Samstag, 16. September 2017

Rezension " Seelenkinder " von Sarah Hilary



  • Taschenbuch
  • Marnie Rome 2
  • btb Verlag
  • 479 Seiten
  • 2017
  • ISBN: 9783442748082
  • 9,99 Euro



Klappentext: Ein grauenvoller Fund: Im Garten seines Hauses in einer Londoner Neubausiedlung entdeckt Familienvater Terry Doyle einen alten Bunker - und darin, dreieinhalb Meter tief in der Dunkelheit, zwei Kinderleichen. Für das Team um Detective Marnie Rome türmen sich die Fragen auf: Wer waren die Kinder? Warum wurden sie nie als vermisst gemeldet? Welche Rolle spielt Clancy, der verhaltensauffällige Ziehsohn von Terry? Die Begegnung mit Clancy ist für Marnie wie eine Falltür in die Vergangenheit - er erinnert sie an ihren Adoptivbruder Stephen, den Mörder ihrer Eltern. Und als Clancy plötzlich mit Terrys leiblichen Kindern verschwunden ist, ahnt Marnie: Jetzt zählt jede Sekunde.
(Quelle: btb Verlag)

Kurze Zusammenfassung:
Zwei kleine Leichen, zusammengekuschelt und einsam tief unter der Erde gestorben, berühren Marnie Rome und ihr Team zutiefst.
Vor mindestens 4 Jahren wurden die Jungen in einen alten Bunker gesperrt und ihrem Schicksal überlassen. Lange sind weder die Namen der Kinder zu ermitteln, noch wird eine Vermisstenanzeige gefunden.
Doch nicht alleine der Fall bringt Marnie an ihre Grenzen, sondern auch die Begegnung mit Clancy, dem Pflegesohn der Familie Doyle. In Doyles Garten wurde der Bunker gefunden und Marnie ahnt das Clancy irgendwie in den Fall verwickelt ist.
Zudem ähnelt Clancy ihrem eigenen Pflegebruder und ihr Pflegebruder hat im Teenageralter Marnies Eltern grausam getötet.
Als wäre das alles noch nicht genug taucht auch Marnies Jugendliebe wieder auf und bringt sie zusätzlich aus der Fassung.
Doch trotz aller Verwicklungen und Schwierigkeiten nähert sich Marnie der Lösung Schritt für Schritt.

Fazit:
Eigentlich mag ich ja keine englischen Krimis. Es gibt nur wenige, die ich gerne gelesen habe, aber immer mal wieder wage ich mich doch an solch einen Krimi. Vielleicht auch um meine Abneigung zu überwinden.
Das ist diesem Thriller hervorragend gelungen. Ich habe das Buch verschlungen und bin wirklich sehr angetan.
Hier wurde, für mich, nicht nur eine spannende Geschichte transportiert, sondern auch eine Vielzahl an Gefühlen.
Das vorherrschende Gefühl war Traurigkeit ...... " verzweifelte, seelenzerfressende Traurigkeit", wie es als Satz auch sehr treffend in dem Buch zu finden ist.




Die meisten Protagonisten sind auf ihre Art sehr traurig oder werden von Umständen begleitet, die sie einfach traurig machen, trauern lassen.
Mit dieser Grundstimmung berührt das Geschehen um die beiden kleinen Jungs noch mehr, als es solch eine Tat an sich schon tut.
Doch ist es keine lähmende Traurigkeit. Marnie und auch ihr Kollege Noah schöpfen immer wieder Kraft aus ihrer Traurigkeit und ihrem Umfeld, dass ihnen den nötigen Halt gibt.
Oft ist es so, dass in Thrillern in dem Kinder die Opfer sind, an den Zorn und das Urteil des Lesers appelliert wird, hier hatte ich auch erst das Gefühl in diese Richtung geschoben zu werden, aber nach und nach merkte ich, dass das Geschehen auch bei mir eine tiefe Trauer auslöste. Manchmal ist es halt so das Dinge geschehen, die man nicht aufhalten kann und alle Umstände weder mit Zorn noch mit Ablehnung zu lösen sind und manchmal ist eine empathische Traurigkeit einfach alles was es gibt.
Doch nun genug der Traurigkeit, ich bin eigentlich auch nur so sehr darauf eingegangen, weil diese Stimmung auf vielen Seiten sehr präsent war und auch wichtig für die Geschichte ist.
Mit der Tiefe, die immer wieder zu finden ist, ist es kein Buch, dass man mal eben so ratzfatz liest, vielmehr musste ich das Buch zwischendrin auch mal weglegen und die Bilder auf mich wirken lassen.
Damit hat sich Sarah Hilary nachhaltig bei mir eingeprägt und wenn ich das nächste Mal in der Buchhandlung bin werde ich mir auf jeden Fall den ersten Band um Marnie Rome kaufen.

Vielen Dank an den btb Verlag für dieses Rezensionsexemplar