Montag, 2. Oktober 2017

Rezension "Das Fundament der Ewigkeit " von Ken Follett



  • Kingsbridge Bd.3
  • Hardcover
  • Bastei Lübbe Verlag
  • 1161
  • 2017
  • ISBN: 9783785726006
  • 36,00 Euro


Klappentext:
Nach DIE SÄULEN DER ERDE und DIE TORE DER WELT der neue große historische KINGSBRIDGE-Roman des internationalen Bestsellerautors:
1558. Noch immer wacht die altehrwürdige Kathedrale von Kingsbridge über die Stadt. Doch die ist im Widerstreit zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. Freundschaft, Loyalität, Liebe ... nichts scheint mehr von Bedeutung zu sein. Die wahren Feinde sind dabei nicht die rivalisierenden Konfessionen. Der eigentliche Kampf wird zwischen denen ausgefochten, die an Toleranz und Verständigung glauben, und den Tyrannen, die ihre Ideen den anderen aufzwingenwollen - koste es, was es wolle.

Ned Willard wünscht sich nichts sehnlicher, als Margery Fitzgerald zu heiraten. Doch der Konflikt entzweit auch sie, und Ned verlässt Kingsbridge, um für die protestantische Prinzessin Elizabeth Tudor zu arbeiten. Als diese wenig später Königin wird, wendet sich ganz Europa gegen England. Um in dieser heiklen Situation früh vor Mordkomplotten, Aufständen und Angriffen der konkurrierenden Mächte gewarnt zu sein, baut die scharfsinnige Monarchin mit Neds Hilfe den ersten Geheimdienst des Landes auf. Die kleine Gruppe geschickter Spione und mutiger Geheimagenten ermöglicht es Elizabeth I. in den nächsten fünfzig Jahren, an ihrem Thron und ihren Prinzipien festzuhalten. Die Liebe zwischen Ned und Margery scheint verloren zu sein, denn von Edinburgh bis Genf steht ganz Europa in Flammen ...
(Quelle: Bastei Lübbe Verlag)

Kurze Zusammenfassung:
Ned Willards Zukunft scheint absehbar zu sein. Er soll Kaufmann werden und verliebt hat er sich in Margery Fitzgerald. Margery erwidert seine Gefühle, doch sie ist einem anderen Mann versprochen. Entgegen ihren Gefühlen heiratet sie auch diesen Mann, denn sie ist nicht nur dem Versprechen verpflichtet, auch unterschiedliche Konfessionen trennt sie von Ned.
Ned, der in Margery die Frau seines Lebens sieht, gibt seine Zukunft als Kaufmann in Kingsbridge auf und schließt sich Elizabeth Tudor an. 
Denn nicht nur die Protestantin Elizabeth Tudor will den englischen Thron besteigen, auch die Katholikin Maria Stuart, Königin von Schottland, möchte sich zur englischen Königin krönen. 
Ein tief gehender Glaubensstreit bricht aus und entzweit das Land derart, dass ein Glaubenskrieg kurz bevor stehen könnte.
Ned, der nun unter Königin Elizabeth I Karriere als Spion macht, verzehrt sich noch immer nach Margery, steht jetzt aber fest auf protestantischer Seite und deckt katholische Verschwörungen gegen die Krone auf.
Der Glaubensstreit zieht immer weitere Kreise und wird immer unversöhnlicher. Nach und nach greift er auch auf das europäische Festland über. Familien, Ehepaare, Geschäftspartner mit unterschiedlichen Konfessionen stehen sich nun als Feinde gegenüber und die Fehde zwischen Protestanten und Katholiken entwickelt sich zum Flächenbrand.....

Fazit:
Ich verneige mich vor einem der ganz großen Schriftsteller.
Tausende von Seiten der Kingsbridge-Saga finden in "Das Fundament der Ewigkeit" ein Ende.
Wahnsinn, irre und unfassbar. 
Und auch "Das Fundament der Ewigkeit" ist Wahnsinn...... 1161 Seiten ohne das es mir langweilig wurde.
In plastischen Farben malte Follett ein üppiges Bild des ausgehenden Mittelalters und der beginnenden Renaissance mit allen Ränkespielen, blutigen Massaker und Verschwörungen, von denen wir im Geschichtsunterricht gehört haben.
Ken Follett haucht dieser an sich trockenen Geschichtslektion Leben ein und lässt einen das Warum und Woher besser begreifen.
Glaubenskriege sind uns ja auch in der heutigen Zeit nicht fremd, man denke nur an die lange Zeit in der in Nordirland Protestanten und Katholiken einen blutigen Krieg führten oder auch der "Krieg" des IS gegen Christen.
Eigentlich geht es dabei ja nicht um den Glauben an sich, sondern um die Macht, die die Sieger durch ihren Sieg erringen würden.
Ebenso liest es sich in "Das Fundament der Ewigkeit". Von denen, die den Glaubensstreit anzettelten ging es den Wenigsten um den Glauben, vielmehr ging es um Macht und Führungsansprüche.
Damit wird der Glauben aber pervertiert und als Waffe eingesetzt .... ja, Ken Follett hat mir viele Denkanstöße geschenkt.
Doch in dem Roman stecken nicht nur Denkanstöße und Geschichtslektionen, sondern überwiegend ein pralle und bunte historische Geschichte die Fiktion und wahre Begebenheiten, erfundene Personen und historische Persönlichkeiten gut mixt und daraus ist ein lebendiges und mitreißendes Buch entstanden.

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für dieses grandiose Rezensionsexemplar.