Samstag, 18. Juli 2026

"Insel der Ratten" von Jo Nesbo

Werbung

 


  • Ullstein Verlag
  • Gebundenes Buch
  • Erscheinungsdatum 25.06.2026
  • Seitenzahl 208
  • ISBN 978-3-550-20153-0
  • 19,99 Euro


Klappentext:
Nach einer verheerenden Pandemie ist die Welt nicht wiederzuerkennen: Massenarbeitslosigkeit und Armut haben das demokratische Gleichgewicht gekippt, marodierende Banden beherrschen die Straßen der großen Stadt. Colin Lowe, einer der reichsten Unternehmer des Landes, rettet sich mit seiner Familie auf die Insel der Ratten. Derweil wütet sein Sohn Brad mit seiner Bande auf dem Festland und verschont nicht einmal Colins engsten Freund Will. Als er dessen Tochter Amy bei einem Überfall in seine Gewalt bringt, sinnt Will auf Rache. Sein Feldzug führt ihn auf das Dach eines Hochhauses, Schauplatz eines gnadenlosen Countdowns auf Leben und Tod.  
(Quelle: Ullstein Verlag)


Was passiert:
Eine Pandemie hat Menschen und Staaten in eine neue Ordnung geworfen. Eine übergeordnete Macht oder Staatsmacht existiert nicht mehr, einzig das Recht des Stärkeren sichert das Überleben. Wer kann flüchtet an sichere Orte oder schließt sich einer Gang an. 
Colin Lowe hat erstere Alternative gewählt. Als reicher Mann hatte er vor der Pandemie die Möglichkeit eine sichere Unterkunft zu schaffen und dorthin ist er geflüchtet.
Sein Freund und Anwalt Will Adams befindet sich noch in der Stadt, wartet aber mit seiner Familie auf die Evakuierung.
Da gerät Will in das Visier einer Gang. Der Anführer der Gang ist ausrechnet Colin Lowes Sohn Brad und dieser entführt nun Wills Tochter.
Für Will bedeutet dies, dass er nun an einem Scheideweg steht. Bisher versuchte er in der neuen Weltordnung noch mit seiner eigenen Moral zu bestehen, doch nun muss er sich entscheiden, ob er Rache nimmt oder Brad dem letzten Rest der bestehenden Justiz übergibt...


Fazit:
"Insel der Ratten" ist ein äußerst packender dystopischer und leider sehr realistischer Roman.
Das eine Pandemie Gesellschaftsordnungen in Frage stellen kann, haben wir im Ansatz während der Corona Pandemie erlebt. Hier gab es Menschen, die rücksichtslos Toilettenpapier und Nudeln horteten und andere wieder machten es sich zum Spaß ihre Mitmenschen anzuhusten oder ihre Masken mit Löchern zu versehen.
Wir wissen also, auf Vernunft und Solidarität kann man nicht bauen.
In "Insel der Ratten" ist die Situation wesentlich zugespitzter und eine äußere Ordnung existiert nicht mehr. Jeder handelt so wie er will, oder wie es sein Gewissen zulässt. Bei dem überwiegenden Anteil existiert aber so etwas wie ein kollektives Gewissen nicht mehr.
So hat Nesbo quasi einen "Höllenschlund" beschrieben in dem Gewalt und Chaos vorherrschen.
Ich hatte das Buch mit im Urlaub und ich konnte es meist nicht erwarten nach unseren Ausflügen zurück zum Buch zu kehren.
Mich hatte es sofort gepackt und konnte das Buch kaum weglegen. Am meisten packte mich die realistische Beschreibung der Gesellschaft und der innere Kampf von Will. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass eine nächste, schlimmere Pandemie uns in solch ein Chaos wirft, das Nesbo in seinem Buch entwirft und ich kann mir ebenfalls gut vorstellen, in einen ähnlichen Gewissenskonflikt zu geraten, wie es Will passiert.
Mir ging das Buch definitiv unter die Haut und ich wünsche mir mehr solcher Geschichten von Jo Nesbo.


Vielen Dank an Vorablesen für dieses Rezensionsexemplar



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen