Samstag, 6. Juni 2026

"Sterblich" von Thomas Enger



 


  • Henning Juul Bd. 1
  • blanvalet Verlag
  • Taschenbuch
  • Erscheinungsdatum 23.04.2025
  • Seitenzahl 432
  • ISBN 978-3-7341-1445-8
  • 12,00 Euro



Klappentext:
Nach zwei Jahren kehrt Enthüllungsjournalist Henning Juul zurück an seinen alten Arbeitsplatz. Bei einem Wohnungsbrand kam sein kleiner Sohn ums Leben, er selbst wurde schwer verletzt. Doch seine Kollegen kennen kein Pardon und schicken ihn an seinem ersten Arbeitstag zu einer Pressekonferenz der Osloer Polizei. Auf dem Ekeberg wurde die Leiche einer 23-jährigen Studentin gefunden. Der Körper weist schreckliche Folterspuren auf – die Folgen einer Strafe nach den Regeln der Scharia? Polizeiermittler und Journalisten glauben an einen Ehrenmord. Nur Hennings Instinkt sagt etwas anderes ...
(Quelle: blanvalet Verlag)


Was passiert:
Henning Juul ist zurück. Mit Naben gezeichnet, ohne Sohn und ohne Frau. Das alte Leben ist vorbei, einzig seine Arbeit als Journalist ist geblieben. 
Als wäre es nicht genug nun mit seinem vernarbten Äußeren wieder in die Öffentlichkeit zu treten, hat seine Ex-Frau auch noch eine Beziehung mit dem Kollegen, mit dem er in dem aktuellen Mordfall recherchieren soll.
Allerdings ist der Fall derart undurchsichtig, sodass Henning von seiner Grübelei über die Vergangenheit abgelenkt wird.
Eine Studentin wird ermordet aufgefunden. In einem Loch im Boden wurde sie gesteinigt und die Polizei geht von einem Ehrenmord aus, war sie doch mit einem Moslem liiert.
Doch Henning findet Spuren, die in eine ganz andere Richtung zeigen. Nicht nur sterben auffällig viele Menschen, die mit der Ermordeten zu tun hatten, sondern er gelangt auch an ein Skript, dass den Ablauf des Mordes minutiös beschreibt.
Im Laufe der Recherche gelang Henning Juul an einen Punkt, an dem er zu viel weiß und die Jagd auf ihn beginnt ...


Fazit:
Richtig, richtig spannend.
Die Story beginnt langsam. Die ersten Begegnungen mit Henning Juul sind still und hinterlassen Fragen aber nach kurzer Zeit ist der Kontakt geknüpft und man versteht die Persönlichkeit Juuls. Schuld, Versagen, Verlust und Angst begleiten ihn, trotzdem ist er in der Lage abzuschalten und den Fokus auf den aktuellen Fall zu lenken.
Der Fall selbst ist kniffelig und ich habe richtig lange gebraucht um den ersten Verdächtigen auf meine innere Liste zu setzen.
Ich mag das, denn so wird ein Triller nochmal spannender für mich.
"Sterblich" hat mir gezeigt, dass Thomas Enger nicht nur im Gespann mit Jørn Lier Horst ein richtig guter Autor ist, sondern auf alleine sehr spannende Thriller schreibt.
Seine Reihe um den Journalisten Henning Juul hat auf jeden Fall nun einen neuen Fan :)

Samstag, 11. April 2026

"Blutregen" von Thomas Enger & Jørn Lier Horst

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  • Alexander Blix & Emma Ramm Bd. 6
  • blanvalet Verlag
  • Taschenbuch
  • Erscheinungsdatum 18.03.2026
  • Seitenzahl 432
  • ISBN 978-3-7341-1502-8
  • 13,00 Euro


Klappentext:
Ein Heckenschütze versetzt Oslo in Angst und Schrecken. Scheinbar wahllos schlägt er in der Sommerhitze zu. Eines seiner ersten Opfer ist Emma Ramms Schwester. Umso entschlossener sind Blix und Ramm, den Täter zu stoppen. Während die Temperaturen immer höher klettern, und der Schütze die Stadt weiter terrorisiert, versucht die Polizei ein Muster zwischen den Anschlägen zu finden. Doch der Täter ist ihnen immer einen Schritt voraus und verfolgt seinen eigenen gnadenlosen Plan …
(Quelle: blanvalet Verlag)


