Sonntag, 9. Mai 2021

Tasty Pride - 75 Rezepte aus der Queer Food Community


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  • Südwest Verlag
  • Broschiertes Buch
  • Seitenzahl: 224
  • Erscheinungstermin: 13. April 2021
  • ISBN: 9783517099675
  • 20,00 Euro


Klappentext:
Food is love

Essen hat die besondere Kraft, Menschen zu verbinden, zu nähren und zu beflügeln. Dieses einzigartige Kochbuch von BuzzFeeds Erfolgskochkanal TASTY ist ein Tribut an all die fantastischen Köche der Queer Community. 75 innovative Rezeptideen von LGBTQ+ Köchen und Foodies sprühen vor Kreativität und bieten spannende Geschmackskombinationen. Die inspirierenden Geschichten rund um diese Gerichte zeugen von Liebe, Stolz und Akzeptanz: die Pasta Puttanesca einer Köchin, die das Herz einer Angebeteten erobert, das Blumenkohlsandwich, das Trost spendet, als Mutter und Tochter sich voreinander outen, oder die Mousse-au-Chocolat-Torte, die während der Präsidentschaft von Barack Obama im Weißen Haus serviert wurde - des ersten amerikanischen Präsidenten, der sich für die gleichgeschlechtliche Ehe aussprach. Diese Gerichte sind so vielfältig und bunt wie die Liebe.

Mit exklusiven Rezepten von Star-Köchen wie Yotam Ottolenghi und Antoni Porowski!
(Quelle: Südwest Verlag)


Fazit:
Ich bin absoluter Fan der "Tasty" Kochbücher und anhand der Seitenaufrufe der vergangenen Besprechungen sehe ich, ihr seid auch von "Tasty" begeistert.
"Tasty Pride" beinhaltet kunterbunte und kreative Rezepte aus der Queer Food Community, die ihren Platz in jeder Küche finden können.
Begeistert haben mich hier die interessanten Zutaten und spannende Zusammenstellung der Gerichte.
Ob "Im Kohlblatt gegrillter Lachs nach Yucatan Art", "Hühnersuppe mit Orzo, Zitrone und Kräutern" oder "Spargelnester mit Salsa Verde und weichen Eiern", die Rezepte sind außergewöhnlich und haben Pfiff.
Ich habe als erstes die "Spargelnester" nachgekocht. Das bietet sich in der jetzigen Spargelzeit ja förmlich an.




Wie von "Tasty" gewohnt, werden die Rezepte in leichter Schritt für Schritt - Anleitung präsentiert.



Man wird ruckzuck durch das Rezept geführt und wenn man die Anleitung befolgt, kann eigentlich kaum etwas schief gehen.




Vor dem Kochen dachte ich, dass dieses Gericht ziemlich einfallslos sei, aber ich wollte es trotzdem ausprobieren, um herauszufinden warum es einen Platz in diesem Kochbuch ergattern konnte.
Beim Essen wusste ich warum.
Dieser etwas langweilige Spargel mit den unspektakulären Eiern, wurde durch die Zutaten zu einer wahren Geschmacksexplosion.
Spargel und Eier, verfeinert mit einer Salsa Verde aus Curryblättern, Minze, Ingwer, Chili und Weißweinessig ließen mich Spargel und Eier ganz neu kennen lernen.

So ist es mir eigentlich mit fast jedem Gericht ergangen.
Das Grillhähnchen ist eigentlich nur ein Grillhähnchen, aber mit der Pfirsich-Dijonsenf Glasur wird das simple Grillhähnchen zum absoluten Gaumenschmaus.
Besonders gut gefällt mir, dass alle Gerichte recht einfach zu kochen sind, aber durch ein, zwei kreative Zutaten ganz neu und sehr spannend werden.
Mir macht das kochen mit "Tasty - Pride" auf jeden Fall unheimlich Spaß und ich finde es toll, wenn meine "Mitessser" ebenfalls so begeistert sind, wie ich es bin.




Vielen Dank an den Südwest Verlag für dieses Rezensionsexemplar

Montag, 3. Mai 2021

"Hauskonzert" von Igor Levit und Florian Zinnecker


 


  • Hanser Verlag
  • Hardcover
  • Seitenzahl: 299
  • Erscheinungstermin: 12. April 2021
  • Deutsch
  • ISBN: 9783446269606
  • 24,00 Euro


Klappentext:
Igor Levit begeistert in der Elbphilharmonie wie auf Twitter. Das erste Buch "eines der wichtigsten Künstler seiner Generation ... der Pianist des Widerstands." New York Times

Igor Levit gehört zu den besten Pianisten seiner Generation. Doch sein Wirken geht weit über die Musik hinaus: Er erhebt seine Stimme gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Art von Menschenhass. Er engagiert sich für den Klimaschutz und tritt für die Demokratie ein. Was treibt ihn an? Woher rührt seine Energie? Der Journalist Florian Zinnecker begleitet Igor Levit durch die Konzertsaison 2019/20. Gemeinsam erleben sie eine Zeit der Extreme. Es ist das Jahr, in dem Levit öffentlich Partei gegen Hass im Netz ergreift und dafür Morddrohungen erhält. Das Jahr, in dem er für Hunderttausende Hauskonzerte auf Twitter spielt. Und das Jahr, in dem er zu sich selbst findet - als Künstler und als Mensch.
(Quelle: Hanser Verlag)


Hauskonzert.
Igor Levit.
Wer ist das? Warum lese ich ein Buch von und über Igor Levit?
Igor Levit ist einer der besten Pianisten unserer Zeit.
Daher war mir Igor Levit schon lange ein Begriff und auch eine Konzertkarte liegt im Kästchen mit den "der Pandemie zum Opfer gefallenen Konzerten".
Igor Levit als Mensch? 
Als Persönlichkeit war er mir allerdings kein Begriff. Es gibt so viele begabte, berühmte oder präsente "Stars", ich kann mich nicht mit allen beschäftigen ...
Aber dann kam die Pandemie, der Fokus wurde kleiner, und Nähe im persönlichen Bereich wurde ersetzt durch Nähe im unpersönlichen.
In dieser Zeit wurde Igor Levit als Persönlichkeit für mich präsent.
Mehr oder weniger über Umwege, ich folge Karl Lauterbach auf Twitter und zu Beginn des ersten Lockdown lieferten sich Levit und Lauterbach kleine Schlagabtausche auf Twitter. Lauterbach hat damals von "Coronagegnern" viel einstecken müssen, doch was ich dann an Anfeindungen auf Levits Account sah, war abgründig, unterirdisch und unaussprechlich.
Levit begeisterte damals mit seinen wunderbaren Hauskonzerten, auf Twitter gestreamt, tausende von Menschen, die nach Kultur hungernd im Lockdown saßen.
Levit schien danach zu hungern seine Kunst zu leben, die Zuschauer hungernden danach Kunst zu erleben.
Ich war einer von ihnen.
In den folgenden 12 Monaten blieb ich Levits Follower und erlebte als "Zuschauer" ein wenig von dem mit, was Zinnecker in "Hauskonzert" berichtet.

Hauskonzert ist keine klassische Biografie, in der von Geburt bis zum Jetzt, an einem roten Faden, ein Leben erzählt, beschrieben wird.
Die Stationen sind nicht chronologisch, sie passieren einfach. So springt das Buch durch Zeiten und Orte, durch Gedanken, Realitäten und Erinnerungen.
In einem Augenblick fährt man gemeinsam mit dem Zug durch Deutschland, um sich dann wenige Momente später in der musikalischen Früherziehung eines Kleinkindes wieder zu finden.
Das Buch springt zwischen Gedanken und Erinnerungen so wie es auch in den Köpfen der Leser passiert, wenn sie ihre Gedanken frei schweifen lassen.
Von daher sind die Sprünge nicht schwer nachzuvollziehen, sie haben in der Struktur vielmehr etwas sehr vertrautes.
Aber "Hauskonzert" dreht sich nicht nur um Erinnerungen und vergangene Lebensabschnitte, sondern auch um Levits Hauskonzerte auf Twitter und die Zeit, die diese Hauskonzerte erst möglich machte.
Ich persönlich habe die Zeit des ersten Lockdown nicht nur als finstere, gelähmte Zeit erfahren, sondern tatsächlich auch als Zeit der Veränderung und neuen Kreativität.
Diese Wahrnehmung habe ich auch bei Künstlern gefunden, auf jeden Fall auch bei Igor Levit.
In seiner Kommunikation auf Twitter habe ich gemerkt, dass ich sich etwas verändert.
In "Hauskonzert" konnte ich nachlesen, dass sich wirklich etwas veränderte und auch was.
"Hauskonzert" bringt dem Leser den Menschen Igor Levit näher, aber nicht nur den Menschen, sondern auch das was Menschen wie Igor Levit in unserer Gesellschaft passiert.
Also
- begabten Menschen.
- berühmten Menschen.
- Menschen mit Migrationshintergrund.
- Menschen mit verschiedenen kulturellen Wurzeln.
- Menschen mit unterschiedlichen Religionen

Menschen also, die durch irgendetwas isoliert, herausgehoben werden.
Dabei ist es egal ob es viele oder wenige Menschen sind, die sich das Recht herausnehmen, jemanden zu isolieren, zu stigmatisieren oder zu verurteilen, zu beschimpfen und mit Hass zu überschütten, weil dieser Jemand nicht christlich getauft ist oder außerhalb von Deutschland geboren wurde.
Es ist egal ob es viele oder wenige sind, es zählt, dass es passiert. Das es passiert, in den Kommentarspalten eines sozialen Netzwerkes oder auf dem Heimweg. Das es passiert und toleriert wird.
In "Hauskonzert" wird dem Leser gezeigt, was dies mit einem Menschen macht.
Nein, Igor Levit jammert nicht, zeigt sich auch nicht als wehrloses Opfer.
Er zeigt was passiert. Er zeigt das Antisemitismus und Rassismus passieren. Antisemitismus und Rassismus passieren im Alltag und außerhalb des Alltags, in Kommentarspalten und im persönlichen Kontakt.
Er zeigt aber auch, dass dies nicht nur ihn etwas angeht, sondern Rassismus und Antisemitismus gehen uns alle an.

Ich bin "Hauskonzert" für vieles dankbar.
Dankbar dafür, dass ich einen kleinen Blick auf den Menschen Igor Levit werfen konnte, dankbar dafür, dass Levit ausspricht, mit welchen Abgründen unserer Gesellschaft er konfrontiert wird, dankbar dafür, dass er es nicht schweigend hinnimmt, dankbar dafür, dass er uns nicht nur die Melodien großer Komponisten zeigt, sondern auch ein wenig seine eigene Melodie.









Rezension "Leichengrund" von Emelie Schepp



  • Jana Berzelius 5
  • blanvalet Verlag
  • Taschenbuch
  • Seitenzahl: 445
  • Erscheinungstermin: 19. April 2021
  • ISBN: 9783734108693
  • 10,00 Euro
Buchinfo:
Ein Fluss voller Leichen, ein schweigsamer Mörder und eine Anwältin, die mit allen Wassern gewaschen ist ... Ein neuer Fall für Jana Berzelius.
Es regnet an dem Tag, an dem sich ein brutaler Mord im schwedischen Norrköping ereignet. Die Leiche einer Frau wird im Fluss gefunden - ihre Beine wurden zusammengenäht. Kurze Zeit später taucht eine zweite »Meerjungfrau« auf, und die Polizei weiß nun, dass sie es mit einem Serienkiller zu tun hat. Als eine weitere Frau vermisst wird, drängt die Zeit. Die eigenwillige Staatsanwältin Jana Berzelius ist die Einzige, die eine Verbindung zum Fall des Mörders Simon Norell sieht. Doch dieser schweigt beharrlich, seit er seine Familie umgebracht hat. Erst wenn Jana Simon erneut zum Sprechen bringt, wird sie den Mörder aufhalten können - doch dazu benötigt sie die Hilfe ihres schlimmsten Feindes ...
(Quelle: blanvalet Verlag)


