Donnerstag, 5. April 2018

Rezension " Opfermoor " von Susanne Jansson



  •  C. Bertelsmann Verlag
  • broschiertes Buch
  • 318 Seiten
  • 2018
  • ISBN: 9783570103364
  • 15 Euro
Klappentext:
Ein sagenumwobenes, abgelegenes Moor inmitten der Wälder und Seen Schwedens: Hier entnimmt die junge Biologin Nathalie Proben für ein Forschungsprojekt - und findet kurze Zeit später einen Mann, der brutal zusammengeschlagen im Sumpf liegt. Direkt daneben eine von Hand ausgehobene, etwa zwei Meter lange Grube. Ein vorbereitetes Grab? Ein Hinweis auf die Menschenopfer, die in der Eisenzeit hier erbracht wurden? Zusammen mit der Polizeifotografin Maya versucht Nathalie, die Geschehnisse aufzuklären. Dabei stoßen die beiden Frauen auf weitere Leichen im Moor und finden heraus, wie unheilvoll die Bewohner des Ortes in die Vorfälle verstrickt sind ... Opfermoor ist ein suggestiver Spannungsroman der Extraklasse. Das zwischen Faszination und Unheil schillernde Moor wird dabei selbst zu einer Hauptfigur. Seiner Präsenz und Sogwirkung kann sich der Leser nur schwer entziehen.
(Quelle: blanvalet Verlag)

Kurze Zusammenfassung:
Nathalie kehrt in ihre Heimat Mossmarken zurück. Sehr lange war sie nicht mehr dort, so lange, dass die Bewohner des Ortes sie nicht mehr erkennen.
Eigentlich wollte sie auch nie mehr zurück kommen, doch ein Forschungsprojekt für ihre Doktorarbeit lässt sich im Moor hinter ihrem alten Elternhaus am besten umsetzen.
Nathalie mietet sich in ein altes Gästehaus ein und spürt fast sofort die unheilvolle Stimmung die vom Moor ausgeht.
Doch nicht alles ist unheilvoll, nach einigen Tagen lernt sie Johannes kennen und verliebt sich auch ihn ihn. Johannes mag Nathalie auch und für Nathalie ist dies ein neues, gutes Gefühl, denn eigentlich lässt sie niemanden an sich heran.
Aber Nathalies Glück währt nicht lange, denn Johannes wird eines Abends am Rande des Moors brutal zusammengeschlagen und liegt nun im Koma.
Nur kurze Zeit später wird eine Leiche im Moor gefunden und Nathalie bekommt das Gefühl, von ihrer Vergangenheit eingeholt zu werden.
Nun wird sie auch von bestimmten Bewohnern erkannt und das Geheimnis ihrer Identität wird gelüftet und Nathalie weiß, dass sie sich nun ihrer Vergangenheit stellen muss.

Fazit:
Ein sehr nordischer Roman. Die Stimmung, die Protagonisten, die verwobenen Geheimnisse ... alles perfekte Zutaten für einen magnetischen nordischen Krimi.
Eigentlich passiert nicht viel und das was passiert, passiert nicht temporeich, aber durch diesen eigenen Rhythmus und das schleichende Anschwellen des Spannungsbogen saugt das Buch einen so richtig in sich hinein.
Für mich hat das Moor irgendwann fast eine eigene Persönlichkeit bekommen, düster und geheimnisvoll drohte es immer im Hintergrund.
Das Opfermoor war nicht nur ein Ort oder eine Gegend im Roman, sondern es bekam irgendwann seine eigene Dynamik und fast etwas Lebendiges.
Mit dieser Stimmung, die Susanne Jansson geschaffen hat, wäre sogar die Beschreibung vom Zählen einer Schachtel Büroklammern unglaublich spannend geworden.
Jansson hat es geschafft so intensive Bilder in mir zu zeichnen, dass ich mich bisweilen kaum von dem Moor lösen konnte und unbedingt lesen musste wie es nun weiter geht.
Nathalie ist als Hauptperson gut gezeichnet, mir erschien sie manchmal etwas fade und langsam, aber nach und nach habe ich verstanden, dass es so sein muss, Nathalie hätte sonst vor dem Moor nicht bestanden und die Geschichte hätte ihren Rhythmus verloren.
Alle Figuren pulsieren in ihrem eigenen Tempo aber nicht unbedingt im Gleichklang, so hatte ich manchmal das Gefühl sie pulsieren aneinander vorbei. Aber dem ist nicht so, diese eigenen Tempi werden genau so gebraucht um tief in das Opfermoor und sein Geheimnis einzutauchen.
Damit bekommt der Roman zum Teil sogar etwas sehr poetisches.
Als Fan nordischer Krimis hat dieser Roman mein Herz komplett erobert.

Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für dieses Rezensionsexemplar


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