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Montag, 29. Juli 2019

Rezension "Das Opfer" von Bo Svernström





  • Rowohlt Verlag
  • Taschenbuch
  • 592 Seiten
  • Erscheinungstermin: 23.07.2019
  • ISBN: 978-3-499-27629-3
  • 12,00 Euro



Klappentext:
Täter oder Opfer?
Nördlich von Stockholm findet ein Bauer einen Mann in seiner Scheune, nackt und brutal gefoltert. Als Kommissar Carl Edson von der Reichsmordkommission mit seinem Team eintrifft, stellen sie schockiert fest, dass der Mann noch lebt. Noch bevor Edson tiefer in die Ermittlungen einsteigen kann, berichtet Reporterin Alexandra Bengtsson über den Fall. Das Opfer, Marco Holst, ist ein Krimineller, er hatte viele Feinde. Persönliche Rache? Ein blutiger Krieg in der Unterwelt? Doch bevor Holst eine Aussage machen kann, stirbt er im Krankenhaus. Als scheinbar wahllos weitere Morde an Kriminellen begangen werden, sucht die Reichsmordkommission fieberhaft nach einem Muster. Bis eine Spur Carl Edson und Alexandra Bengtsson in die Vergangenheit führt, zu äußerst düsteren, gewalttätigen Ereignissen.


Kurze Zusammenfassung:
In einer Scheune wird die entsetzlich zugerichtete Leiche von Marco Holst gefunden.
Während der Tatort untersucht wird, gibt Holst Lebenszeichen von sich und das Team um Kommisar Carl Edson stellt mit Erschrecken fest, dass der vermeintlich Tote noch lebt.
Doch die Verletzungen sind zu schlimm, bevor der Mann verhört werden kann stirbt er.
Edson geht, aufgrund der Brutalität und der kriminellen Vergangenheit des Opfers, von einem Bandenmord aus.
Zu Edsons Verärgerung ist auch die Presse erstaunlich schnell vor Ort und die Journalistin Alexandra Bengtsson hat gleich ein großes Interesse an dem Fall.
Bald darauf geschieht ein weiterer brutaler Mord und auch hier ist Alexandra Bengtsson sofort in der Berichterstattung.
Als sich die Mordserie fortsetzt muss Carl Edson seine Idee von Bandenmorden aufgeben, denn bei den Opfern findet sich keine Verbindung untereinander oder zu einschlägigen Banden.
Mit jedem weiteren Opfer wird klar, dass der Täter kein klassischer Serienmörder ist. Innerhalb der Opfer findet sich kein Muster und auch die Morde finden jedesmal auf andere Weise statt.
Nach und nach erkennt Carl, dass alle Opfer eine kriminelle Vergangenheit haben und für ihre Straftaten auch schon verurteilt wurden. Allerdings war keine der Strafen besonders hoch.
Anscheinend verübt er Täter hier Selbstjustiz und Edson sucht verzweifelt nach einer Spur. Aber nicht nur er ermittelt, auch die Journalistin Bengtsson scheint ihre Quellen zu haben und ist immer bestens informiert…..

Fazit:
Krass.
Ich fand diesen Krimi sehr krass.
Die Darstellung von Gewalt und Folter ist hier absolut ungeschönt und in aller Deutlichkeit. Ich bin zwar einiges gewöhnt, aber ab und an mal musste ich hier schon schlucken.
Trotzdem ist es kein „Splatterroman“ der sich nur in Gewaltorgien ergießt, sondern die Gewalt ist in das Geschehen eingearbeitet und gehört quasi, in dieser Dimension, dazu.
Warum der Täter solche Gewaltexzesse lebt erkennt man im zweiten, mittleren, Teil des Buches.
Hier schaut man in den Kopf des Täters und erlebt einige Stationen seines Lebens.
Dadurch weiß der Leser natürlich schon weit vor der Polizei, wer der Täter ist und warum er so handelt, aber das tut der Spannung keinen Abbruch.
Die Protagonisten, allen Voran Edson und Bengtsson passen gut in das Buch.  Bengtsson ist, meiner Ansicht nach, etwas detaillierter beschrieben, für mich greifbarer, aber beide Personen passen gut und konnten die Geschichte gut tragen.
Auch der Täter trägt die Geschichte sehr gut. So entsetzlich er handelt, mordet, so sehr regte er mich auch zum Nachdenken an. Die Geschichte um den Täter könnten einem auch durchaus in unseren Tageszeitungen begegnen, wir lesen und sind erschüttert, aber selten denken wir darüber nach, was es mit einem Menschen macht, dem so etwas passierte, was dem Täter im Roman geschehen ist.
Natürlich wird in dem Roman kein Verständnis für die Taten geweckt und auch kein Verständnis für den Täter, aber ich hatte das Gefühl, der Autor wollte mich in Richtung Verstehen führen.
So etwas finde ich immer sehr gut. Es gefällt mir, wenn ein Buch mehr mit mir macht, als mir nur die Zeit zu vertreiben.

Bo Svernström hat hier ein hochspannendes Debüt geliefert, das mich mehr als einmal, tief hat Luft holen lassen und absolut gefesselt hat.

Vielen Dank an Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar

Sonntag, 12. Juni 2011

Rezension: Totenreich von Ines Thorn



Taschenbuch,
384 S.
01.03.2011
8,99 €
ISBN 978-3-499-25371-3

Klappentext:
Unheilvolle Dinge ereignen sich im Frankfurt des frühen Jahres 1533: Dreimal findet Pater Nau nach der Beichte blutiges Frauenhaar im Beichtstuhl.
Dann wird am Mainufer die Leiche einer schwangeren Frau gefunden – ausgeweidet,vom Ungeborenen fehlt jede Spur.
Und weitere Schwangere werden vermisst.
Pater Nau gerät unter Verdacht.
Nur die Richterswitwe Gustelies und ihre Tochter Hella glauben an seine Unschuld und beschließen, selbst zu ermitteln.
Doch Hella begibt sich damit in höchste Gefahr, denn auch sie erwartet ein Kind ...
(Quelle: Verlag)

Zusammenfassung:
In Frankfurt verschwinden schwangere Frauen und werden kurz darauf ausgeweidet aufgefunden.
Da bei Pater Nau die Haare der Ermordeten gefunden werden, gerät er unter Mordverdacht und wird in das Verlies gesperrt.
Doch arg so unglücklich ist Pater Nau darüber nicht, denn der Mörder fand sich regelmäßig in Pater Naus Beichtstuhl ein und ängstigte damit den Pater zu Tode.
Im Verlies hat er nun Ruhe vor den unheimlichen Besuchen.
Doch Gustelies, seine Schwester, ahnt von all dem nichts und möchte den Pater, so schnell es geht, aus dem Verlies befreien.
Da der Bürgermeister die Ermittlungen verschleppt und auch sonst keine heiße Spur zu finden ist, ermittelt sie nun auf eigene Faust.
Schnell wird klar, das in Frankfurt noch mehr in Unordnung ist, denn sie versucht heraus zu finden, was denn jemand mit den Eingeweiden und Kindern der Toten anfangen könnte.
So stößt sie auf ein Wirtsehepaar, das ohne Schwangerschaft zu Babys gekommen ist, auf Apotheker die Leichenfett zu Salben verarbeiten und auf eine angesehene Witwe die Blut von Verstorbenen als Zutat für ihre preisgekrönten Kuchen benutzt.
Gustelies und ihre Tochter Hella decken Geheimnisse auf, die lieber ungelüftet bleiben sollten und ganz besonders Hella kommt dem Mörder ganz Nahe und sie ist schwanger ....

Fazit:
Ein toller Mittelalterkrimi mit viel Frankfurter Lokalkolorit.
Mein letzte Buch von Ines Thorn war "Das Mädchen mit den Teufelsaugen", da war ich ja schon sehr begeistert über die genaue Beschreibung der hessischen Orte und hier war ich nun auch wieder hin und weg.
Wenn Gustelies in Frankfurt über den Römer marschierte, hatte ich die Kulisse förmlich vor Augen und wußte genau wo sie nun abbiegen musste.
Dies bezüglich finde ich die Bücher von Ines Thorn immer wunderbar recherchiert.
Die Figuren sind plastisch und lebendig beschrieben und jeder der Hauptprotagonisten hat einen deutlich herausgearbeiteten Charakter, der bisweilen unfreiwillig komische Züge bekommt.
Und das habe ich an diesem Buch sehr geliebt.
Die Mischung aus Spannung und Witz.
Ich habe genauso oft auflachen oder lächeln müssen, wie ich gespannt nach dem Mörder suchte.
So war das Buch eine tolle Unterhaltung nach einem anstrengenden Arbeitstag und ich werde mir schleunigst weitere "Die Verbrechen von Frankfurt" Krimis besorgen.

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Samstag, 12. Februar 2011

Rezension: Die Königin der weißen Rose von Philippa Gregory



rororo
Taschenbuch,
560 S.
9,99 €
ISBN: 978-3-499-25484-0

Klappentext:
England, 1464: Die Adelshäuser York und Lancaster kämpfen erbittert um den Thron. Als König Edward, der Erbe der Weißen Rose, der schönen jungen Witwe Elizabeth Woodville begegnet, ist es um beide geschehen. Doch Elizabeth weigert sich, Edwards Mätresse zu werden. Da heiratet der König sie entgegen allen Standesschranken – ein ungeheurer Skandal!
Und keine Frau im Königreich hatte je so viele Feinde. Neid, Missgunst und Intrigen bringen Elizabeth und ihre Familie in größte Gefahr. Ihre Widersacher nennen sie eine Hure. Sie nennen sie eine Hexe. Doch Elizabeth weiß: Sie ist die Königin.
(Quelle: Verlag)

Zusammenfassung:
Edward der IV. ist gerade zum König geworden, da lernt er die ältere und verwitwtet Elizabeth Woodville kennen und lieben.
Eigentlich ist sie nicht als Braut geeignet, doch mit List und weiblichen Reizen, bringt sie Edward dazu sie zu heiraten.
Elizabeth Woodvilles verstorbener Ehemann war ein Lancastrianer, ebenso wie Elizabeth selbst und ihre Familie.
Edward allerdings entstammt dem Hause York.
Elizabeth hat keine Probleme schnell die Fronten zu wechseln um Königin zu werden und als sie am Ziel ist, nutzt sie ihre Stellung um Familie und Freunde in mächtige Posten zu bekommen und mit Ländereien und Adelstiteln zu versorgen.
Allerdings entmachtet sie damit Vertraute ihres Mannes, die nun auf Rache sinnen.
So wird der Kampf zwischen den Häusern Lancaster und York neu entfacht.
Elizabeth ist nun voll damit beschäftigt ihre Macht zu erhalten, ihr Leben und das Leben ihres Mannes zu schützen und sich gegen Intrigen und Anfeindungen zu wehren.
Doch je unerbittlicher sie ihre Macht ausbaut, desto unerbittlicher werden ihre Gegner.

Fazit:
Hier wird Geschichte lebendig.
Die Rosenkriege sind mir alle noch aus dem Geschichtsunterricht bekannt und vage finde ich noch irgendwelche Stammbäume, doch mal so richtig mit den Häusern Lancaster und York habe ich mich bisher nie beschäftigt. Ich war bisher eher ein Fan der deutschen und französischen Geschichte.
Durch aktuelle Fernsehfilme traten bisweilen mal die Tudors in mein Wohnzimmer, aber ob und wie das mit dem Hause York zusammenhängt war mir nicht bekannt.
Das hat sich nun geändert.
Nicht nur durch den tollen Stammbaum vorne im Buch, sondern auch durch die sehr gut recherchierte und lebendige Geschichte die Philippa Gregory hier nieder geschrieben hat.
Nun weiß ich, das die Tudors aus den Häusern Lancaster und York entstammen und die Linie geradewegs von Edward den IV. und Elizabeth Woodville abgeht.
Ohne Elizabeths Intrigen hätte ihre Tochter nicht einen Tudor geheiratet ....
Wer sich nun nicht für reale Geschichte interessiert bekommt auch sehr viel mit diesem Buch.
Es ist ein sehr lebendiger, historischer Roman, der mich so mitriss, das ich bisweilen bei Elizabeths Intrigen mit den Zähnen knirschte und wünschte sie wäre eine landlose Witwe geblieben.
Das war der beste historische Roman, den ich seit langem gelesen habe.

Vielen Dank an den Rowolt Verlag für dieses Rezensionsexemplar

Rezension: Schattenblüte von Nora Melling




Rowohlt Polaris
Hardcover,
352 S.
14,95 €
ISBN: 978-3-86252-000-8

Klappentext:
Eine Liebe‚ stärker als der Tod

Seit dem Tod ihres Bruders ist für Luisa nichts mehr, wie es war.
Sie beschließt zu sterben.
Aber kurz vor dem letzten Schritt hält jemand sie auf: Thursen nennt sich der Junge mit den ­geheimnisvollen Schattenaugen.
Mit einer Gruppe ­Jugendlicher lebt er im Wald, und er spürt Luisas Schmerz.
Die «Verborgenen» können ihre Gestalt ändern: Sie sind ­Werwölfe.
Mit jeder Verwandlung wird Thursen mehr zum Tier – und die Erinnerungen an sein vorheriges Leben verblassen.
Bald wird er ganz Wolf sein.
Dann hat Luisa auch ihn verloren.
Für ihre große Liebe ­würde sie alles tun.
Doch reicht das, um Thursen zu retten?
(Quelle: Verlag)

Zusammenfassung:
Luisa ist neu nach Berlin gezogen, doch nicht nur die Stadt ist neu für sie, ihr ganzes Leben ist neu.
Nachdem Luisas kleiner Bruder gestorben ist, haben die Eltern das alte Haus verkauft und die Heimatstadt fast fluchtartig verlassen.
Luisa muß sich nun im Leben "nach dem Bruder" zurechtfinden.
Doch das gelingt Luisa nicht so recht.
Zuviel hat sich verändert und ihre Eltern können Luisa nicht den Halt geben, den sie braucht.
Die Eltern sind viel zu sehr mit ihrem eigenen Schmerz beschäftigt, um Luisa und ihre Verzweifelung wahrzunehmen.
Luisa flüchtet sich immer öfter in den Grunewald und eines Tage will sie sich dort das Leben nehmen.
Doch da taucht Thursen auf.
Thursen schafft es, Luisa von ihrem Vorhaben abzubringen und er nimmt ihr das Versprechen ab, zu leben.
Luisa ist von Thursen fasziniert und verliebt sich in den geheimnisvollen Jungen.
Leider Thursen ist nicht nur ein Junge, er ist auch ein Wolf.
Nach einer schmerzvollen Erfahrung stand auch Thursen vor dem Entschluß sein Leben zu beenden, doch er wurde von anderen Werwölfen gefunden und in ihren Kreis aufgenommen.
Nun wird Thursen immer mehr zum Wolf und es fällt ihm immer schwerer die menschliche Gestalt einzunehmen.
Luisa ist verzweifelt, kaum hat sie Thursen gefunden, soll sie ihn auch wieder verlieren?
Diesmal will Luisa nicht wieder das Schicksal gewinnen lassen, sie nimmt ihr Leben selber in die Hand und versucht eine Lösung für sich und Thursen zu finden.

Fazit:
Schattenblüte ist eine wunderschöne Liebsgeschichte.
Auf sanfte Weise hat Nora Melling die aufkeimende Beziehung zwischen Luisa und Thursen beschrieben und mir beim Lesen einige herrlich romantische Stunden beschert.
Auf dem ersten Blick mag man meinen, das dieser "Werwolfroman" den anderen Wolf- und Vampirromanen ähneln könnte, aber ich finde er unterscheidet sich deutlich.
Hier steht nicht so sehr die Wolfsgestalt und die damit verbundene Mystik im Vordergrund, sondern vielmehr Luisas Weg zurück ins Leben und wie sie nicht nur sich selber rettet, sondern auch die Kraft aufbringt, Thursen ein Leben zu ermöglichen.
Das alles wird sehr zart und sanft beschrieben und läßt eine liebevolle Jugendromanze lebendig werden.
Ich habe das Buch sehr gemocht.

Vielen Dank an den Rowolt Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

Dienstag, 29. Juni 2010

Rezension: Enemy von Chris Mooney




394 Seiten
Taschenbuch
8,95 Euro
ISBN: 978-3-499-25284-6

erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag

Klappentext:

CSI-Ermittlerin Darby McCormick sieht sich dem verstörendsten Verbrechen ihrer Karriere gegenüber. Welches Geheimnis sollte Amy durch Folter entlockt werden? Warum schweigt John, der den brutalen Mord an seiner Mutter mit ansehen musste, so beharrlich?

Die Ermittlungen fördern nur weitere Fragen zutage: Wer war der stille Zeuge, dessen Spuren sich im Haus finden? Und wie
kommen die Fingerabdrücke eines Kriminellen an den Tatort eines Mannes, den die Polizei vor zwanzig Jahren tötete?
Darby ahnt: Ihre Gegner sind gefährlich. Egal, auf welcher Seite des Gesetzes sie stehen.

Darby McCormick wird an einen grausigen Tatort gerufen und stellt sofort einige Ungereimtheiten fest.
Zudem fühlt sie sich dem Sohn des Mordopfers verbunden.
Darby verlor ihren Vater auch sehr früh durch Mord.
John oder Sean, wie der Sohn des Mordopfers in Wirklichkeit heißt, scheint ein wichtiger Zeuge zu sein, der nicht nur etwas über die Täter sagen könnte, sondern auch über die Hintergründe, die weit in die Vergangenheit hinein reichen.
Doch John fühlt sich bedroht und nimmt sich das Leben.
Dadurch bekommt Darby McCormick nun noch eine emotionale Triebfeder.
Sie möchte herausfinden in was John und seine Mutter vestrickt waren und wer die Mutter so fürchterlich hingerichtet hat.
Nach und nach kommt Darby einer Verschwörung auf die Spur oder ist es nur eine Verschwörungstheorie?
Darby muß jedem mißtrauen, sogar ihr Partner macht sich verdächtig.
Und die Gegenseite schlägt gnadenlos zurück.