Inhalt:
Mia Bolander versucht über Tinder endlich den passenden Partner zu finden, Henrik Levin kämpft damit Familie und Beruf zeitlich zu vereinbaren und Jana Berzelius sucht einen Weg um Danilo Pena aus der Psychiatrie zu holen als Norrköping von einer Serie grausamer Morde heimgesucht wird.
Frauen wurden ertränkt, ihre Beine zusammengenäht und dann als "Meerjungfrau" in den Fluss geworfen.
Nach und nach deuten immer mehr Hinweise auf Simon Norrel, doch Simon ist Patient der geschlossenen Psychiatrie.
Jana erkennt ihre Chance nicht nur den Fall zu lösen, sondern auch Pena wieder in Freiheit zu bringen, denn Danilo Pena und Simon Norrel werden auf der gleiche Station behandelt.
Pena wird zu Berzelius Maulwurf und im Gegenzug verspricht sie eine gerichtliche Anhörung.
Aber die Zeit drängt, schon wieder ist eine Frau verschwunden und dieses Mal ist das Team persönlich betroffen ....


Fazit:
Dies war mein zweiter Krimi aus der Jana Berzelius-Reihe von Emelie Schepp und die Reihe beginnt mir wirklich zu gefallen.
Mein erstes Buch der Reihe war der dritte Band und dieser hat mich als Krimi gut unterhalten, dennoch bin ich nicht wirklich in die Reihe eingestiegen.
Jetzt, im fünften Band, hat es gefunkt und ich habe einen Draht zu den Figuren bekommen.
Jana Berzelius war für mich im dritten Band nicht ganz greifbar, nachvollziehbar, wahrscheinlich weil mir viel aus ihrer Geschichte gefehlt hat. 
In "Leichengrund" wurden gleich viele Informationen über Janas Vergangenheit geliefert, sodass ich Zusammenhänge besser verstehen und auch die Person "Jana Berzelius" begreifen konnte.
Damit hat Jana etwas sehr faszinierendes für mich bekommen, denn sie wird zum großen Teil aus ihrer Vergangenheit definiert.
So ist Jana nicht nur sehr geheimnisvoll, sondern wird sozusagen ein Kriminalfall im Kriminalfall. 
Das hört sich kompliziert an, ist aber sehr einfach und unglaublich spannend.
Ich hatte mir schon vor Jahren vorgenommen, die Vorgängerbände alle zu lesen, aber es irgendwie immer verpasst.
Jetzt, nach "Leichengrund" muss ich das unbedingt tun, denn ich möchte erfahren woher Jana Berzelius kommt und was ihre Geschichte ist. Sie ist auf jeden Fall düster und gefährlich ...
Der Fall in "Leichengrund" war natürlich auch sehr spannend und hat mich gepackt, aber ich muss zugeben, dass er für mich nur Begleiter des Falles "Berzelius" war.
Vielleicht war dies so von Emelie Schepp gewollt, vielleicht ist des aber passiert, weil ich auf einmal Neugierig auf die Staatsanwältin mit Vergangenheit wurde.
Nebelkind, der erste Band der Reihe, habe ich mir nun bestellt und ich bin gespannt, ob darin ein wenig das Geheimnis um Jana gelüftet wird.

Alle Bände der Reihe:

Nebelkind
Weißer Schlaf
Engelsschuld
Im Namen des Sohnes
Leichengrund

Vielen Dank an den blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar