Samstag, 5. Januar 2019

Rezension "Kalsarikänni - Vom großen Spaß, sich allein zu Hause in Unterwäsche zu betrinken" von Miska Rantanen




  • Goldmann Verlag
  • Broschiertes Buch
  • 184 Seiten
  • Erscheinungstermin: 17. Dezember 2018
  • ISBN: 9783442159659
  • 10,00 Euro


Klappentext:

Die Dänen lieben Hygge, kuscheln sich gerne gemütlich ein und trinken literweise heiße Schokolade. Da das ziemlich auf die Hüften geht, haben die Schweden das etwas moderatere Lagom erfunden. Ein bisschen Schoki, aber nicht zu viel davon. So richtig viel Spaß macht Mäßigung dann aber doch nicht, weswegen die Finnen nun mit Kalsarikänni durchstarten, was so viel bedeutet wie: sich allein zu Hause in Unterwäsche betrinken. Bei diesem sensationellen Wohlfühltrend aus dem coolen Norden geht es darum, sich all die hoffnungslos verplanten Abende zurückzuerobern, die man sonst mit Besuchen im Fitnessstudio, miesen Dates, langweiligen Familienfeiern oder gar im Büro gefüllt hat. Canceln Sie das alles. Gehen Sie heim, ziehen Sie sich den unbequemen Anzug aus und kippen Sie in Ruhe einen: Entspannter werden Sie nie sein. Der finnische Kalsarikänni-Experte Miska Rantanen zeigt Ihnen, wie es geht!
(Quelle: Goldmann Verlag)



Beschreibung und Fazit:

Um was geht es?
Um loslassen und locker machen, um Freiheit und Gemütlichkeit.
Im Klappentext wird schon angedeutet, dass es um das Gefühl von Gemütlichkeit geht und darum, auch mal die Seele so richtig baumeln zu lassen.
Die Dänen feiern dies mit "Hygge". Alles wird ungeheuer gemütlich gestaltet, Kerzen, leckere Getränke, guten Kuchen, stylische Gemütlichkeit in Perfektion.
Die Schweden haben ihr Lagom. Das ist fast das Gleiche wie Hygge, aber etwas strenger. Also quasi Hygge mit Gesundheitsaspekt.
Die Finnen überholen nun Hygge und Lagom mit Kalsarikänni.
Kalsarikänni ist sich die Freiheit zu nehmen auch einfach mal Nichts zu tun, oder etwas zu tun was gar nicht so perfekt und optimiert ist.
Das Sinnbild dafür ist, sich alleine zu Hause in Unterwäsche zu betrinken.

Würde hier bei uns natürlich niemand tun .... niemals .... NIEMALS.
Denn es ist nicht perfekt, damit optimiere ich mich nicht, es hat keinen produktiven Sinn, ich kann es nicht fotografieren und auf Instagram veröffentlichen, ich kann damit meine Selbstdarstellung nicht pushen und verhalte mich auch noch ungesund.
Also nein .... never!
Oder?

Warum nicht? Es geht in der Quintessenz des Buches nicht darum seine Leber zu ruinieren oder gar suchtkrank zu werden, sondern schlicht und ergreifend darum, auch einmal loszulassen und sich eine Zeit lang nicht mit Produktivität und Selbstoptimierung zu beschäftigen.

Wenn ich nach Hause komme, dann habe ich einen langen Arbeitstag hinter mir. Nach diesem Arbeitstag widme ich mich dem Haushalt, ich wasche, mache sauber, bügel, koche das Essen und mache anschließend wieder sauber.
Wenn ich dann von diesen Alltagspflichten befreit bin, treffe ich mich in stylischen Cafes und Kneipen mit Freunden oder ist setzte mich aufs Sofa um zu lesen, zu stricken oder sonstige "Hobbys" zu erledigen.
Ich bin immer emsig, immer produktiv, jede Minute dient einem Zweck.
Wann habe ich das letzte mal nichts gemacht? Also nichts, dass keinem produktiven Zweck diente?
Und warum ist das so?

Beim Lesen des Buches "Kalsarikänni" habe ich gemerkt, dass wir immer strenger mit uns werden.
Wenn wir Hygge zelebrieren, achten wir schon darauf, dass nicht zu viele Kalorien dabei sind, oder schauen, dass wir danach mit einem Workout diese Kalorien gleich wieder loswerden.
Wenn wie Freizeit haben, unterwerfen wir uns tausend Pflichten und aus der Freizeit wird ganz schnell doch wieder eine Pflichtzeit.

Das Prinzip hinter Kalsarikänni ist einfach mal ohne Pflichten zu sein, dass zu tun, was in unseren Augen komplett nutzlos ist, aber total entspannend sein kann.
Es geht natürlich nicht darum so oft und so viel Alkohol wie möglich zu trinken, man kann den Alkohol auch ruhig weglassen und satt dessen Luftgitarre spielen oder Hüpfkästchen auf dem Wohnzimmerteppich hüpfen.
Also einfach mal Nichts tun und sich wohl dabei fühlen.

Vielleicht sollte ich Kalsarikänni auch gelegentlich mal einen Platz in meinem Leben einräumen und dadurch vielleicht etwas gelassener werden, denn das Leben besteht nicht nur aus Produktivität und Selbstoptimierung, sondern auch aus freier Zeit und gelassenem Genuss.

Kalsarikänni wird von Miska Rantanen so humorvoll und augenzwinkernd beschrieben, dass die 186 Seiten richtig Spaß bescheren. 
Man versteht sofort, dass es hier nicht darum geht, sich eine Erlaubnis zu holen um in eine Suchtkrankheit abzugleiten, es geht darum einfach mal frei zu sein (Alkohol gehört wirklich nicht zwingend zu Kalsarikänni!)

Und wer es auch sich heraus alleine nicht schafft, einfach mal los zu lassen und behaglich nichts zu tun, der findet in diesem Buch 100 Gründe, die es einem erlauben. ;)

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für dieses fröhliche und lustige Rezensionsexemplar.
 




Rezension "Die Nano Invasion" von Robert Ludlum und Kyle Mills




  • Heyne Verlag
  • Broschiertes Buch
  • 431 Seiten
  • Erscheinungstermin: 10. Dezember 2018
  • ISBN: 9783453439085
  • 10,99 Euro


Klappentext:
Kampf gegen den Terror

In einem japanischen Fischerdorf wird John Smith ein Koffer mit unbekanntem Inhalt übergeben. Zurück in den Staaten, erfährt Smith, dass es sich um radioaktive Substanzen handelt. Er lässt das Material untersuchen und macht eine entsetzliche Entdeckung. Die porösen Brocken aus Stahl, Beton und Kunststoff sind offenbar in der Lage, sich endlos zu vervielfältigen. Was verbirgt sich hinter dieser bizarren Technologie? Die Spur führt zu einem Kommandanten der japanischen Streitkräfte, der offenkundig Fürchterliches im Schilde führt.
(Quelle: Heyne Verlag)


Kurze Zusammenfassung:
Der Atomreaktor in Fukushima war nicht nur eine Anlage in der Energie gewonnen wurde. Innerhalb eines der vier Reaktoren befand sich auch ein geheimes Forschungslabor.
Der verheerende Tsunami 2011 bewirkte deshalb nicht nur eine gefährliche Kernschmelze, er zerstörte auch das geheime Forschungslabor.
John Smith, Agent der US Sondereinheit Covert One, ist dem Material aus diesem Forschungslabor auf der Spur, zunächst jedoch ohne es zu wissen.
Er ist der Einzige der einem mysteriösen Auftrag gewachsen sein könnte und deswegen begibt er sich in ein kleines japanisches Fischerdörfchen. Dort bekommt er ein unbekanntes Material übergeben, doch kaum ist es in seinem Besitz wird er angegriffen.
Schwer verletzt rettet er sich ins Meer und kann mit einem Beutel des Materials entkommen. Mehr tot als lebendig wird er aus dem Wasser gefischt.
Smith ahnt, dass das übergebene Material hochbrisant sein muss, denn seine unbekannten Angreifer sind nicht die Einzigen, die es auf  den Inhalt des Beutels abgesehen haben.
Zurück in den Staaten lässt Smith das Material analysieren und statt dem vermuteten radioaktiven Stoffen befinden sich Millionen von Nanobotern in dem Beutel.
Diese Nanoboter können sich selbst vermehren und jeden Stoff zersetzten, der sich ihnen in den Weg stellt.
Schnell wird klar, wer dieses Material besitzt kann die Welt beherrschen und jeden Krieg gewinnen und John Smith muss dies verhindern ....


Fazit:
Der Roman ist hochspannend und greift immer wieder Themen aus der aktuellen Zeitgeschichte auf. Die Geschichte widmet sich hauptsächlich der zerstörerischen Gefahr durch Nanopartikel.
Nanopartikel und Nanotechnologie haben längst Einzug in unseren Alltag genommen, jedoch ohne dass diese Technologie gänzlich erforscht und ausgereift ist.
Nach Jahren von Nanopartikeln in Putzmitteln und Kosmetika stellte man kürzlich fest, dass manche dieser Partikel die Blut-Hirn-Schranke überwinden  und sich in unseren Gehirnen ausbreiten können.
Diese Nanos sind so klein, dass sie ohne Probleme mit Feinstaub zusammen in unsere Lungen geraten und in der Medizin sollen sie eingesetzt werden um zum Beispiel von Innen heraus verletzte Blutgefässe zu reparieren oder Krebstumore zu zerstören. 
Eine wenig invasive Methode um Erkrankungen zu heilen, die ansonsten nur mit Operationen behandelt werden können.
Die Einsatzmöglichkeiten von Nanobotern sind vielfältig und natürlich geht die Forschung nicht nur in Richtung Heilung und Hilfe im Haushalt, sondern auch in Richtung Aufrüstung mit modernen Technologien.
Andreas Eschbach hat sich in seinem Buch "Der Herr aller Dinge" schon eingehend mit Nanotechnologien und ihren Gefahren beschäftigt und auch hier, in "Die Nano Invasion"  von Ludlum/Mills kann man gut die Gefährlichkeit eines Missbrauchs der Nanoforschung erkennen.
Diese Partikel sind nahezu unsichtbar und können trotzdem mit zerstörerischen Fähigkeiten ausgestattet werden.
Derjenige, der die vollkommene Kontrolle über eine von Ludlum beschriebene Nano Invasion hat, könnte so wirklich die Macht über diesen Planeten erlangen.
Diese Szenario haben Robert Ludlum und Kyle Mills sehr intensiv beschrieben, sodass der Leser teilwiese  über diese neuen Möglichkeiten erschrecken kann.
Doch im Zentrum des Buches stehen nicht nur moderne Technologien, sondern natürlich eine Menge Action mit John Smith.
Ich mag Actionromane sehr gerne und dieser hier hat mich außerordentlich gut unterhalten

Vielen Dank an den Heyne Verlag für dieses Rezensionsexemplar


Rezension "Stream - Gehst du offline, ist sie tot" von Derek Meister




  • blanvalet Verlag
  • Broschiertes Buch
  • 379 Seiten
  • Erscheinungstermin: 17. Dezember 2018
  • ISBN: 9783734105623
  • 9,99 Euro


Klappentext:
Non-Stop-Action, die das Herz rasen lässt!

Frank Banta hat sich der Bekämpfung von Cybercrime verschrieben. Doch auch, wenn der NATO-Agent nach außen cool wirkt, leidet er auch nach fünf Jahren am Tod seiner Frau Anna, deren Leiche bis heute unauffindbar ist. Ein harmloses Spiel mit einer Livestream-Plattform, wird zum Albtraum, als er die totgeglaubte Anna in einem der Videostreams entdeckt - zusammen mit einem Mann, der sie foltert! Als Banta erfährt, dass Anna nur noch wenige Stunden zu leben hat, muss er sie um jeden Preis finden. Unter keinen Umständen darf der Stream abreißen, sonst ist Anna verloren ...
(Quelle: blanvalet Verlag)


Kurze Zusammenfassung:
Frank Banta ist NATO-Agent und in der Bekämpfung der Cyberkriminalität eingesetzt.
Seiner Aufgabe widmet er sich mit vollem Einsatz, doch seelisch ist Banta schwer angeschlagen. 
Vor fünf Jahren starb seine Frau Anna während eines Außeneinsatzes. Die Befreiung einer Geisel kostete Anna das Leben.
Auch in Franks Team ist Annas Tod noch sehr präsent und als Anna auf einmal in einem Online Livestream auftaucht ist es ein Schock.
Anna wird vor laufender Kamera von einem Mann misshandelt und mit dem Tode bedroht.
Frank Banta muss Anna finden und retten, sonst wird sie in diesem Livestream getötet. Doch Banta weiß nicht wo er anfangen soll und zudem darf der Stream nicht offline gehen, denn sonst wird Anna sofort getötet.


Fazit:
Dieser Roman ist eine rasante Jagd gegen die Zeit und quer durch Berlin.
Ich habe es gelesen, als ich selbst gerade ein paar Tage in Berlin war und mir hat das Lokalkolorit in dem Buch sehr gefallen.
Ich mag es, wenn ich an fremden Orten bin und diese Orte in einem Buch wieder erkenne.
Das Tempo in dem Buch ist wirklich enorm. Der Zeitrahmen in dem Frank Banta handeln muss ist eng begrenzt und innerhalb dieser Zeitgrenze muss viel erledigt werden. Beides zusammen ergibt ein hohes Tempo.
Auch die Sprache und der Protagonisten und die Frequenz der Dialoge unterstreichen das Tempo.
Das Buch ist sehr spannend geschrieben und der Plot an sich, bietet auch viele Möglichkeiten an der Spannungsschraube zu drehen.
Mir hat nur gelegentlich das Fachjargon nicht so gut gefallen. Bei manchen Fachbegriffen bin ich tatsächlich auf der Strecke geblieben. Vielleicht hätte man die Fachsprache an einigen Stellen etwas auf Normalsprache runterbrechen können, damit wirklich jeder versteht, was da gerade vor sich geht.
Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Internet, der damit verbundenen Fachsprache und dem wirklich hohen Tempo glaube ich, dass dieser Roman jungen Erwachsenen sehr gut gefällt.

Vielen Dank an den blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar