Sonntag, 10. September 2017

Rezension " Tränenbringer " von Veit Etzold



  • Hörbuch
  • Clara Vidalis-Reihe
  • Gelesen von Sascha Rotermund
  • Verlag: Dhv Der Hörverlag
  • ISBN: 9783844527414
  • Laufzeit: 600 Min.
  • 2017
  • 12,99 Euro



Klappentext:
Hauptkommissarin Clara Vidalis, Expertin für Pathopsychologie am LKA Berlin, bringt ein neuer Fall auch persönlich an ihre Grenzen: Ein Serienkiller entführt 18-jährige Mädchen und lässt den Eltern Leichenteile zukommen. Die Ermittler schickt er ein ums andere Mal auf eine falsche Spur. Und vor Jahren fiel Claras kleine Schwester einem ganz ähnlich agierenden Wahnsinnigen zum Opfer, der nie gefasst werden konnte ... Top-Autor Veit Etzold platziert seine Thriller regelmäßig auf der Spiegel-Bestsellerliste. Kaum ein deutscher Autor beherrscht die Klaviatur harter, realistischer Spannung so wie er.
( Quelle: Dhv der Hörverlag )

Kurze Zusammenfassung:
Es klingelt an einer Tür. Ein Vater öffnet die Tür und findet ein Päckchen. In dem Päckchen ist ein Slip und das Telefon seiner Tochter. Das Telefon klingelt und am anderen Ende ist nicht seine Tochter, sondern der Mörder seiner Tochter, der ein perfides Spiel spielt.
Weiter unten im Päckchen findet er die abgetrennte Nase seiner Tochter Lisa.
Fast gleichzeitig irrt ein Junkie durch das Zentrum Berlins, im Arm trägt er ein Päckchen und dies lässt er auch nicht los, als er von einem Auto überfahren wird.
In dem Päckchen befinden sich zwei abgetrennte Füße.
Innerhalb von Stunden landen beide Pakete auf Clara Vidalis Schreibtisch und schnell stellt sich heraus, dass es noch mehr Opfer geben muss.
Clara stürzt sich in den Fall und sie merkt, dass sie den Täter fassen muss, alleine schon, um für sich selbst eine Sicherheit im Leben zu finden.
Denn Clara ist schwanger und das unverarbeitete Verbrechen an ihrer Schwester drängt zunehmend an die Oberfläche.
Sie ist so sehr gefangen in dem Fall, dass sie kaum Zeit hat, darüber nachzudenken, ob sie das Kind tatsächlich bekommen soll, noch kann sie sich wirklich auf ihre baldige Hochzeit freuen.


Fazit zum Roman:
Die Geschichte wird aus mehreren  Perspektiven erzählt. Aus der Sicht Claras auf den Fall, die Vergangenheit und die Gedanken des Mörders werden beschrieben und auch in die Welt der Opfer dringt man ein Stück weit ein.
So wissen wir zum Beispiel Dinge, die Clara Vidalis noch nicht weiß, so wie das Lisa mit ihrem Mörder vorher im Internet chattet und das ein Teil der Opfer freiwillig zum Täter kommen, in dem sie seine schallisolierte Wohnung als Feriendomizil nutzen.
Thorsten, den Täter, lernen wir auch sehr gut kennen und dringen tiefer in seine Erfahrungen und Erinnerungen als stellenweise lieb ist.
Vielleicht soll das dazu dienen ein gewisses Verstehen von Prozessen zu wecken, vielleicht sind diese Erinnerungen auch nur dienlich um die eine oder andere Gewaltszene unterbringen zu können .....
In den letzten Büchern der Vidalis-Reihe standen, meinem Empfinden nach, Clara Vidalis und MacDeath mehr im Vordergrund und der Entwicklung ihrer Beziehung wurde Raum gegeben. Hier rücken die Beiden für mich mehr in den Hintergrund und der Täter, wie auch seine Lebensgeschichte bekommen viel Platz.
Das finde ich ein bisschen schade, denn so werden die Ermittler etwas austauschbar  und ich hatte mich ja gerade wegen dem Ermittlerteam sehr auf den nächsten Band gefreut.
Nichtsdestotrotz hat mir die Entwicklung von Clara Vidalis gut gefallen. Von der einsamen, bindungsschwachen Amazone im ersten Band hin zur Braut, die ein Kind erwartet in diesem Buch.
Insgesamt ist es eine harte und brutale Geschichte, die nichts für schwache Nerven ist.
Sehr im Fokus stehen Gewaltszenen, die auch weniger detailreich für Crime sorgen würden.
Das erste Buch der Vidalis-Reihe habe ich noch als sehr spannend und auch unheimlich klug empfunden. Veit Etzold ist ein sehr gebildeter und kluger Mensch der viel Weitsicht hat. Genau dies ließ er auch in "Das große Tier" einfließen. Mit jedem Buch aber verlagerte sich der Schwerpunkt auf Gewalt und Abgründe, so als müsste jede Spielart des Mordens noch einen Platz auf diesen Seiten Platz finden.
Diese Entwicklung habe ich auch zum Beispiel bei Chris Carter oder Cody McFadyen beobachtet ... irgendwann war es nur noch brutal.
Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten und auch den nächsten Band der Vidalis-Reihe werde ich gerne lesen :)

Fazit zum Hörbuch:
Eigentlich bin ich ja gar nicht so die Hörbuchhörerin. Fatalerweise schlafe ich unheimlich schnell ein, wenn ein Hörbuch läuft und so brauchte ich für manches Hörbuch gefühlte fünf Leben um damit fertig zu werden.
Nun aber bin ich ziemlich viel im Auto unterwegs, weil ich an manchen Tagen zwischen zwei Arbeitsstätten pendel. Da ist ein Hörbuch perfekt ( und nein, ich schlafe am Steuer nicht sorfort ein ;) ).
Ich glaube, jetzt nach einem Hörbuch von Sascha Rotermund gelesen, bin ich einfach nur absoluter Fan von Hörbüchern.
Sascha Rotermund hat einfach nur toll gelesen.
Absolut super und seine Art ein Hörbuch zu sprechen hat mich begeistert.
Die Stimme ist einfach nur angenehm, mit winzigen Veränderungen in der Stimme hat er Stimmungen und Personen plastisch und gut nachvollziehbar transportieren können und mich damit einfach und schnell in die Geschichte hinein gesogen.
Auch Hürden wie Metalllieder in einer Art Sprachgesang zu lesen hat Sascha Rotermund perfekt gemeistert und dieser Hörbuchsprecher hat nun einen neuen Fan :)

Vielen Dank an den  Der Hörverlag für dieses Rezensionsexemplar





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