Ich habe das Buch in Windeseile durchgelesen, der Schreibstil ist sehr flüssig und eingängig und durch eine gute Portion Spannung ist dieses Buch ideal für den Liegestuhl an einem Nachmittag mit viel Zeit.
Allerdings blieben viele Fragen offen.
Das "warum" und "wer" wurde nicht so recht beantwortet, aber ich denke, darum soll es in diesem Buch auch nicht unbedingt gehen.
Es ist ein sehr spannender Krimi in dem bisweilen die Heldin mit der Flinte bewaffnet einen weiblichen Terminator gibt und dabei immer sehr sympathisch bleibt.
Trotzdem ist Darby McCormick keine geeignete Identifikationsfigur für mich.
Sie supersportlich, die Beste an der Academy, sieht super aus, kommt jedem Rätsel schnell auf die Spur und kann sich in einer Welt voller Gewalt und Rohheit behaupten.
Ihr einziger Schwachpunkt scheinen unerwiederte romantische Gefühle für ihren Partner zu sein.
So bleibt für mich eine gewisse Distanz zu dem Buch, was bei dem einen oder anderen Blutbad vielleicht auch gar nicht schlecht ist.
Es ist kein Buch, das den nächtlichen Schlaf beeinträchtigt, aber eine gelungene Lektüre für den Urlaubskoffer.

Mittwoch, 2. Juni 2010

Biosphere von Warren Fahy


Dieses Buch habe ich aus dem Regal meiner Tochter gefischt und möchte es hier vorstellen


496 Seiten,
Taschenbuch
9,95 Euro
ISBN: 978-3-499-25242-6

erschienen im Rowohlt Verlag

Klappentext:

Der Luxusliner "Trident" befährt den Südpazifik, an Bord eine Filmcrew und Naturwissenschaftler.
Man ist dabei, die Reality-Show "Sea Life" zu filmen.
Plötzlich erreicht ein Hilferuf das Schiff.
Er kommt von einem nebelverhangenen Felseneiland.

Doch die Insel ist mitnichten harmlos. Flora und Fauna haben sich hier über Jahrtausende hinweg evolutionstechnisch optimiert.
Sie wissen sich gegen die Eindringlinge zu wehren.
Auf schreckliche Weise.
Nicht auszudenken, was geschieht, wenn eines dieser Lebewesen die Insel verläßt

Insgesamt geht es in diesem Buch um das Kennenlernen unbekannter Lebensformen und die ethische Diskussion um Lebenswert und Vernichtenswert.
Mehrere Forscher verschiedener Fakultäten, das Militär und nicht zuletzt Medienvertreter sehen sich mit Wesen konfontiert, die den Rahmen unserer Einordnungsgruppen sprengen und müssen sich im Verlauf des Romans entscheiden ob sie dieses Leben schützen wollen oder nicht, und welchen Preis man für die Entscheidung bezahlen möchte.


Dieses Buch empfand ich als sehr spannend.
Es läßt sich leicht und flüssig lesen und der Schreibstil ist plastisch.
Ich konnte mir problemlos und und den buntesten Farben, die, im Buch vorgestellten Lebewesen ausmalen.
Da im Buch auch ausreichend Zeichnungen dieser eigenwilligen Fauna vorhanden sind, war es wirklich ein leichtes zu verstehen was der Autor beschreiben möchte.
Die Hauptperson, Nell Duckworth, eine Botanikerin, ist sympathisch und durchaus als Identifikationsobjekt für die weibliche Leserschaft geeignet.
Man fiebert mit ihr und wünscht ihr die kühnsten Entdeckungen und als sie eine Entscheidung trifft die ethisch grenzwertig ist, kann man es nachvollziehen und sogar verzeihen.
Die männliche Hauptperson, Geoffrey Binswanger, ist ebenso sympathisch und auch seine Ansichten sind verständlich und gut nachvollziehbar.
Insgesamt versetzte mich dieses Buch ein paar Tage lang in eine unbekannte Welt, die mich zum Nachdenken anregte.
Bisweilen fand ich das Buch so spannend, das ich es kaum aus der Hand legen konnte.
Sehr schön wäre ein zweiter Band, ich würde ihn sofort lesen.
Als kurzes Fazit kann ich nur sagen: Crichton läßt grüßen und das kann ruhig öfter passieren