einer fesselnden Suche nach der Wahrheit.
Die Buch ist flüssig geschrieben und lässt sich schnell und leicht lesen.
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt. Aus der Sicht Imogens und aus Ellies Perspektive.
Da die Kapitel mit jeweiligen Namen gekennzeichnet sind, kommt man nicht durcheinander und lernt so die Sicht der beiden Hauptprotagonisten relativ gleichwertig kennen.
Die Kapitel sind recht kurz gehalten, dadurch kommt Tempo und Abwechselung in das Buch.
Da ich selbst im sozialen Bereich arbeite konnte ich viele Situationen wieder erkennen und habe so vielleicht noch einmal eine andere Sicht auf die Geschichte bekommen.
Leider kann ich viele Details in dem Buch bestätigen, zum Beispiel, wie schnell Kinder in einer Gruppendynamik ins Mobben kommen oder wie rasch sich Gerüchte verfestigen und kaum einer mehr die Chance hat dem entstandenen Bild zu entkommen.
"Das Böse in deinen Augen" war das erste Bich, dass ich von Jenny Blackhurst gelesen habe, es hat mich gefesselt und zum Nachdenken angeregt und ich werde auf jeden Fall recht schnell noch weitere Bücher dieser Autorin lesen.

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für dieses Rezensionsexemplar



Montag, 4. September 2017

Rezension " Die Kinder " von Wulf Dorn




  • Taschenbuch
  • Heyne Verlag
  • 317 Seiten
  • 2017
  • ISBN: 9783453270947
  • 16,99 Euro


Klappentext:
Auf einer abgelegenen Bergstraße wird die völlig verstörte Laura Schrader aus den Trümmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzählt, klingt unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.
( Quelle: Heyne Verlag )

Kurze Zusammenfassung:
Der Psychologe Robert Winter wird um Hilfe gebeten. Er soll die völlig verstörte Laura Schrader befragen. Laura wurde als Unfallopfer aufgefunden, doch in ihrem Kofferraum liegt die Leiche eines kleinen Mädchens und der Ersthelfer ist spurlos verschwunden.
Ebenso spurlos verschwunden sind Lauras Schwester und ihre Nichte und sämtliche 163 Bewohner des kleinen Ortes in dem Laura Urlaub machte.
Noch ist nicht klar ob Laura das einzig überlebende Opfer ist, oder ob sie lebt, weil sie Täterin ist.
Das soll Robert Winter herausfinden, doch die Geschichte, die Laura erzählt ist so wahnhaft und absurd, dass Winter nicht weiter kommt.
Es begann alles damit, dass Lauras Nichte Mia Stimmen hörte und sich ihre Persönlichkeit veränderte. 
Aber nicht nur Mia veränderte sich, viele Kinder verhielten sich auf einmal sehr seltsam. Laura nimmt die Besorgnis ihrer Schwester Susann nicht wirklich ernst, bis sie selbst beginnt Stimmen zu hören.
Oder vielmehr nur eine Stimme, denn Laura ist schwanger und es ist als ob ihr ungeborenes Kind zu ihr spricht und die Kontrolle über Laura übernimmt.
Laura bekommt nun Angst, vor ihrem Kind und um sich selbst. Das bereitet ihr einen großen Gewissenskonflikt. Kurz darauf begegnet sie einer schwangeren Tankstellenbesitzerin  die vollkommen psychotisch erscheint, aber mit ihren Äußerungen Lauras Wahrnehmung bestätigt. Nun weiß Laura das hier irgendetwas ganz und gar nicht in Ordnung ist.
Allerdings ist es da fast schon zu spät .....

Fazit:
Krass, beängstigend und extrem spannend.
Wulf Dorn spielt hier mit einem uralten und enorm wichtigen psychologischen Schutzfaktor des Menschen.
Damit die Menschheit überleben kann, müssen wir Kinder süß finden, ihnen nichts Böses zutrauen und immer bereit sein sie in Schutz zu nehmen. 
Dieses Verhalten fördert die Natur mit dem "Kindchenschema", das sind Attribute die Kinder besitzen um ein Brutpflegeverhalten auszulösen.
Eigentlich ist das ein perfektes Zusammenspiel und erleichtert das Überleben der Menschheit schon seit einigen Millionen Jahren.
Wulf Dorn setzt in "Die Kinder" seinen Hebel genau an diesem tief verankerten Instinktverhalten an und trifft mit seiner Geschichte genau ins Mark.
Die Protagonisten sind dem Geschehen nahezu hilflos ausgeliefert, weil sie sich eben diesem Instinktverhalten entsprechend verhalten und der Leser ist der Geschichte hilflos ausgeliefert, weil Dorn hier das Undenkbare beschreibt und das Entsetzen mit jeder Seite wächst.
Das, was wir lesen, darf nicht wahr sein, weil es sonst das Überleben der Menschheit gefährdet und die Sinnhaftigkeit der Instinkte in Frage stellt.
Aber genau, weil wir den Instinkten nicht mehr folgen nimmt diese Geschichte ihren Lauf....
Ich, persönlich, finde Wulf Dorn ist der beste deutsche Autor psychologischer Thriller. Seine Bücher sind immer ein Garant für Spannung und ich habe eigentlich jedes Buch von ihm gelesen.
Dieses Buch hier ist etwas anders. Es ist kein typischer Wulf Dorn-Thriller, keine typische Täter-Opfer-Ermittler-Geschichte, sondern beschreibt eher einen Prozess, der irgendwann, vor Beginn des Buches, gestartet ist und irgendwann nach dem Buch endet. Das Buch ist sozusagen mittendrin in dem Prozess und dieser Prozess ist nicht mehr aufzuhalten.
Seufz .... es ist wirklich schwierig zu beschreiben ohne zu spoilern .... am besten ihr lest selbst.
Ich, auf jeden Fall, fand das Buch echt super und es geistert mir auch nach dem Lesen noch im Kopf herum

Vielen Dank an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar


Samstag, 4. Februar 2017

Rezension "Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet" von B. A. Paris


  • Taschenbuch
  • blanvalet Verlag
  • 348 Seiten
  • 2016
  • ISBN: 9783734102639
  • 9,99 Euro
Klappentext:
Niemand glaubt dir. Niemand hilft dir. Du gehörst ihm ...
Grace und Jack Angel sind das perfekte Paar. Die dreiunddreißigjährige Grace ist warmherzig, liebevoll, bildhübsch. Jack sieht gut aus, ist charmant und kämpft als renommierter Anwalt für die Rechte misshandelter Frauen. Aber sollte man Perfektion jemals trauen? Warum zum Beispiel kann Grace auf Dinnerpartys so viel essen und nimmt doch niemals zu? Warum umgibt ein hoher Zaun Jacks und Graces wunderschönes Haus? Doch wenn man Grace danach fragen möchte, stellt man fest, dass sie nie allein ist. Denn Jack ist immer - wirklich immer - an ihrer Seite ..
( Quelle: blanvalet Verlag )  

Zusammenfassung:
Grace, jung, hübsch, klug und Einkäuferin bei Harrods müsste eigentlich von Männern umschwärmt werden, doch hat sie die Hoffnung auf eine glückliche Ehe schon fast aufgegeben.
Sie kümmert sich liebevoll um ihre Schwester Millie, die das Down Syndrom hat und wenn Millie mit der Schulbildung im Internat fertig ist, wird sie zu Grace ziehen.
Deswegen haben potentielle Ehemänner meist sehr schnell die Flucht angetreten.
Doch dann lernt sie Jack Angel kennen. Jack sieht sehr gut aus, ist vermögend und ein renomierter Rechtsanwalt, der für die Rechte mißhandelter Frauen eintritt.
Es ist fast Liebe auf den ersten Blick und Jack möchte sich nur zu gerne auf ein Leben mit Grace und Millie einlassen.
Schneller als Grace es eigentlich möchte, doch sie beschließt das Glück mit beiden Händen festzuhalten und so heiraten Jack und Grace schon wenige Monate nach dem Kennenlernen.
Grace soll Jack zu liebe zwar ihren Job aufgeben, doch Jack revanchiert sich mit einem Traumhaus, ganz nach Grace Wünschen gestaltet.
Ein kleiner Hund, ein eigenes Zimmer für Millie und traumhafte Flitterwochen in Thailand machen das Glück perfekt.
Es ist alles perfekt ... so perfekt, dass Esther, eine neue Freundin der Familie nicht umhin kommt gelegentlich zu sticheln.
Warum ist Grace so unglaublich schlank, obwohl sie bei jeder Verabredung doch Unmengen isst.
Warum hat Grace kein Handy und noch nicht mal einen Kuli in der Handtasche?
Warum trifft man Grace nie ohne Jack.
Doch Grace wirkt immer unwahrscheinlich glücklich und umsorgt von ihrem liebevollen Ehemann und das Glück wird immer perfekter, denn der Tag von Millies Einzug naht .....

Fazit:
Auf den ersten 20 Seiten dachte ich, das Buch sei mir schlicht zu seicht. Seitenlang das perfekte Glück zweier perfekter Menschen zu lesen war jetzt nicht das, was ich mir erwartet hatte.
Nein, einen "Gaslicht"-Roman wollte ich ja nun nicht ;)
Langsam aber sicher verdichtete sich jedoch das Geschehen und bei mir traten die ersten Fragezeichen bezüglich Grace Glück auf ... und einige Seiten später standen mir fast die Haare zu Berge.
Es ist eine böse Geschichte ... ganz böse. Beim Lesen hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass sich die Autorin intensiv mit den Kriminalfällen um Josef Frizl und Natascha Kampusch beschäftig haben muss, was jetzt aber ihrer Geschichte keinesfalls den Schrecken nimmt - ganz im Gegenteil.
Der Roman wird aus der Sicht von Grace erzählt und so erlebt man ihren Entwicklungsprozess hautnah mit. Auch wird die Geschichte nicht linear erzählt, sie springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her.
Dabei wird aber nichts vorweg gegriffen oder nacherzählt, sondern die Geschichte baut sich dadurch stimmig auf, ohne das der Leser an einer Stelle zuviel erfährt.
Ich konnte an durchgehend Grace Handeln und Gedanken gut nachvollziehen und die Ausweglosigkeit ihrer Situation hatte etwas sehr beklemmendes.
Seitenlang grübelte ich, wie Grace die Situation  beenden könnte, doch mir fiel kein Ausweg ein.
Aber dieses Problem hat B. A. Paris stimmig und geschickt gelöst. Gerade wenn Handlungen sehr verwickelt und komplex sind kommt mir die Lösung manchmal etwas an den Haaren herbei gezogen vor. Das ist hier aber gar nicht der Fall. Die Lösung ist geschickt und entwickelt sich im Laufe des Buches. Diese Entwicklung bekommt der Leser aber so gar nicht mit, erst im nachhinein wird klar, wie es sich so entwickeln konnte.
Ich finde es ist ein klasse Debütroman und ich hoffe B. A. Paris legt noch weitere Bücher nach, die genau so beklemmend, spannend und abgründig sind.

Vielen Dank an den blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar.