Mittwoch, 1. Juli 2020

Rezension "Kriegsfalke" von James Rollins & Grant Blackwood



  • Tucker Wayne 2
  • Broschiertes Buch
  • blanvalet Verlag
  • 509 Seiten
  • Erscheinungstermin: 15. Juni 2020
  • ISBN: 9783734108129
  • 12,00 Euro


Klappenetxt:
"Niemand - und ich meine wirklich niemand - schreibt bessere Science-Thriller." Lee Child

Tucker Wayne hat mit seinem Militärhund Kane die U.S. Army verlassen. Gemeinsam reisen sie ohne festes Ziel durch die USA. Da stöbert sie eine alte Freundin auf, die Hilfe braucht. Irgendjemand versucht, sie und ihr Kind zu ermorden. Wayne will keinen Ärger, aber wegsehen kann er auch nicht. Also stimmt er zu, ein paar Nachforschungen anzustellen. Er ist sich nicht sicher, wie ernst die Lage ist - bis zum ersten Mal eine Kampfdrohne mit einem Maschinengewehr auf ihn feuert! Beinahe zu spät erkennt er, wie gefährlich seine Gegner sind. Doch dann ist er bereit zurückzuschlagen!
(Quelle: blanvalet Verlag)


Inhalt:
Tucker Wayne ist mit seinem belgischen Schäferhund Kane nach seinem letzten Einsatz für die Sigma Force ohne festes Ziel unterwegs. Eigentlich geht es ihm ganz gut, bis ihn der Hilferuf einer ehemaligen Waffenkammeradin und Geliebten erreicht. Jane Sabatello bittet ihn um Hilfe, denn irgendjemand versucht sie und ihren Sohn umzubringen.
Tucker erklärt sich sofort bereit seiner Freundin zu helfen und beginnt der Verschwörung um Jane auf den Grund zu gehen. Schnell findet er heraus, dass nicht nur Jane bedroht ist, sondern Sandy, ebenfalls eine alte Freundin, wird seit vier Wochen vermisst. Jane und Sandy arbeiteten beide an der Entwicklung modernster Waffentechnologien, an verschiedenen Standorten zwar, aber in zusammenhängenden Projekten.
Nach und nach wurden alle Projekte aufgelöst und die Entwickler nun alle tot oder verschwunden.
Als Tucker Wayne mit seinen Nachforschungen etwas zu tief gräbt, gerät auch er in Lebensgefahr. Er wird von einer intelligenten Drohne verfolgt und fast getötet.
Janes Feinde sind nun auch seine Feinde und er weiß, dass er die Verschwörung zerschlagen muss, denn sonst würden weder Jane noch er selbst überleben ....


Fazit:
James Rollins ist für mich einer der ganz großen Autoren von Abenteuerromanen und Wissenschaftsthrillern.
In seinen Büchern hat man enorm viel Action, aber nie ohne "Sinn und Verstand" sondern die Geschichten und Inhalte sind immer auf reale Wissenschaft gestützt.
Dieser Thriller beschäftigt sich mit der Entwicklung von Kampfdrohnen. Die moderne Kriegsführung bedient sich immer öfter fernlenkbarer Drohnen. Hier sitzt der Todesschütze dann vielleicht irgendwo, tausende Kilometer entfernt in einem gemütlichen Stuhl und entscheidet über Leben und Tod an einem Ziel, dass er noch niemals selbst besucht und gesehen hat.
Drohnen können aber nicht nur zum Töten eingesetzt werden, sie können auch überwachen und spionieren, sie können Pakete liefern und wunderschöne Landschaftsfilme aufnehmen.
In diesem Thriller wird die Drohne aber zu einer intelligenten, lernfähigen Waffe, die auf bestimmte Personen ausgerichtet wird und ihr Ziel nicht aus den Augen verliert, bis es vernichtet ist.
Diese Technologie ist erschreckend, aber teilweise nicht mehr nur Zukunftsmusik.
Tucker Wayne, der Held des Romans, kämpft hartnäckig und geschickt gegen Drohnen und französische Fremdenlegionäre, gegen Multikonzerne und Kriegsverbrecher. Dabei sammelt er ein sympathisches und überzeugendes Team um sich. Die Sigma Force spielt hier nur eine klitzekleine Nebenrolle, Tucker Wayne trägt den Roman alleine.
Mit Tucker Wayne hat James Rollins einen neuen Helden geschaffen, der richtig gut in die Kulisse eines Abenteuerromans passt und zusätzlich noch ungeheuer sympathisch ist.
Dies ist der zweite Band um Wayne und ich freue mich, dass James Rollins so eine unterhaltsame Reihe geschaffen hat.

Vielen Dank an den blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar

Sonntag, 21. Juni 2020

Rezension "Die verlassenen Kinder" von Belinda Bauer





  • Goldmann Verlag
  • Broschiertes Buch
  • 464 Seiten
  • Erscheinungstermin: 15. Juni 2020
  • ISBN-13: 9783442490547
  • 10,00 Euro

Klappentext:
Ein Spannungsroman der Extraklasse - nominiert für den Man Booker Prize

"Bleibt im Auto. Ich bin gleich wieder da." Das sind die letzten Worte, die der elfjährige Jack von seiner Mutter hört. Bis sie zurückkommt, soll er auf seine beiden kleinen Schwestern aufpassen. Doch sie kommt nicht zurück, sondern wird bald darauf ermordet aufgefunden. Jahre später ist der Täter noch immer nicht gefasst, und Jack trägt noch immer die Verantwortung für Joy und Merry. Mit Einbrüchen hält er sich und seine Schwestern über Wasser. Als er endlich auf die entscheidende Spur stößt, ist er fest entschlossen, den Mord an seiner Mutter zu rächen ...
(Quelle: Goldmann Verlag)


Inhalt:
1998: Es ist heiß, zu heiß um im Auto zu bleiben, also nimmt Jack seine Schwestern und marschiert die Autobahn entlang um seine Mutter zu suchen. Jacks Mutter Eileen hat Jack und seine Schwestern im Auto zurück gelassen um an einer Notrufsäule einen Abschleppwagen zu rufen. Doch Jack findet seine Mutter nicht und Eileen wird nie wieder zu ihren Kindern zurück kehren. Sie wurde ermordet.
2001: Catherine ist alleine zu Hause. Nicht ganz alleine, bei ihr ist ihre Katze und das Baby in Catherines Bauch. Als sie Geräusche hört ist sie sich nicht ganz sicher, ob Chips die Katze klappert oder ob vielleicht ein Einbrecher im Haus ist. Mit einer Vase bewaffnet durchsucht sie das Haus und findet auf dem Küchentisch ein Messer, daneben eine Karte mit der Botschaft: "Ich hätte dich töten können". Catherine ist zu Tode erschrocken, beschließt aber dennoch ihrem Mann nichts davon zu erzählen.
Jack hält unterdessen seine Familie mit Kleindiebstählen über Wasser. Als er in Catherines Haus nach Brauchbarem sucht erkennt er ein Messer wieder. Das Messer, mit dem seine Mutter umgebracht wurde....


Fazit:
Für mich wurde dieser hervorragende Krimi zurecht für den Man Booker Prize nominiert.
Von der ersten Seite an hat mich das Buch gefesselt und ich konnte es kaum aus der Hand legen.
Nicht nur der Kriminalfall hat mich gefesselt, sondern auch Belinda Bauers lebendige Schreibweise und ihre detaillierten Beschreibungen der Kulissen.
Zum Beispiel die Beschreibung von Jacks Zuhause. Sein Vater kauft seit Eileens Tod jede Woche Zeitungen im Wert von 40 Pfund. Joy, Jacks Schwester wacht über diese Zeitungen und stapelt sie. Sie stapelt sie aufeinander, nebeneinander und stapelt sie dann wieder um. Jack hat die Wanderung der Stapel genau im Blick und integriert diese in den Alltag. Statt einen Stapel Zeitungen wegzuwerfen, der auf dem Herd liegt, schraubt er die Sicherung des Herdes heraus, damit die Zeitungen nicht versehentlich in Brand geraten.
Die Lähmung der Familie ist in der Beschreibung des Hauses mehr als spürbar, doch innerhalb dieser Lähmung strukturiert Jack die Bedingungen. Er ändert sie nicht, er strukturiert sie. So hat Belinda Bauer schon nach wenigen Seiten die Figur des Jack so plastisch herausgearbeitet,  dass ich ihn einfach länger auf seiner Suche nach dem Mörder von Eileen begleiten wollte.
Im ganzen Roman schient mir nichts zufällig, fast jedes aufeinander treffen der Figuren war weit weg von Zufall, sondern schon fast schicksalhaft, trotzdem wirkte die Geschichte überhaupt nicht konstruiert. 
Mich haben auch die vielen kleinen Geschichten innerhalb der Geschichte fasziniert. Jede der Figuren hat ihre eigene Geschichte und sogar ihre Namen erzählen diese Geschichte weiter, obwohl es schon sehr amüsant ist, dass der unwirsche DCI ausgerechnet Marvel heißt ;)
Mir hat der Krimi sehr, sehr gut gefallen und ich werde mit Sicherheit noch mehr von Belinda Bauer lesen.

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar

Samstag, 30. Mai 2020

Rezension "Das Schattenhaus" von Tess Gerritsen




  • Limes Verlag
  • Broschiertes Buch
  • 384 Seiten
  • Erscheinungstermin: 27. April 2020
  • ISBN-13: 9783809027164
  • 15,00 Euro

Klappentext:
Ein unheimliches altes Haus, eine verschwundene Frau und ein dunkles Geheimnis, das tief in die Vergangenheit reicht ...

Nach einem tragischen Ereignis flüchtet Ava von Boston auf eine abgelegene Halbinsel an der Küste Maines. Dort mietet sie ein altes herrschaftliches Haus und hofft, endlich zur Ruhe zu kommen und Inspiration für ihr neues Buch zu finden. Obwohl das Haus zunächst düster und unheimlich wirkt, übt es doch eine unerklärliche Anziehungskraft auf sie aus. Dann beginnt sie plötzlich seltsame Geräusche zu hören, und eines nachts glaubt sie eine schattenhafte Gestalt hinter den Vorhängen in ihrem Schlafzimmer zu sehen. Von den Dorfbewohnern erfährt sie von dem mysteriösen Verschwinden ihrer Vormieterin. Als Ava beginnt nachzuforschen, kommt sie hinter ein verstörendes Geheimnis, das verzweifelt gewahrt werden soll ...
(Quelle: Limes Verlag)


Inhalt:
Ava möchte ein neues Kochbuch schreiben, doch in Boston fehlt ihr die Muse und Inspiration.
Vor einigen Monaten lud sie schwere Schuld auf sich und kommt nicht zur Ruhe. Sie trinkt zu viel und kann das Buch nicht wirklich in Angriff nehmen.
Durch eine glückliche Fügung kann sie ein Haus an der Küste Maines mieten, in dem sie sich, recht abgeschieden und in Ruhe, ihrem Buch widmen kann.
Anfangs halten sich tagsüber noch zwei Handwerker in dem Haus auf, aber abends und nachts ist sie mit ihrem Kater alleine im Haus.
Immer wieder hat Ava das Gefühl nicht alleine zu sein, sieht Schemen und Schatten, doch als sie die Polizei ruft, wird niemand gefunden, sie ist definitiv alleine im Haus.
Ava beginnt vor Kreativität zu sprudeln und ihr Kochbuch nimmt immer mehr Form an, aber nachts trinkt sie immer noch zu viel und kämpft mit seltsamen Bildern und Erscheinungen.
Eines Tages nimmt sie Kontakt zu der Geisterjägerin Maeve auf um das Geheimnis der Schatten zu lüften ...


Fazit:
Dieser Roman hat nichts mit den Büchern um Rizoli & Isles zu tun, sondern ist ein "Standalone".
Auch die Geschichte und die Stimmung in diesem Roman deckt sich nicht mit der bekannten Serie um Rizoli & Isles, sondern erinnert mehr an Romane von Barbara Gartland oder an die alten "Gaslichtromane"
Trotzdem hat mich das Buch sehr gut unterhalten.
Die Geschichte ist romantisch, fast kitschig, überhaupt nicht realistisch und trotzdem ist das Buch eine sehr gute Abwechslung in dieser schweren und harten "Corona-Zeit".
Anfangs konnte ich nicht wirklich glauben, dass ich das lese, was ich lese, es war einfach kein intelligenter Thrill a la "Die Chirurgin" oder "Der Meister" zu finden, sondern eben eine romantisch-kitschige Geistergeschichte.
Aber auch dieses Genre hat Tess Gerritsen unterhaltsam bedient und mir damit eine kurzweilige Lektüre beschert.
Für Fans von Gerritsens bekanntester Buchreihe ist dieser Roman vielleicht nicht so geeignet, aber Leser/innen, die etwas Romantik lieben und einen leichten Roman mit ein bißchen Grusel und Spannung möchten sind hier richtig.

Vielen Dank an den Limes Verlag für dieses Rezensionsexemplar