Was passiert:
Oslo wird von einem Heckenschützen terrorisiert. Mitten auf einem belebten Platz schießt jemand aus dem Hinterhalt scheinbar wahllos auf Menschen. Eines der ersten Opfer ist Emma Ramms Schwester. Emma kann gerade noch zum Tatort teilen und ihre Nichte aus der Schusslinie ziehen, aber ihre Schwester bleibt schwer verletzt liegen. Auch Alexander Blix ist schnell vor Ort und nachdem die Schüsse aufhören, fällt ihm ein Mann auf der fast unbeteiligt vom Platz weggeht.
Blix nimmt umgehend die Verfolgung auf und es sieht so aus, als wäre er tatsächlich dem Täter auf den Fersen, denn der Mann lässt sich nicht einfach verfolgen und schaltet Blix geschickt aus.
Nun kann Blix den Fall erst recht nicht loslassen und obwohl er kein Polizist mehr ist, nimmt er die Ermittlungen auf.
Doch Blix kann sich kaum ein Bild machen, da schlägt er wieder zu. Zufälligerweise ist Blix schon wieder vor Ort und dieser zweite Anschlag zeigt ein Muster auf. Leider kann niemand dieses Muster erkennen, nur Blix und er hält an seiner Theorie fest ...

Fazit:
Für mich ist "Blutregen" das beste Buch aus der Reihe. Es hat mich wirklich von der ersten bis zur letzten Seite  absolut gefesselt.
Im Laufe der Story tauchen hier und da Verdächtige auf, aber der Täter ist Blix und der Polizei immer einen Schritt voraus, dem Leser sogar zwei Schritte ;)
Ich habe also genau so im Dunklen gefischt wie Blix und Ramm. Nach und nach kommt aber doch etwas Licht ins Dunkle und dann überraschen die Autoren mit der absoluten Skrupellosigkeit des Täters.
Klar zeigte er sich von Anfang an skrupellos trotzdem hat mich die Steigerung seiner Skrupellosigkeit, die wir präsentiert bekommen, wirklich überrascht.
Das Buch war von Anfang an sehr spannend aber im letzten Drittel nimmt der Spannungsbogen derart zu, dass ich das Buch kaum weglegen konnte.
Neben der wirklich packenden Story hat mir aber auch das Lokalkolorit sehr sehr gut gefallen.
Für die Geschichte sind Orte und Straßenverläufe sehr wichtig, die Stadt rückt damit in den Vordergrund.
Ich war schon sehr oft in Oslo und ich habe so viele Plätze und Straßen wiedererkannt, konnte förmlich mit Blix durch die Straßen eilen. Sehr oft wusste ich genau wo er sich gerade befindet und wie es dort aussieht. Sogar eines meiner liebsten Cafes habe ich wiedererkannt :)
Das Buch ist also nicht nur toll für Menschen, die Krimis lieben, sondern macht auch Lesern Spaß die Oslo kennen und lieben.


Vielen Dank an den blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar

Samstag, 21. März 2026

"Eden - Wenn das Sterben beginnt" von Marc Elsberg

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  • blanvalet Verlag
  • Gebundene Ausgabe
  • Erscheinungsdatum 25.02.2026
  • Seitenzahl 768
  • ISBN 978-3-7645-0866-1
  • 28,00 Euro


Klappentext:

Frühjahr: In der Karibik attackiert ein Riesenkalmar vor den Augen entsetzter Touristen einen Walhai. In der Bucht von Triest treiben Schwärme toter Fische. Im Amazonas verdorrt der Boden. Lokale Einzelphänomene der Natur – so scheint es. Doch weltweit beginnt etwas zu kippen …
Als das neue KI-Programm des IT-Experten Piero Manzano Alarm schlägt, ist die Prognose eindeutig: Binnen Monaten droht eine globale Megakrise. Gemeinsam mit dem reichweitenstarken Influencer Linus Strand und der jungen Meeresbiologin Sarah Keller macht Piero die Warnung öffentlich – und sie alle damit zur Zielscheibe. Mächtige Gegenspieler tun alles, um sie zum Schweigen zu bringen, während sich am Horizont ein Sturm zusammenbraut …


Was passiert:
Piero Manzano entwickelte ein KI-Programm das Prognosen zuverlässiger darstellen kann, als jedes andere Programm. Doch ausgerechnet bei der Präsentation des Programms beginnt die KI Prognosen zu zeigen die nicht stimmen können. Die Investoren ziehen sich erbost zurück, sie wollen keine Schwarzmalerei eines untauglichen Programms und Manzano vermutet erst einmal eine Manipulation des Programms. Für den nächsten Tag sagt das Programm ein Fischsterben vor Triest voraus und die Fische sterben. Für wenige Tage später prognostiziert das Programm Planktonsterben und Wasserknappheit in Norddeutschland. Genau so kommt es.
Für Piero ist klar, das Programm wurde nicht manipuliert, sondern die Erde hat ihren Kipppunkt erreicht.
Die Brisanz dieser Tatsache ist jedoch nicht nur Piero bewusst, auch der Investor Viktor ist sehr interessiert an diesen Prognosen. Allerdings nicht um die Erde zu retten, sondern um den größtmöglichen Gewinn aus den bevorstehenden Katastrophen zu schlagen.
Gleichzeitig gerät der eher oberflächliche Reiseinfluencer Linus Strand versehentlich zwischen die Fronten. Eigentlich möchte er nur über nette Hotels und schöne Strände berichten, aber das veränderte Verhalten der Meeresbewohner und die interessante Meeresbiologin Sarah geben seinen Instaposts eine neue Richtung. Aktuell und direkt vor Ort berichtet er von Umweltverstößen und neuen Krisen. Damit macht er sich nicht nur Freunde. Ganz im Gegenteil, nach einem Bericht über ein geplantes Rechenzentrum wird eine Trollfarm auf ihn losgelassen. Ausgerechnet Viktor, Pieros Geldgeber und Nutzer der KI, ist Inverstor des Rechenzentrums ....


Fazit:
Spannend. Furchteinflößend. Rasant.
Bestimmt erinnern sich noch viele an Elsbergs Thriller "Black Out", hier beschrieb er realistisch und absolut nachvollziehbar die Folgen eines flächendeckenden Black Out.
In "Eden" beschreibt er ebenso realistisch und nachvollziehbar die Folgen, wenn die Erde, der Klimawandel, seinen Kipppunkt erreicht. Nach wenigen Seiten stellte ich fest, dass ich Teile der Szenarien kenne, dass sie genau so schon passieren, trotzdem werden in "Eden" nicht nur mögliche Potenzierungen des jetzigen Zustands beschrieben, sondern die Ursachen und die Folgen werden gut erklärt und schlüssig in die Geschichte eingebaut.
Fast jede Seite entlockte mir ein Nicken und ein "Ja, genau so kann ich es mir vorstellen" oder "Ja, das passiert gerade tatsächlich". So nett wie ein Realitätsbezug ansonsten in Büchern ist, so erschreckend ist er hier. Aber erschreckend ist nicht nur das Kippen des Klimas, sondern auch die Skrupellosigkeit mit der Investoren aus dieser Krise auch noch den letzten Euro herauspressen wollen. Ganze Populationen werden geopfert um den Gewinn zu maximieren. Ich würde gerne sagen, dies sei alles Fiktion, ist es aber leider nicht.
Egal ob es Eigentümer sozialer Netzwerke sind, die ganze Generationen in digitale Abhängigkeiten treiben um Gewinn zu machen oder Gesellschafter von Unternehmen die von fossilen Energien leben sind, es werden reale Leben und reale Umwelt geopfert um noch einen Dollar mehr zu besitzen.
Hier hat Elsberg den Finger sehr deutlich und mit viel Druck in die Wunde gelegt und klar aufgezeigt, dass eine Veränderung nur gemeinsam geht.
Die Bevölkerung alleine, ohne die Politik und die Investoren im Rücken wird es nicht schaffen. Die Politik alleine auch nicht ... es geht nur wenn wir alle an einem Strang ziehen.
Falls es noch nicht zu spät ist ....
Auf jeden Fall ist "Eden - Wenn das Sterben beginnt" nichts für schwache Nerven und auch nichts für Menschen, die ihre rosarote Brille behalten möchten.
Ganz im Gegenteil, nach der Lektüre ist jedwedes Rosarot verschwunden und zurück bleibt der Drang sofort anzupacken, damit wir die Kurve noch bekommen, bevor die Erde tatsächlich ihren Kipppunkt erreicht.


Vielen Dank an den blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar