Sonntag, 4. Februar 2018

Rezension " Magic Kitchen " von Roberta Schira




Klappentext:
Hand aufs Herz: Wann haben Sie das letzte Mal in Ihrer Küche richtig für Ordnung gesorgt? Schränke, Schubladen und den Kühlschrank richtig sortiert? Haben Sie je überlegt, welche Töpfe, Pfannen und Schüsseln Sie wirklich brauchen, und wo Sie Ihre Lebensmittel sinnvollerweise am besten aufbewahren? Mit ihrem kurzweiligen, durch Fallbeispiele aufgelockerten Ratgeber hilft Roberta Schira, auch mitten im Chaos in der Küche einen kühlen Kopf zu bewahren und einmal richtig aufzuräumen. Denn: Die Küche ist der Spiegel unserer Seele. Und das Glück unseres Lebens beginnt dort, wo wir unsere Speisen zubereiten.
(Quelle: Penguin Verlag)

Fazit:

Magic Kitchen zeigt auf, wie wir unsere Küchen in Ordnung bringen. 
Dabei geht es aber nicht um eine normative Ordnung, ein in Reih und Glied stellen von Küchenutensilien, sondern es geht um die persönliche Ordnung.
Meine Ordnung ist anders als deine Ordnung und oft empfinden wir nur leere Flächen und gerade Linien als ordentlich.
In Magic Kitchen geht es aber nicht um leere Flächen und gerade Linien, sondern darum meine persönliche Ordnung zu finden und damit meine Küche zu formen und zu gestalten.
Roberta Schira sagt: Zeige mir deine Küche und ich sage dir wer du bist.
Viele Lebensmittel, weit über Bedarf gekauft, der Kühlschrank voller Reste und älteren Lebensmittel kann auf eine Person hindeuten die Probleme mit dem Loslassen hat.
Sie sagt, dass dieses Loslassen aber eine befreiende Wirkung hat und das Loslassen alter Nahrungsmittel und Küchengegenständen sich auch auf andere Lebensbereiche positiv auswirken kann.
In dem Buch werden kurze und einfache Wege aufgezeigt, wie wir unsere "Küchenprobleme" in Ordnung bringen können.
Dabei wird immer wieder zwischen verschiedenen Ordnungstypen unterschieden.
Mir hat dieser Ansatz sehr geholfen, denn seit ich meine erste eigene Wohnung habe, versuche ich meine Küche in Ordnung zu halten.
Also, ich versuche diese sterile Ordnung hinzubekommen, die sich durch Leere und gerade Linien auszeichnet. Die "Zen-Ordnung" eben.
Durch das Buch habe ich aber erkannt, dass ich wohl eher der "Mediterrane Typ" bin. In meiner Küche hängen Kinderbilder, am Kühlschrank sind Postkarten und Gutscheine mit Magneten angebracht, und auf der Fensterbank liegen die Gegenstände, die man kurz vor dem Weggehen noch schnell einsteckt, zum Beispiel etwas Münzgeld, dass die Kinder auch in Eile noch schnell einstecken können.
Meine Küche ist nicht unsauber und auch nicht chaotisch, sondern zeigt, dass es in der Küche sehr lebendig sein kann.
Ich setze mich aber immer unter Druck um doch irgendwie meiner Küche den in der Gesellschaft favorisierten "Zen-Charakter" zu verpassen und scheitere immer wieder daran.
Gut, dann hake ich das jetzt einfach ab. Meine Küche ist lebendig, sie ist das Herzstück der Wohnung und wir fühlen uns alle wohl. Warum also, soll ich aus meiner Küche etwas machen, was mich nicht wiederspiegelt?
Sehr gut haben mir die Anleitungen zum Wegwerfen gefallen.
Ich tue mich damit ein bisschen schwer, denn wenn ich eine gute Dose habe, den Deckel dazu aber schon lange nicht mehr finde, werfe ich die Dose nur ungerne fort.
Vielleicht resultiert das auch aus einem nachhaltigen Denken und der Hoffnung irgendwann "No Waste" zu schaffen.
Aber eigentlich raubt mir die Dose mehr Energie, als sie mir Nutzen bringt.
Sie steht im Schrank, nimmt kostbaren Platz weg und kann nicht verwendet werden.
Letzte Woche habe ich dann voller Elan das Wegwerfkonzept von Roberta Schira an einem Küchenschrank ausprobiert.
Ui, stellenweise hat es schon weh getan, aber es war danach phänomenal viel Platz in diesem Schrank.
Klar habe ich alle Dinge gemocht und auch irgendwann gerne benutzt, aber brauche ich tatsächlich zwei Nudelhölzer? Muss ich das gelbe Salatbesteck wirklich behalten? Nur weil mir es irgendwann irgendjemand geschenkt hat?
Nein, ich brauche weder zwei Nudelhölzer noch ein hässliches, gelbes Salatbesteck.
Es hat gut getan diesen Ballast loszuwerden.
Aber es geht nicht  nur um das Wegwerfen von Dingen, sondern auch um das kluge Einräumen von Dingen.
Was räume ich wo ein und warum?
Wir haben die Süßigkeiten in einem Hängeschrank in Griffnähe. Niemand muss sich strecken oder anstrengen um sich ein Bonbon zu holen.
Nur essen wir kaum Süßigkeiten. Sie sind da, sie sind griffbereit, werden aber kaum benötigt. Warum vergeude ich diesen kostbaren Platz also für Süßigkeiten, die besser ganz oben liegen und verwende das Fach nicht lieber für Tee?
Tee wird bei uns jeden Tag gebraucht und immer muss man sich danach strecken. 
Gedacht- umgeräumt und glücklich ;)
Manchmal braucht es nur einen kleinen Denkanstoß um gute Veränderungen zu bewirken.
Diese Denkanstöße sind in diesem Buch reichlich zu finden und mir hat der eine oder andere Denkanstoß schön aufgeräumte und gut sortierte Fächer gebracht.
Das Buch ist ein netter Ratgeber, der mich manchmal zum Schmunzeln brachte und mir hilft meine persönliche Ordnung zu akzeptieren.

Vielen Dank an den Penguin Verlag für dieses Rezensionsexemplar.


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