Samstag, 21. März 2026

"Eden - Wenn das Sterben beginnt" von Marc Elsberg

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  • blanvalet Verlag
  • Gebundene Ausgabe
  • Erscheinungsdatum 25.02.2026
  • Seitenzahl 768
  • ISBN 978-3-7645-0866-1
  • 28,00 Euro


Klappentext:

Frühjahr: In der Karibik attackiert ein Riesenkalmar vor den Augen entsetzter Touristen einen Walhai. In der Bucht von Triest treiben Schwärme toter Fische. Im Amazonas verdorrt der Boden. Lokale Einzelphänomene der Natur – so scheint es. Doch weltweit beginnt etwas zu kippen …
Als das neue KI-Programm des IT-Experten Piero Manzano Alarm schlägt, ist die Prognose eindeutig: Binnen Monaten droht eine globale Megakrise. Gemeinsam mit dem reichweitenstarken Influencer Linus Strand und der jungen Meeresbiologin Sarah Keller macht Piero die Warnung öffentlich – und sie alle damit zur Zielscheibe. Mächtige Gegenspieler tun alles, um sie zum Schweigen zu bringen, während sich am Horizont ein Sturm zusammenbraut …


Was passiert:
Piero Manzano entwickelte ein KI-Programm das Prognosen zuverlässiger darstellen kann, als jedes andere Programm. Doch ausgerechnet bei der Präsentation des Programms beginnt die KI Prognosen zu zeigen die nicht stimmen können. Die Investoren ziehen sich erbost zurück, sie wollen keine Schwarzmalerei eines untauglichen Programms und Manzano vermutet erst einmal eine Manipulation des Programms. Für den nächsten Tag sagt das Programm ein Fischsterben vor Triest voraus und die Fische sterben. Für wenige Tage später prognostiziert das Programm Planktonsterben und Wasserknappheit in Norddeutschland. Genau so kommt es.
Für Piero ist klar, das Programm wurde nicht manipuliert, sondern die Erde hat ihren Kipppunkt erreicht.
Die Brisanz dieser Tatsache ist jedoch nicht nur Piero bewusst, auch der Investor Viktor ist sehr interessiert an diesen Prognosen. Allerdings nicht um die Erde zu retten, sondern um den größtmöglichen Gewinn aus den bevorstehenden Katastrophen zu schlagen.
Gleichzeitig gerät der eher oberflächliche Reiseinfluencer Linus Strand versehentlich zwischen die Fronten. Eigentlich möchte er nur über nette Hotels und schöne Strände berichten, aber das veränderte Verhalten der Meeresbewohner und die interessante Meeresbiologin Sarah geben seinen Instaposts eine neue Richtung. Aktuell und direkt vor Ort berichtet er von Umweltverstößen und neuen Krisen. Damit macht er sich nicht nur Freunde. Ganz im Gegenteil, nach einem Bericht über ein geplantes Rechenzentrum wird eine Trollfarm auf ihn losgelassen. Ausgerechnet Viktor, Pieros Geldgeber und Nutzer der KI, ist Inverstor des Rechenzentrums ....


Fazit:
Spannend. Furchteinflößend. Rasant.
Bestimmt erinnern sich noch viele an Elsbergs Thriller "Black Out", hier beschrieb er realistisch und absolut nachvollziehbar die Folgen eines flächendeckenden Black Out.
In "Eden" beschreibt er ebenso realistisch und nachvollziehbar die Folgen, wenn die Erde, der Klimawandel, seinen Kipppunkt erreicht. Nach wenigen Seiten stellte ich fest, dass ich Teile der Szenarien kenne, dass sie genau so schon passieren, trotzdem werden in "Eden" nicht nur mögliche Potenzierungen des jetzigen Zustands beschrieben, sondern die Ursachen und die Folgen werden gut erklärt und schlüssig in die Geschichte eingebaut.
Fast jede Seite entlockte mir ein Nicken und ein "Ja, genau so kann ich es mir vorstellen" oder "Ja, das passiert gerade tatsächlich". So nett wie ein Realitätsbezug ansonsten in Büchern ist, so erschreckend ist er hier. Aber erschreckend ist nicht nur das Kippen des Klimas, sondern auch die Skrupellosigkeit mit der Investoren aus dieser Krise auch noch den letzten Euro herauspressen wollen. Ganze Populationen werden geopfert um den Gewinn zu maximieren. Ich würde gerne sagen, dies sei alles Fiktion, ist es aber leider nicht.
Egal ob es Eigentümer sozialer Netzwerke sind, die ganze Generationen in digitale Abhängigkeiten treiben um Gewinn zu machen oder Gesellschafter von Unternehmen die von fossilen Energien leben sind, es werden reale Leben und reale Umwelt geopfert um noch einen Dollar mehr zu besitzen.
Hier hat Elsberg den Finger sehr deutlich und mit viel Druck in die Wunde gelegt und klar aufgezeigt, dass eine Veränderung nur gemeinsam geht.
Die Bevölkerung alleine, ohne die Politik und die Investoren im Rücken wird es nicht schaffen. Die Politik alleine auch nicht ... es geht nur wenn wir alle an einem Strang ziehen.
Falls es noch nicht zu spät ist ....
Auf jeden Fall ist "Eden - Wenn das Sterben beginnt" nichts für schwache Nerven und auch nichts für Menschen, die ihre rosarote Brille behalten möchten.
Ganz im Gegenteil, nach der Lektüre ist jedwedes Rosarot verschwunden und zurück bleibt der Drang sofort anzupacken, damit wir die Kurve noch bekommen, bevor die Erde tatsächlich ihren Kipppunkt erreicht.


Vielen Dank an den blanvalet Verlag für dieses Rezensionsexemplar


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